Thüringen: Arbeitslosigkeit steigt wegen saisonaler Effekte und konjunkturelle Herausforderungen

Arbeitslosenquote lag bei 6,7 Prozent +++ Arbeitgeber meldeten im Januar 2.800 neue Stellen +++ Bei den Arbeitsagenturen waren 14.900 Stellenangebote gelistet +++ Behrens: „Der Arbeitsmarkt in Thüringen zeigt saisonale Effekte und konjunkturelle Herausforderungen.
Die Nachfrage nach Arbeitskräften bleibt stabil.“ +++

30.01.2026 | Presseinfo Nr. 6

Einschätzung zum Arbeitsmarkt
Zitat:

„Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar in Thüringen war überwiegend saisonal bedingt. Ursachen waren das Auslaufen befristeter Beschäftigungen, das Ende von Saisonverträgen nach dem Weihnachtsgeschäft sowie witterungsbedingte Winterpausen, insbesondere im Bau. Gleichzeitig zeigte sich zunehmend die konjunkturelle Schwäche. Trotz des Rückgangs bei den Stellenmeldungen blieb die Nachfrage nach Arbeitskräften mit rund 15.000 offenen Stellen hoch. Qualifizierung, Mobilität und passgenaues Matching sind die zentralen Voraussetzungen, um den Strukturwandel zu bewältigen“, erklärte Markus Behrens, Vorsitzender der Geschäftsführung der BA-Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit

Die Arbeitslosigkeit ist in Thüringen im Januar 2026, wie erwartet, gestiegen. 74.146 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 4.802 Personen mehr (6,9 Prozent) als im Dezember und 1.657 Personen bzw. 2,3 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 6,7 Prozent und lag mit 0,4 Prozentpunkten über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 6,6 Prozent. Der Bestand ist auch nach Saisonbereinigung identisch. Bei der Arbeitslosigkeit entfiel der größte Anteil der betrachteten Personengruppen auf Personen ab 50 Jahren (36,9 Prozent) und Langzeitarbeitslose (34,6 Prozent). Bei den Langzeitarbeitslosen ist die Arbeitslosigkeit zum Vormonat um 3 Prozent gestiegen.

Zum Rechtskreis SGB III (Arbeitslosenversicherung) gehörten 41,5 Prozent (30.742 Personen) aller Arbeitslosen. Das sind 3.338 Personen (12,2 Prozent) mehr als im Vormonat und 2.503 Personen (8,9 Prozent) mehr als vor einem Jahr.

Arbeitsaufnahmen und Entlassungen

3.633 arbeitslose Personen fanden eine Beschäftigung. Insgesamt meldeten sich 8.424 Menschen im Januar aus einer Beschäftigung arbeitslos.

Stellenmeldungen

Im Januar wurden insgesamt 2.847 freie Stellen von Betrieben aus Thüringen neu gemeldet. Das waren 475 Stellen weniger als im Vormonat (-14,3 Prozent), aber 339 mehr als vor einem Jahr (13,5 Prozent). Seit Jahresbeginn wurden den Arbeitsagenturen und Jobcentern in Thüringen 2.847 neue Arbeitsstellen gemeldet. Das sind 13,5 Prozent mehr neue Stellen als vor einem Jahr.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigte

Stand November waren laut Hochrechnung in Thüringen 789.300 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Zum Vormonat sank die Anzahl um 600 Beschäftigte. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren es 9.700 Beschäftigte weniger.

Unterbeschäftigung

Die sogenannte Unterbeschäftigung sank im Vergleich zum Vorjahr um 0,9 Prozent auf 88.313 Personen. Die Unterbeschäftigung weist zusätzlich zu den Arbeitslosen auch Personen aus, die Arbeit suchen, aber beispielsweise an Qualifizierungen teilnehmen oder erkrankt sind und deshalb nicht als arbeitslos gezählt werden.

Grundsicherung

Die Jobcenter in Thüringen betreuten im Berichtsmonat insgesamt 80.670 erwerbsfähige Leistungsberechtige. Das waren 395 Personen weniger wie im Vormonat und 5.273 Personen weniger als im Vorjahr.

Kurzarbeit: Anzeigen und realisierte Kurzarbeit

Die Arbeitsagenturen registrierten im Januar 71 Anzeigen für 1.048 Beschäftigte. Im Dezember waren es 87 Anzeigen für 1.420 Beschäftigte. Besonders betroffen waren im Berichtsmonat die Herstellung von Metallerzeugnissen mit 9 Anzeigen für 94 Beschäftigte. Betrachtet man die tatsächlich realisierte Kurzarbeit, so waren nach ersten Hochrechnungen im Oktober 2025 insgesamt 7.399 Beschäftigte in 339 Betrieben in Kurzarbeit. Rein rechnerisch waren damit 0,9 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Thüringen von Kurzarbeit betroffen.

Tipp:Der Stichtag für die Bestandszählung von Personen in der Arbeitsmarkt-, Grundsicherungs- und Förderstatistik war am 14.01.2026.