Die Anzahl der beschäftigten Altersrentner in Thüringen steigt

20.02.2026 | Presseinfo Nr. 9

Der Beginn des Bezugs einer Altersrente oder Pension ist heute nicht mehr gleichbedeutend mit dem Ende der Erwerbsarbeit. In Thüringen arbeiteten im vergangenem Jahr 33.500 Frauen und Männer über der Regelaltersgrenze in einer sozialversicherungspflichtigen oder geringfügigen Beschäftigung. Das entspricht einem Anteil von 3,8 Prozent an allen Beschäftigten in diesem Bundesland (zum Vergleich: Anteil in Deutschland: 3,8 Prozent; Anteil Ostdeutschland 3,4 Prozent). In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der erwerbstätigen Altersrentner deutlich gestiegen. Im Jahr 2015 waren rund 11.800 Personen weniger beschäftigt. 

Mehr Männer als Frauen arbeiten im Rentenalter 

Im vergangenen Jahr gingen 18.900 Männer einer Beschäftigung im Rentenalter nach, davon 14.600 in einem Minijob. Vorwiegend arbeiteten die Männer in den Bereichen der Fahrzeugführung im Straßenverkehr, der Lagerwirtschaft und der Zustelldienste, der Gebäudetechnik und dem Objektschutz. Insgesamt 14.600 Frauen übten im vergangenen Jahr eine Beschäftigung im Rentenalter aus, darunter 12.100 als Minijobberinnen. Sie arbeiteten vor allem im Büro und Sekretariat, in der Reinigung sowie im Bereich der Erziehung und Sozialarbeit. 

Gründe für die Erwerbstätigkeit im Ruhestand 

Die Auswertung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB-Kurzbericht 8/2022) auf der Grundlage repräsentativer Befragungsdaten kommt zu dem Schluss, dass Erwerbstätigkeit im Ruhestand heute wesentlich stärker verbreitet ist als noch vor 30 Jahren. Als Grund für die Erwerbstätigkeit gaben die Befragten überwiegend soziale und persönliche Motive an, also Freude an der Arbeit oder der Wunsch, weiterhin eine sinnvolle Aufgabe zu haben. Erwerbsarbeit dient jedoch auch dazu, das verfügbare Einkommen im Ruhestand zu erhöhen. Mehr als zwei Fünftel der Befragten Rentenbeziehenden vor allem bei geringfügig entlohnten Beschäftigten gaben an, aus finanziellen Gründen im Ruhestand weiterzuarbeiten. Unter den nicht erwerbstätigen Rentnern sieht gut ein Fünftel den Grund ihrer Nichterwerbstätigkeit im fehlenden Angebot passender Stellen. Mit dem schrittweisen Übergang der geburtenstarken Babyboomer- Jahrgänge in den Ruhestand wird künftig auch die absolute Zahl der erwerbstätigen Ruheständler weiter steigen. 

Zitat:

„Ältere Beschäftigte leisten mit ihrer langjährigen Erfahrung und ihrem fundierten Fachwissen einen wichtigen Beitrag zur Sicherung des Fachkräftebedarfs und zum nachhaltigen Erfolg von Unternehmen. Entscheidend ist dabei eine Arbeitsgestaltung, die ihre individuellen Bedürfnisse berücksichtigt und gesundes, produktives Arbeiten ermöglicht. Der Technische Beratungsdienst der Bundesagentur für Arbeit unterstützt Betriebe mit spezialisierten Beratungsangeboten, um Arbeitsplätze ergonomisch und technisch anzupassen, körperliche Einschränkungen auszugleichen und Arbeitsunfähigkeit vorzubeugen. So kann die Arbeitsfähigkeit älterer Beschäftigter erhalten und ihre Teilhabe am Arbeitsleben langfristig gesichert werden“, erklärt Markus Behrens, Vorsitzender der Geschäftsführung der BA- Regionaldirektion Sachsen-Anhalt –Thüringen.