Zwischen Schläuchen, Nägeln und Perlen die zukünftigen Azubis finden

19.03.2026 | Presseinfo Nr. 21

Kreis Recklinghausen. Im Rahmen der bundesweit inzwischen zum 13. Mal aufgelegten „Woche der Ausbildung“ lud die Agentur für Arbeit Recklinghausen am Donnerstag vier Arbeitgeber und 16 Jugendliche zum zweistündigen Upcycling Workshop ein. Das Ziel: Sich beim gemeinsamen kreativen Produzieren kennenlernen und bestenfalls die Basis für ein Praktikum oder eine Ausbildung schaffen.

Getreu dem diesjährigen Motto der Aktionswoche „Gemeinsam mehr erreichen – Ausbildung starten“ wurde der große Sitzungssaal der Arbeitsagentur an der Görresstraße 15 kurzerhand zur Werkstatt umfunktioniert. An zwei großen Tischen bastelten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die sonst eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme beim Bildungszentrum des Handels gGmbH in Recklinghausen besuchen, unter Anleitung der Düsseldorfer Firma Planet Upcycling, Handytaschen aus Werbeplanen, Ohrringe aus Fahrradschläuchen oder Schlüsselanhänger aus Holzperlen. Mit ihnen am Tisch saßen vier lokal ansässige Arbeitgeber, die noch Praktikums- oder Ausbildungsplätze für das kommende Ausbildungsjahr anbieten: Die Lebenshilfe Castrop-Rauxel, das Sozialwerk St. Georg, Schlüter Metall und Friseursalon Younes.

Matthias Reuter, Reha-Berufsberater der Arbeitsagentur und Organisator des Events, freute sich über die rege Beteiligung an den Tischen: „Unser Ziel war es, ein Angebot auf die Beine zu stellen, das bei den Teilnehmenden gut ankommt und nicht den Beigeschmack eines Vorstellungsgesprächs mit sich bringt, insbesondere weil wir es mit Jugendlichen zu tun haben, die individuelle Herausforderungen meistern.“ So erlebten sie Kreativität statt Nervosität, entspannte Atmosphäre statt Vorbereitungsdruck und Nachhaltigkeit statt Versagensängsten. Nahezu beiläufig kamen gute Gespräche zustande, wurden Kontaktdaten ausgetauscht und Termine für Kennenlerngespräche vereinbart.

Für Agenturleiter Frank Benölken ein Erfolg mit Symbolwirkung: „In diesen Zeiten des Umbruchs stellen sich viele junge Menschen die Frage, ob eine Ausbildung überhaupt noch Zukunft hat. Doch wir wissen: KI kann und wird zwar vieles verändern, aber nicht alles ersetzen. Wir wollen Jugendliche daher darin bestärken, sich mit ihren Ideen und Talenten zu beschäftigen und aktiv einzubringen, um die eigene Zukunft nicht dem Zufall zu überlassen.“

Positives Feedback gab es auch von Unternehmensseite. Bernd Gartenmann vom Sozialwerk St. Georg, einem Inklusionsunternehmen für Menschen mit und ohne Behinderung, zeigte sich begeistert über das anregende Gespräch mit einer Teilnehmerin: „Eine unglaublich sympathische junge Frau mit viel Empathie und genauen Vorstellungen, wie sie ihre Ziele erreichen möchte – so jemand bereichert jeden Betrieb.“