- Arbeitslosigkeit steigt auf 9,0 Prozent
- 1.265 neue Stellenmeldungen
- Noch 840 freie Ausbildungsstellen für 849 suchende Jugendliche
Höhere Arbeitslosigkeit besonders unter jungen Menschen und Ausländern
Ende August zählte der Agenturbezirk Recklinghausen 30.178 arbeitslose Menschen und damit 1.284 mehr als im Vormonat (+4,4 Prozent). Gleichzeitig waren dies 646 mehr als im August letzten Jahres (+2,2 Prozent). Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,3 Punkte auf 9,0 Prozent und lag damit um 0,1 Punkte über Vorjahresniveau.
„Im August hat die Zahl arbeitsloser Menschen um 1.284 so deutlich zugenommen, wie wir es lange nicht erlebt haben - ähnlich große Sprünge innerhalb eines Monats haben wir zuletzt während der Corona-Pandemie verzeichnet“, beschreibt Agenturchef Frank Benölken die derzeitige Lage auf dem vestischen Arbeitsmarkt. Wenngleich diese Entwicklung unerfreulich sei, gäbe es Anzeichen auf Erholung: „Zum einen hat es einen hohen Anstieg an neuen Stellen um 1.265 gegeben, der belegt, dass Arbeitskräfte weiterhin gesucht werden. Zum anderen lassen gerade die über 800 noch freien Ausbildungsstellen darauf hoffen, dass sich in den nächsten Wochen viele junge Menschen für eine Ausbildung entscheiden und damit die Statistik kurzfristig wieder verlassen.“
Monatliche Schwankungen wie diese zeigten laut Arbeitsmarktexperten Benölken, dass die Vorhersehbarkeit des Arbeitsmarktes abgenommen habe und es derzeit schwieriger sei, bei allen Unsicherheitsfaktoren gesicherte Prognosen für die nahe Zukunft zu stellen. Von einer grundsätzlichen Belebung im Herbst geht Benölken dennoch aus.
Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Personengruppen
Personenkreis | Bestand | Veränderungen zum Vormonat | |
Jüngere unter 25 Jahre | 3.233 | +660 | +25,7% |
darunter Jugendliche unter 20 Jahre | 1.016 | +496 | +95,4% |
50 Jahre und älter | 10.736 | +99 | +0,9% |
Langzeitarbeitslose | 14.186 | +157 | +1,1% |
Schwerbehinderte | 2.384 | +56 | +2,4% |
Ausländer | 10.960 | +612 | +5,9% |
Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Geschäftsstellen
Geschäftsstellenbezirk | Arbeitslosenquote | ||
August 2026 | Juli 2026 | August 2025 | |
Recklinghausen | 8,4 | 7,9 | 8,5 |
Castrop-Rauxel | 8,2 | 7,9 | 8,0 |
Datteln | 7,5 | 7,2 | 7,6 |
Dorsten | 7,3 | 7,1 | 6,9 |
Herten | 9,5 | 9,1 | 9,7 |
Marl | 11,4 | 10,9 | 10,9 |
Gladbeck | 11,6 | 11,3 | 11,2 |
Agenturbezirk RE | 9,0 | 8,7 | 8,9 |
Deutlich mehr neue Stellen, Bestand leicht rückläufig
Im Verlauf des Monats meldeten Unternehmen dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Recklinghausen 1.265 neue Stellenangebote, 456 mehr (+56,4 Prozent) als im Juli. Insgesamt stehen im Agenturbezirk derzeit 4.756 Stellen zur Besetzung aus, 46 weniger als vor einem Monat. Vor einem Jahr lag der Stellenbestand um acht Stellen höher.
Mehr als jede siebte neue Stelle (74 Prozent) bezog sich auf sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen (z.B. Vermietung von beweglichen Sachen, Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften, Reisebüros, Wach- und Sicherheitsdienste, Garten- und Landschaftsbau), freiberufliche Dienstleistungen (z.B. Rechts- und Steuerberatung) das Gesundheits- und Sozialwesen sowie den Handel.
Der Ausbildungsmarkt
Von Oktober 2025 bis August 2026 haben sich bei der Agentur für Arbeit insgesamt 4.003 Bewerberinnen und Bewerber für Berufsausbildungsstellen gemeldet, 231 weniger als im letzten Jahr (-5,5 Prozent). Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen beträgt 3.332 und stieg damit um 334 (+11,1 Prozent).
Es befinden sich im August noch 849 Jugendliche auf Ausbildungsplatzsuche, das sind 82 weniger (-8,8 Prozent) als im Vorjahr. Die Zahl noch nicht besetzter Aus-bildungsstellen liegt bei 840 und damit um 67 unter dem Wert des letzten Jahres. Auf 100 betriebliche Berufsausbildungsstellen kommen in diesem Jahr 123 Ausbildungsinteressierte gegenüber 143 im letzten Jahr. Aktuell steht jedem noch unversorgten Jugendlichen eine offene Stelle zur Verfügung.
Die mit Abstand meisten noch offenen Stellen gibt es im Einzelhandel (Kaufleute sowie Verkäufer). Daneben warten noch zahlreiche offene Stellen auf angehende Fachwirte im Handel, Kaufleute im Büromanagement, medizinische sowie zahnmedizinische Fachangestellte, Fleischer, Metallbauer sowie Fachkräfte in der Lagerlogistik.
„Der Zug ist noch nicht abgefahren, auch jetzt lohnt es sich noch, Gebrauch von den zahlreichen Chancen zu machen und so dem größeren Andrang im nächsten Jahr zu entgehen“, so Frank Benölken.