Frühjahrsbelebung hält an

Zahl der Erwerbslosen ging auch im April zurück – Quote jetzt bei 4,9 Prozent – Qualifikation ist der Schlüssel zum Job

05.05.2026 | Presseinfo Nr. 23

Schon seit Februar entspannt sich der regionale Arbeitsmarkt in gleichmäßigen Schritten. Diese Entwicklung hat sich im April fortgesetzt: Im Gesamtbezirk der Agentur für Arbeit Rhein-Wied-Westerwald, der die Landkreise Altenkirchen, Neuwied, Rhein-Lahn und Westerwald umfasst, waren im April 17.618 Menschen ohne Beschäftigung gemeldet. Das sind 258 weniger als im März, jedoch 235 mehr als im Vorjahr. Die Quote sinkt um 0,1 Prozentpunkte auf 4,9 Prozent und bleibt damit unverändert zum Vorjahr.

„Die verhaltene Frühjahrsbelebung setzt sich fort; es gehen wieder mehr Menschen aus Arbeitslosigkeit in eine Erwerbstätigkeit“, sagt Elmar Wagner, Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Rhein-Wied-Westerwald. „Insgesamt zeigt sich der regionale Arbeitsmarkt immer noch erfreulich stabil, aber die Dynamik bleibt schwach. Darin spiegeln sich neben der ohnehin schwachen Wirtschaft auch die aktuellen geopolitischen Krisen und die damit einhergehende Verunsicherung der Wirtschaft darüber, wie es weitergeht.“ 

Stellenmarkt

Die Unternehmen suchen weiterhin Mitarbeitende - 893 Stellen wurden im April neu gemeldet. Der regionale Arbeitsmarkt zeigt sich jedoch widersprüchlich. Während Unternehmen über Fachkräftemangel klagen, finden viele Bewerberinnen und Bewerber schwerer eine passende Stelle. Das Stellenagebot der Arbeitsagentur mit aktuell 5.416 freien Jobs liegt auf einem hohen Niveau, dennoch bleiben diese Chancen oft ungenutzt, weil Angebot und Nachfrage nicht zueinander passen. 

„Wir sehen ein zunehmendes Mismatch zwischen den Kompetenzen von Arbeitssuchenden auf der einen und den Ansprüchen der Arbeitgeber auf der anderen Seite. Zusätzlich verändern Digitalisierung und KI die Anforderungen rasant. Die Unternehmen suchen zumeist Fachkräfte über dem Qualifikationsniveau der arbeitslosen Menschen – deshalb sollte eine Zeit der Arbeitslosigkeit noch öfter zur beruflichen Qualifizierung genutzt werden. Auch Beschäftigte müssen beim lebenslangen Lernen am Ball bleiben. Beides kann von uns finanziell gefördert werden - wir beraten dazu nicht nur Arbeitslose, sondern gerne auch Betriebe und Beschäftigte.“ erklärt Agenturchef Wagner. 

Ausbildung

Im aktuellen Beratungsjahr haben sich die Meldungen von betrieblichen Ausbildungsstellen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum weiter deutlich verringert. Dagegen hat die Bewerberzahl weiter zugenommen. Regionale Unternehmen haben seit Beginn des Ausbildungsjahres 3.138 Ausbildungsplätze gemeldet; das entspricht einem Rückgang von 15,0 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr.

„Die Lage auf unserem Ausbildungsmarkt wird schwieriger. Die Herausforderungen der Konjunkturkrise wirken sich auch auf den Ausbildungsmarkt aus. Unternehmen agieren zurückhaltender, die Ausbildungsbereitschaft sinkt.“ erläutert Wagner.

Aktuell gibt es bei der Arbeitsagentur noch 1.803 vakante Ausbildungsplätze. Dem gegenüber waren bis April von insgesamt 3.035 interessierten jungen Menschen für eine Ausbildungsstelle oder ein duales Studium noch 1.771 unversorgt.

„Junge Menschen sollten in der Berufswahl flexibel bleiben und auch für Alternativen offen sein. Praktika eignen sich hervorragend, um eigene Interessen und Talente zu erproben. Außerdem kann eine gewisse regionale Mobilität und Flexibilität helfen, denn der Ausbildungsmarkt variiert regional. Schülerinnen und Schüler, die noch keine Lehrstelle in Aussicht haben, sollten direkt Kontakt zu unserer Berufsberatung aufnehmen und sich beraten lassen.“ appelliert Wagner.

Abschließend der geteilte Blick auf die Landkreise des Agenturbezirks: 

Im Kreis Altenkirchen haben derzeit 4.441 Menschen keinen Job – 31 mehr als im März und 92 mehr als im Vorjahr. Die Quote liegt bei 6,1 Prozent, bleibt damit unverändert zum Vormonat und liegt 0,1 Punkte über dem Wert des Vorjahresmonats.

Im Kreis Neuwied sind aktuell 5.800 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das sind 32 weniger als im Vormonat und 374 mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote bleibt unverändert bei 5,7 Prozent. Im Vergleich zum April 2025 ist sie um 0,4 Prozentpunkte gestiegen.

Im Rhein-Lahn-Kreis sind 2.868 Personen ohne Erwerbstätigkeit gemeldet – 124 weniger als im März und 90 weniger als im Vorjahr. Die Quote ist in den vergangenen Wochen von 4,5 auf 4,3 Prozent gesunken und liegt damit um 0,1 Prozentpunkte tiefer als vor einem Jahr.

Im Westerwaldkreis sind Ende April 4.509 Männer und Frauen arbeitslos. Das sind 133 Personen weniger als vor einem Monat und 141 weniger als vor einem Jahr. Die Quote liegt im April bei 3,8 Prozent und ist im Vergleich zum Vorjahr wie auch Vormonat um 0,2 Prozentpunkte gesunken.