Im März ist die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Rheine gegenüber dem Vormonat leicht gesunken. Insgesamt waren 14.361 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, das waren 84 weniger als im Februar. Die Arbeitslosenquote veränderts sich nicht. Sie lag im März weiterhin bei 5,4 Prozent.
Auch wenn die Zahl der Arbeitslosen leicht zurückging: „Von einer Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt kann man allerdings aktuell nicht sprechen“, sagt Reiner Zwilling, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rheine. Deutlich werde das daran, dass die Arbeitslosigkeit derzeit höher ist als im Vorjahr. So waren zuletzt 185 Menschen mehr arbeitslos gemeldet als im März 2025. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 0,1 Prozentpunkte. „Normalerweise geht die Arbeitslosigkeit mit Beginn des Frühjahrs deutlicher zurück“, erläutert Zwilling. „Aber die jüngsten weltpolitischen und wirtschaftlichen Entwicklungen sorgen weiterhin für eine Zurückhaltung der Arbeitgeber, wenn es um die Einstellung von neuen Mitarbeitern geht. Das betrifft insbesondere konjunkturabhängige Branchen“, führt er aus. In der Folge sei daher auch die Langzeitarbeitslosigkeit gestiegen, sagt der Arbeitsmarktexperte: „Für Menschen, die bereits länger arbeitslos sind, ist es aktuell schwierig, in den Arbeitsmarkt zurückzufinden“, berichtet er.
Die Arbeitslosigkeit in der Arbeitslosenversicherung (SGB III) Arbeitslosigkeit sinkt leicht.
Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) ist die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Rheine im März leicht gesunken. Insgesamt 5.316 Frauen und Männer waren bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet, 82 weniger als im Februar. Die Arbeitslosenquote veränderte sich nicht. Sie lag weiterhin bei 2 Prozent. Erwartungsgemäß ging die Jugendarbeitslosigkeit zurück. 662 Jugendliche und junge Erwachsene waren im März arbeitslos gemeldet, 35 weniger als im Vormonat. „Die Wirtschaft braucht Nachwuchskräfte. Daher ist es sehr erfreulich, wenn junge Menschen hier in der Region berufliche Perspektiven finden “, stellt Reiner Zwilling, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rheine, fest.
Allerdings sei die Lage am Arbeitsmarkt nach wie vor angespannt, betont der Agenturleiter, denn die Zahl der Arbeitslosen lag weiterhin spürbar über dem Vorjahr. So waren im zurückliegenden Monat 608 Personen mehr arbeitslos gemeldet als im März 2025. Anders als in manch anderen Regionen sei die Wirtschaft vor Ort zwar nicht von großen Entlassungswellen betroffen gewesen. „Aber es ist auch nicht allen Unternehmen gelungen, ihr Personal zu halten“, so Zwilling. Für die Menschen, die in den vergangenen Monaten arbeitslos geworden sind, fehlten oft neue Einstellungsmöglichkeiten“, erklärt er die Entwicklung.
„Die sich weiter zuspitzende Energiekrise, Lieferengpässe und der verhaltene private Konsum machen sich auch am Arbeitsmarkt in unserer Region bemerkbar. Einige Personalverantwortliche sind daher weiterhin zurückhaltend bei der Ausschreibung neuer Stellenangebote“. Allerdings sei bei den Stellenmeldungen zuletzt eine leicht positive Entwicklung zu verzeichnen gewesen, berichtet Zwilling. So meldeten die Unternehmen und Verwaltungen im Bezirk der Arbeitsagentur Rheine im März 648 neue offene Stellenangebote. Das waren 94 mehr als im Vormonat und 64 mehr als im März vor einem Jahr. „Damit haben sich die Chancen für Arbeitsuchende etwas verbessert“, so der Agenturchef. Ob sich diese Entwicklung fortsetzen könne, sei derzeit aber schwer vorherzusagen, sagt Zwilling: „Der Konflikt im Nahen Osten wirkt sich schon jetzt sehr spürbar auf die Energie- und Treibstoffkosten aus. Das trifft viele Unternehmen“. Inwieweit sich dies auf die Personalnachfrage in den Betrieben auswirke, bleibe abzuwarten, ergänzt er.
Entwicklungen im Bereich der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II)
Kaum Bewegung am Arbeitsmarkt
Spürbarer Rückgang an Bürgergeldbeziehenden
9.045 Personen waren im März arbeitslos in der Grundsicherung für Arbeitsuchende im Kreis Steinfurt gemeldet. Damit ist der Bestand an Arbeitslosen in dem Rechtskreis SGB IInahezu unverändert gegenüber dem Vormonat (-2 Personen). Gegenüber dem Vorjahresmonat ergibt sich jedoch ein Rückgang von 423 Personen (-4,5 Prozent). Die Arbeitslosenquote liegt dementsprechend unverändert bei 3,4 Prozent und damit 0,2 Prozentpunkte unter dem Wert des Vorjahresmonat.
Auffällig ist der deutliche Rückgang ausländischer Arbeitsloser um 639 Personen (-13,2 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr. „Hier zeigt sich, dass unsere Angebote, die sich speziell an diese Zielgruppe richten, wie beispielsweise der JOB-BSK für bestimmte Berufsfelder Früchte tragen“, zeigt sich Tanja Schmidt, Vorständin des jobcenter Kreis Steinfurt, zufrieden.
Kaum Bewegung gab es bei den Zu- und Abgängen in Arbeitslosigkeit. Im Berichtsmonat meldeten sich 1.007 Personen erstmalig oder nach einer Unterbrechung erneut beim jobcenter Kreis Steinfurt arbeitslos. Das waren 18 mehr als im Vormonat. Diesen Zugängen standen 1.006 Abgänge gegenüber. Ein Plus von 6,0 Prozent bzw. 57 Personen gegenüber dem Vormonat. Ein Jahr zuvor waren es allerdings 71 Personen mehr, die sich aus der Arbeitslosigkeit abgemeldet hatten. „Insgesamt zeigt sich, dass die Situation auf dem Arbeitsmarkt trotz leichter saisonaler Verbesserungen im Vergleich zum Vormonat weiter von der insgesamt schwächelnden Konjunktur geprägt ist“, bilanziert Schmidt.
Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten sank im März auf 15.790 Personen und damit um 125 Personen (-0,8 Prozent) gegenüber dem Februar sowie um 1.081 Personen (-6,4 Prozent) im Vergleich zum März 2025. Diese positive Entwicklung lässt sich auch bei den nichterwerbsfähigen Leistungsberechtigten, in der Regel Kinder unter 15 Jahren, beobachten. Im März betreute das Jobcenter 5.978 nicht erwerbsfähige Leistungsberechtigte. Das waren 63 Personen oder 1,0 Prozent weniger als im Februar. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stellt dies einen Rückgang um 7,0 Prozent dar. Gleichermaßen erfreulich: die Zahl der Bedarfsgemeinschaften ging ebenfalls weiter zurück und umfasste im März 11.416 Haushalte. 107 weniger als im Vormonat und ganze 881 (-7,2 Prozent) weniger als im Vorjahr.
Der Arbeitsmarkt im Münsterland
Am Arbeitsmarkt im Münsterland zeigt sich eine leichte Frühjahrsbelebung. So sank die Arbeitslosenquote von 5 Prozent im Februar auf 4,9 Prozent im März. Mit 47.937 Personen waren im aktuellen Berichtsmonat 871 Personen weniger arbeitslos gemeldet als noch im Vormonat. Besonders mit Blick auf dem März des vergangenen Jahres zeigt sich ein deutlicher Rückgang der Arbeitslosigkeit. So sind aktuell 1.461 Personen im Münsterland weniger arbeitslos gemeldet als im letzten Jahr zu diesem Zeitpunkt.
Allerdings bleibt die Arbeitskräftenachfrage eher auf einem niedrigen Niveau. So meldeten die Unternehmen im Münsterland im März 2.291 neue freie Stellen bei der Arbeitsagentur und damit 35 weniger als noch im Februar dieses Jahres. Allerdings sind das 177 mehr als vor einem Jahr. Insgesamt waren im nun abgelaufenen Monat 12.252 freie Stellen bei der Arbeitsagentur gemeldet, 27 mehr als im Vormonat.