Der Arbeitsmarkt im April | Agentur für Arbeit Rheine

04.05.2026 | Presseinfo Nr. 25

Die Situation am Arbeitsmarkt hat sich im April gegenüber dem Vormonat leicht entspannt. Mit 14.312 arbeitslos gemeldeten Personen waren es im nun abgelaufenen Monat 49 weniger als noch im März. Die Arbeitslosenquote ist ebenfalls leicht gesunken und lag mit 5,3 Prozent um 0,1 Prozentpunkte niedriger als zuletzt.

„Es war zu erwarten, dass eine mögliche Frühjahrsbelebung durch die Krise im Nahen Osten ausgebremst werden würde“, erklärt Reiner Zwilling, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rheine. Die Auswirkungen des dortigen Krieges haben viele Unternehmen zu einer Einstellungszurückhaltung bewegt. „Viele Personalverantwortlichen wollen erstmal abwarten, wie sich das Geschehen dort entwickelt“, betont der Arbeitsmarktexperte. Deshalb erwartet er auch im kommenden Monat keinen spürbaren Rückgang der Arbeitslosigkeit. „Allerdings gehen wir davon aus, dass die Situation insgesamt recht stabil bleibt.“

Die Arbeitslosigkeit in der Arbeitslosenversicherung (SGB III)
Mehr Chancen für Ältere benötigt

In der von der Agentur für Arbeit betreuten Arbeitslosenversicherung waren im April 5.244 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 72 weniger als noch im Vormonat. Die Arbeitslosenquote blieb hingegen unverändert bei 2 Prozent. Gesunken ist die Arbeitslosigkeit vor allem in der Gruppe der Jugendlichen (unter 25 Jahren). Mit 635 Jugendlichen waren damit 27 weniger arbeitslos als noch im März. „Sie sind junge Talente, die am Arbeitsmarkt auch in der aktuell etwas angespannten Situation noch sehr gefragt sind“, betont Reiner Zwilling, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rheine.

Etwas kritischer betrachtet der Arbeitsmarktexperte die Entwicklung bei den älteren Menschen, also Personen über 50 Jahren. Mit 2.140 arbeitslosen Menschen in dieser Personengruppe waren es zwar nur 10 mehr als im Vormonat, aber 239 mehr als noch vor einem Jahr zu diesem Zeitpunkt. Damit sind derzeit 40,8 Prozent der arbeitslos gemeldeten Personen im Bereich des SGB III über 50 Jahre alt. „Es ist nicht neu, dass es ältere Menschen am Arbeitsmarkt schwerer haben. Offenbar hat aber die aktuelle angespannte wirtschaftliche Situation dazu geführt, dass die Unternehmen jüngeren Bewerberinnen und Bewerbern bei Einstellungen eher den Vorrang gegeben haben“, so Zwilling. Dabei, so betont er, sei ein Großteil von ihnen gut motiviert, fit und hätte noch 10-15 Jahren Berufstätigkeit vor sich. „Wenn man sachlich drauf schaut, gibt es keine Gründe, nicht auf ältere Menschen zu setzen“, betont Zwilling. Allerdings hielten sich bei einigen Betrieben oft Vorurteile. So heißt es beispielsweise, das Ältere häufiger krank oder zu teuer seien. „Es gilt, diese Vorurteile zu beseitigen“, so Zwilling. Er fügt hinzu: „Man darf einfach nicht verkennen, wie viel Erfahrung viele von ihnen mitbringen. Das kann ein großer Mehrwert für Unternehmen sein. Ein gutes Team mit älteren, erfahrenen Kräften und jungen Talenten ist meiner Ansicht nach die beste Mischung.“

Infolge der weiterhin wirtschaftlich angespannten Situation, die durch den Krieg im Nahen Osten nochmal verschärft wurde, ist auch die Arbeitskräftenachfrage zurückgegangen. So meldeten die Arbeitgeber im April 542 neue freie Stellen bei der Arbeitsagentur und damit 106 weniger als noch im Vormonat. Das entspricht einem Rückgang um 16,4 Prozent. Insgesamt waren im April 3.125 freie Stellen bei der Arbeitsagentur gemeldet.

Entwicklungen im Bereich der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II)

Noch keine Frühjahrsbelebung spürbar

Im April verzeichnet das jobcenter Kreis Steinfurt 9.068 Arbeitslose in der Grundsicherung für Arbeitsuchende. Das waren 23 (0,3 Prozent) mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote lag unverändert bei 3,4 Prozent. 

Kaum Bewegung gab es auch bei den Zu- und Abgängen in Arbeitslosigkeit. Acht Zugängen standen sechs Abgänge gegenüber. „Die Frühjahrsbelebung lässt auf sich warten“, bilanziert Tanja Schmidt, Vorständin des jobcenter Kreis Steinfurt. „Die wirtschaftliche Entwicklung bleibt seit einigen Monaten verhalten. Auch internationale Faktoren wie der Iran-Konflikt und Einschränkungen im Schiffsverkehr wirken sich aus. Das zeigt sich inzwischen auch im Kreis Steinfurt“, so die Vorständin weiter.

Im Vergleich zum Vorjahr entwickeln sich die Zahlen jedoch positiv. So betreute das Jobcenter im April 334 Arbeitslose weniger als im Vorjahr. Insbesondere die Zahl der ausländischen Arbeitslosen ist um 11,9 Prozent zurückgegangen. Insgesamt gelte es, so Schmidt, die aktuelle Entwicklung dennoch aufmerksam zu beobachten.

Kaum Bewegung gab es auch bei den Bürgergeldbeziehenden. So sank die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten im April um 2 Personen auf 15.883 Personen. Das waren immerhin 852 weniger als im Vorjahresmonat. Im Berichtsmonat betreute das Jobcenter außerdem 5.985 nicht erwerbsfähige Leistungsberechtigte, in der Regel Kinder unter 15 Jahren. Hier fiel der Rückgang mit -36 (-0,6 Prozent) immerhin etwas deutlicher aus. Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften ging um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vormonat zurück. 

Der Arbeitsmarkt im Münsterland

Die Arbeitslosigkeit im Münsterland ist im April stabil geblieben. Mit einer Arbeitslosenquote von 5,9 Prozent lag sie im nun abgelaufenen Monat exakt auf dem Niveau des Vormonats. Allerdings waren im April mit 48.061 arbeitslos gemeldeten Personen 124 mehr von Arbeitslosigkeit betroffen als noch im März dieses Jahres. Etwas deutlicher zeigt sich die Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr. So waren vor einem Jahr noch 635 Personen mehr arbeitslos gemeldet als im aktuellen Berichtsmonat. Die Arbeitslosenquote lag damals mit 5 Prozent um 0,1 Prozentpunkte höher.

Im April wurden den Arbeitsagenturen im Münsterland 2.126 freie Stellen gemeldet, 165 weniger als noch im März dieses Jahres. Damit waren es sogar 458 weniger als im Vorjahresmonat. Der Bestand an insgesamt gemeldeten Stellen lag hingegen mit 12.316 um 64 höher als im Vormonat.