Agentur für Arbeit Rheine | Der Arbeitsmarkt im Mai

01.06.2026 | Presseinfo Nr. 29

Der Arbeitsmarkt im April

Der Mai brachte eine sinkende Arbeitslosigkeit in den Kreis Steinfurt. Die Agentur für Arbeit Rheine verzeichnete in diesem Monat 14.069 Arbeitslose und damit 243 weniger als noch im Vormonat. Die Arbeitslosenquote sank ebenfalls. Sie lag mit 5,2 Prozent um 0,1 Prozentpunkte niedriger als noch im April dieses Jahres.

„Wir erleben damit eine leichte Frühjahrsbelebung, die im Mai etwas stärker war als noch im April“, ordnet Reiner Zwilling, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rheine, ein und ergänzt: „Üblicherweise ist dieser Effekt schon im April deutlich zu spüren. Die weiterhin angespannte Lage der Wirtschaft hat aber offenbar dafür gesorgt, dass wir diese typische Belebung erst jetzt am Arbeitsmarkt wirklich spüren“, so der Arbeitsmarktexperte. Allerdings handele es sich dabei eher um einen saisonalen Effekt, nicht um eine Trendwende am Arbeitsmarkt, wie Zwilling betont.

Etwas verhaltener fällt der Vergleich mit dem Vorjahr aus. Im Mai des letzten Jahres waren noch 46 Menschen weniger arbeitslos als im aktuellen Berichtsmonat. Die Arbeitslosenquote lag jedoch ebenfalls bei 5,2 Prozent. „Auch hier zeigt sich, dass die lahmende Konjunktur am Arbeitsmarkt Spuren hinterlässt“, so Zwilling.

Die Arbeitslosigkeit in der Arbeitslosenversicherung (SGB III)
Leichter Rückgang im Mai

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung ist die Arbeitslosigkeit im Mai gegenüber dem Vormonat leicht gesunken. Mit 5.132 arbeitslos gemeldeten Personen waren es 112 weniger als noch im April. Die Arbeitslosenquote lag bei 1,9 Prozent. „Viele Unternehmen bewegen sich wirtschaftlich gerade in unsicheren Zeiten. Die Lage der Weltwirtschaft, die vor allem durch die Kriege in der Ukraine und dem Nahen Osten beeinflusst wird, sorgt für große Herausforderungen bei den Betrieben in der Region“, so Reiner Zwilling. Viele würden versuchen, die Beschäftigten zu halten, aber nicht immer gelänge dies. Gleichzeitig ist man bei der Einstellung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zurückhaltend. So meldeten die Unternehmen im Mai zwar 534 neue freie Stellen, aber damit auch 8 weniger als noch im April und sogar 112 weniger als vor einem Jahr.

„Das sorgt dafür, dass es aktuell etwas schwerer ist, eine neue Anstellung zu finden. Hier ist auch die größte Herausforderung am Arbeitsmarkt zu sehen“, so Zwilling. So sei die steigende Arbeitslosigkeit zum größten Teil nicht auf zahlreiche Entlassungen zurückzuführen, sondern eher darauf, dass weniger Menschen als üblich eine neue Anstellung fänden.

Das wird auch besonders mit dem Blick auf den Vorjahresmonat deutlich. So liegt die Arbeitslosigkeit in der Arbeitslosenversicherung aktuell um 511 Personen höher als noch vor einem Jahr. „Das ist kein rasanter Anstieg. Es zeigt aber, wie angespannt die Situation weiterhin ist“, so die Einordnung von Zwilling.

Entwicklungen im Bereich der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II)

Rückgang an Arbeitslosen

Weniger Menschen im Bürgergeldbezug

8.937 Menschen waren im Mai arbeitslos in der Grundsicherung für Arbeitsuchende im Kreis Steinfurt gemeldet. Das waren 131 weniger (-1,4 Prozent) als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr fiel der Rückgang mit 465 Personen bzw. 4,9 Prozent noch deutlicher aus. Die Arbeitslosenquote sank im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf nunmehr 3,3 Prozent. 

Besonders deutlich fällt die positive Entwicklung bei der Gruppe der unter 25-jährigen sowie den ausländischen Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahr auf. Hier verzeichnet das jobcenter Kreis Steinfurt einen deutlichen Rückgang von -12,9 bzw. 12,1 Prozent. Die Arbeitslosenquote der Ausländer verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr um -2,6 Prozentpunkte und liegt im Berichtsmonat bei 12,0 Prozent. 

Rückgänge verzeichnet das Jobcenter auch bei den Menschen, die auf Bürgergeldleistungen angewiesen sind. So sank die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten um 0,4 Prozent auf insgesamt 15.769 Personen im Mai. Zugleich ist die Zahl der nicht erwerbsfähigen Leistungsberechtigten – hierbei handelt es sich fast ausschließlich um Kinder unter 15 Jahren – um 1,8 Prozent geschrumpft. Im Mai waren 5.937 nicht erwerbsfähige Leistungsberechtigte auf das Bürgergeld angewiesen. Weniger Menschen im Leistungsbezug bedeutet auch weniger Haushalte, die auf Unterstützung angewiesen sind. Daher sank auch die Zahl der Bedarfsgemeinschaften um 0,5 Prozent auf nunmehr 11.365.  

Der Arbeitsmarkt im Münsterland

Die Arbeitslosigkeit im Münsterland ist im Mai gesunken. So waren im nun abgelaufenen Monat insgesamt 46.992 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 1.069 weniger als noch im April dieses Jahres. Auch im Vergleich mit dem Vorjahr ist ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen. So liegt die Arbeitslosigkeit aktuell um 1.615 Personen niedriger als noch im Mai des vergangenen Jahres.

Die Arbeitslosenquote ist entsprechend ebenfalls leicht zurückgegangen. Mit 4,8 Prozent im aktuellen Berichtsmonat liegt sich um 0,1 Prozentpunkte unter dem Wert des Vormonates und sogar um 0,2 Prozentpunkte niedriger als im vergangenen Jahr zu diesem Zeitpunkt.

Neben der gesunkenen Arbeitslosigkeit gibt es eine zweite positive Entwicklung am regionalen Arbeitsmarkt. Die Unternehmen im Münsterland meldeten wieder mehr freie Stellen. So konnten die Arbeitsagenturen im Mai 2.417 neue Stellenmeldungen entgegennehmen und damit 291 mehr als noch im April dieses Jahres. Gleichzeitig sind es 366 neue Stellen mehr als noch vor einem Jahr zu diesem Zeitpunkt. Insgesamt sind derzeit 12.474 freie Stellen im Bestand der Agentur für Arbeit gelistet.