Noch mehr Ausbildungsstellen als Bewerbende
Die Unternehmen im Bezirk der Agentur für Arbeit Rheine setzen auf junge Talente. Viele Arbeitgeber sind aktuell allerdings weiterhin auf der Suche nach jungen Menschen, die eine Berufsausbildung beginnen möchten. Für Jugendliche, die im Sommer in die Ausbildung starten wollen, gibt es damit noch viele Möglichkeiten.
Im Mai kamen 0,68 noch unversorgte Bewerber und Bewerberinnen auf eine unbesetzte Ausbildungsstelle. „Aus Sicht der Bewerberinnen und Bewerber sind das gute Nachrichten, denn ihnen bieten sich damit zahlreiche Chancen“, berichtet Reiner Zwilling, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rheine. Aktuell sind 924 junge Menschen im Kreisgebiet ohne Ausbildungsplatz oder anderer Alternative für das bald startende Ausbildungsjahr.
„Auf der anderen Seite zeichnet sich aber schon jetzt deutlich ab, dass nicht alle Betriebe ihre Ausbildungsplätze besetzt bekommen“, so Zwilling. Er fügt an: „Sie setzen auf junge Menschen, um sich gute Fachkräfte für die Zukunft zu sichern. Daher bedeutet es eine zusätzliche Herausforderung, wenn diese nicht gefunden werden.“
Für die Jugendlichen sieht Zwilling allerdings trotz der guten Ausgangslage keinen Grund sich auszuruhen: „Wer aktuell auf der Suche ist, sollte seine Strategie überdenken, nochmal querdenken und Alternativen in Betracht ziehen. Ich empfehle dazu ein Beratungsgespräch mit der Berufsberatung, um die Möglichkeiten auszuloten und eine erfolgreiche Strategie zu entwickeln.“ Denn, so betont der Ausbildungsmarktexperte, ein Ausbildungsvertrag sei trotz der guten Ausgangslage kein Selbstläufer.
Seit Oktober 2025, dem Beginn des aktuellen Berichtsjahres, meldeten sich bislang 2.261 Jugendliche bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur als Bewerberin und Bewerber, 29 mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Unternehmen meldeten hingegen mit 2.576 Ausbildungsplätzen 29 weniger. Aktuell sind davon noch 1.350 unbesetzt.
Hinweis
Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen ist aktuell unterzeichnet, es werden auf Bundesebene schätzungsweise rund sechs Prozent Ausbildungsstellen zu wenig ausgewiesen. Hintergrund sind veränderte Prozesse in Fachverfahren der Bundesagentur für Arbeit (BA). Diese müssen noch in die statistische Erhebung integriert werden.
Die BA überprüft und vereinfacht derzeit Prozesse, um Angebote für Arbeitgebende und Unternehmen zu verbessern und bürokratischen Aufwand zu reduzieren.
Seit April 2025 können Ausbildungsstellen auch ohne erfasste Ausbildungsberechtigung im Arbeitgeberservice aufgenommen werden, da diese von den Kammern geprüft wird. Die BA senkt damit bürokratische Hürden für Unternehmen. Diese Verfahrensänderung muss noch in die statistische Erhebung integriert werden, das wird im Sommer abgeschlossen.