Bürgerinnen und Bürger erwarten von Behörden einen schnellen, transparenten und nutzerfreundlichen digitalen Service. Das gilt im ländlichen Raum, in dem die Wege lang sein können, ganz besonders. Alle Anliegen sollten online und bequem von überall aus zügig geklärt werden können. In den Partnerkommunen Ladbergen, Lengerich, Lienen und Tecklenburg ist das in vielen Fällen schon Realität. Jetzt ergänzt die Arbeitsagentur mit dem Modellprojekt der sogenannten digitalen Eingangszone die Digitalstrategie der Region.
Sich arbeitsuchend oder arbeitslos melden, Arbeitslosengeld beantragen, Bescheinigungen hochladen, Veränderungen mitteilen: All das sollen die Menschen im Bezirk der Arbeitsagentur Lengerich, zu denen auch die Kommunen Ladbergen, Lienen und Tecklenburg gehören, ab dem 1. Juli per App oder über die digitalen eServices erledigen, so beschreibt Axel Pieper, operativer Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Rheine, das zwölfmonatige Pilotprojekt. Das spare nicht nur Wege: „Die digitalen Prozesse sorgen auch dafür, dass wir bei der Bearbeitung von Kundenanliegen spürbar schneller sind“, so Pieper. Digital hochgeladene Unterlagen müssen nicht mehr erst eingescannt und an die richtige Bearbeitungsstelle weitergeleitet werden, sondern sind unmittelbar in der sogenannten E-Akte verfügbar. „Wenn es um die Berechnung und Auszahlung von Arbeitslosgengeld geht, ist das ein deutlicher Vorteil für unsere Kundinnen und Kunden“, nennt Pieper ein Beispiel. Spezielle Authentifizierungssoftware sorgt dafür, dass die Daten gesichert sind. „Auch das ist ein Vorzug gegenüber dem althergebrachten Briefkasten“, so der Agenturgeschäftsführer.
„Schon jetzt nutzen viele unsere BA-mobil-App oder unsere online-Angebote. Neu ist, dass wir im Bezirk Lengerich nun komplett auf die Nutzung der digitalen Services setzen“, erklärt Pieper. Damit passe sich die Arbeitsagentur der umfassenden Digitalstrategie der Region an und ergänze diese sehr gut, fügt er hinzu. Björn Schilling, Bürgermeister der Stadt Lengerich, bewertet die neue Ausrichtung der Arbeitsagentur positiv: „Die digitale Transformation ist für unsere Stadt und die Region eine zentrale Aufgabe. Passende Online-Service-Angebote bringen für die Menschen, die hier leben, einen echten Mehrwert“. Das sieht auch Ladbergens Bürgermeister Torsten Buller so. „Gegenüber anderen Regionen sind wir hier weit vorne. Das ist das ein klares Plus für die Attraktivität als Lebens- und Wirtschaftsraum“, sagt er. Als Zusammenschluss „Triple L-T“. haben die vier Kommunen Lengerich, Ladbergen, Lienen und Tecklenburg, schon vor einigen Jahren den Grundstein dafür gelegt, berichtet Arne Strietelmeier, Bürgermeister der Stadt Lienen: „Flächendeckend steht unseren Bürgerinnen und Bürgern sowie den Unternehmen ein leistungsfähiges Glasfasernetzwerk zur Verfügung“.
„Das ist natürlich eine hervorragende Voraussetzung für unsere digitale Strategie“, unterstreicht Pieper. Rund 70 Dienstleistungen der Arbeitsagentur können bereits online erledigt werden. Das persönliche Gespräch werde nicht ersetzt, betont Andrea Deupmann, Bereichsleiterin in der Agentur für Arbeit Rheine. „Wenn es beispielsweise um die Berufsorientierung von jungen Menschen, die Suche nach einer neuen Arbeitsstelle oder das Thema Weiterbildung geht, setzen wir auch weiterhin auf die individuelle und persönliche Beratung“, so Deupmann. „Bürgernahe und professionelle Dienstleistungen umfassen im Idealfall beides: ein intuitives digitales Serviceangebot und die persönliche Beratung für komplexe und individuelle Anliegen“, sagt Tecklenburgs Bürgermeister Stefan Streit. Das neue Pilotprojekt der Arbeitsagentur in Lengerich gehe genau diesen Weg, fasst Axel Pieper zusammen.
Mehr Informationen gibt es unter www.arbeitsagentur.de/vor-ort/rheine/lengerich.