Im Bezirk der Agentur für Arbeit Rheine ist die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat leicht gesunken. So waren im Juni 13.933 Menschen bei der Arbeitsagentur oder einem kommunalen Jobcenter arbeitslos gemeldet. Damit waren es 136 weniger als noch im Mai dieses Jahres. Die Arbeitslosenquote veränderte sich hingegen nicht und blieb bei 5,2 Prozent
„Trotz des leichten Rückgangs der Arbeitslosigkeit bleibt die Lage am Arbeitsmarkt weiterhin gedämpft“, ordnet Axel Pieper, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Rheine, ein. So sei der Arbeitsmarkt in der Region insgesamt durch die schwache Konjunktur geprägt. „Die Krisen der Welt sorgen weiterhin dafür, dass viele Arbeitgeber vor verschiedenen Herausforderungen stehen und durch unsichere Zeiten gehen. Das bedeutet auch, dass Einstellungen in vielen Fällen durch die Personalverantwortlichen zurzeit zurückgestellt werden“, so Pieper. Daher sei es aktuell schwieriger für Menschen, die arbeitslos sind, eine neue Anstellung zu finden.
Die angespannte Lage zeigt sich auch mit Blick auf das Vorjahr. So sind aktuell 82 Personen mehr arbeitslos gemeldet als noch vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote lag ebenfalls bei 5,2 Prozent.
Die Arbeitslosigkeit in der Arbeitslosenversicherung (SGB III)
Leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit
Im Bereich der Arbeitslosenversicherung ist die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat leicht angestiegen. So waren im Mai 5.183 Personen arbeitslos gemeldet und damit 51 mehr als noch im Vormonat. Axel Pieper, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Rheine ordnet ein: „Viele Unternehmen versuchen in der aktuell schwierigen Lage ihr Personal zu halten. Nicht immer gelingt das. In diesem Fall müssen sich die Betroffenen dann arbeitslos melden.“ Konjunkturelle Entwicklungen machten sich in der Regel im Bereich der Arbeitslosenversicherung bemerkbar, betont der Arbeitsmarktexperte und erklärt weiter: „Das schlägt sich dann in einer steigenden Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitslosenversicherung nieder“.
Dass die Unternehmen die Auswirkungen der wirtschaftlichen Krisen durch Energiekosten und Folgen der Kriege in der Ukraine und dem Iran spüren, zeigt sich besonders mit einem Blick auf das Vorjahr. Im Juni des vergangenen Jahres lag die Arbeitslosigkeit nämlich noch um 577 Personen niedriger. Die Arbeitslosenquote lag damals bei 1,7 Prozent und damit um 0,2 Prozentpunkte niedriger als im aktuellen Berichtsmonat (1,9 Prozent).
„Die Nachfrage nach neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist dementsprechend auch auf einem niedrigen Niveau,“ ordnet Axel Pieper ein. Die Unternehmen im Kreis Steinfurt meldeten im Juni 529 neue Stellen bei der Agentur für Arbeit und damit 5 weniger als im Vormonat. Gleichzeitig sind es 39 weniger als im Vorjahresmonat. „In solch unsicheren Zeiten ist es nachvollziehbar, dass weniger Personal eingestellt wird“, betont Pieper und ergänzt: „Damit ist es aber für Menschen in der Arbeitslosigkeit auch schwerer, eine neue Anstellung zu finden.“ Möglichkeiten gäbe es aber dennoch. „Insbesondere Fachkräfte haben immer noch Chancen“, so Pieper
Entwicklungen im Bereich der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II)
Weiterhin sinkende Zahlen in der Grundsicherung
Kontinuierlich gute Entwicklung im SGB II
Die Lage am Arbeitsmarkt im Bereich der Grundsicherung für Arbeitsuchende im Kreis Steinfurt zeigt weiterhin eine positive Entwicklung. Im Juni waren 8.750 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 187 Personen oder 2,1 Prozent weniger als im Mai. Im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich ein noch deutlicherer Rückgang von 5,4 Prozent.
Auch die Arbeitslosenquote ist erneut gesunken. Sie verringerte sich im dritten Monat in Folge um 0,1 Prozentpunkte und liegt nun bei 3,2 Prozent.
Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung bei einzelnen Gruppen: Die Zahl der unter 25-Jährigen Arbeitslosen sowie der ausländischen Arbeitslosen ging im Vergleich zum Vormonat jeweils um 2,9 beziehungsweise 2,7 Prozent zurück. Im Jahresvergleich beträgt der Rückgang in beiden Gruppen jeweils über zwölf Prozent.
Parallel dazu ist auch die Zahl der Menschen gesunken, die auf Leistungen der Grundsicherung angewiesen sind. Im Juni bezogen 21.482 Frauen, Männer und Kinder entsprechende Leistungen – 170 weniger als im Mai. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das einen Rückgang um 1.230 Personen oder 5,4 Prozent.
Entsprechend reduzierte sich auch die Zahl der Bedarfsgemeinschaften. Aktuell werden 11.218 Haushalte vom Jobcenter betreut. Das sind 99 weniger als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr liegt die Zahl um rund 750 Bedarfsgemeinschaften niedriger.
„Die aktuellen Zahlen unterstreichen die seit rund 12 Monaten kontinuierlich gute Entwicklung in der Grundsicherung für Arbeitsuchende. Unsere Arbeit wirkt“, zeigt sich Tanja Schmidt, Vorständin jobcenter Kreis Steinfurt, zufrieden.
Der Arbeitsmarkt im Münsterland
Im Münsterland ist die Arbeitslosigkeit im Juni gesunken. Gegenüber dem Vormonat ging die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte auf 4,7 Prozent zurück. Die Zahl der arbeitslosen Menschen in der Region sank um 569 auf nun 46.423 Personen.
Deutlicher zeigt sich die Entwicklung im Vergleich mit dem Vorjahresmonat. So waren im aktuellen Berichtsjahr 2.175 Personen weniger arbeitslos gemeldet als im Juni des vergangenen Jahres. Die Arbeitslosenquote lag damals noch bei 5 Prozent und damit spürbar höher.
Durch die Unternehmen und Verwaltungen im Münsterland wurden im Juni 2.103 neue freie Stellen bei den Arbeitsagenturen gemeldet. Das waren 314 weniger als noch im Mai dieses Jahres. Gleichzeitig waren das 182 mehr als vor einem Jahr zu diesem Zeitpunkt. Insgesamt waren dabei im aktuellen Berichtsmonat 12.549 freie Stellen bei den Agenturen für Arbeit gemeldet.