Agentur für Arbeit Rheine | Der Arbeitsmarkt im Juli

03.08.2026 | Presseinfo Nr. 41

Der Arbeitsmarkt im Juli

Der Juli brachte im Bezirk der Agentur für Arbeit Rheine eine steigende Arbeitslosigkeit. Mit 14.359 Arbeitslosen verzeichnete die Arbeitsagentur 426 Personen mehr als noch im Vormonat. Die Arbeitslosenquote kletterte im Vergleich zum Juni dieses Jahres um 0,1 Prozentpunkte auf 5,3 Prozent.

„Vor allem saisonale Effekte sind für den Anstieg der Arbeitslosigkeit verantwortlich“, erklärt Axel Pieper, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Rheine. So liefen zum Ende des ersten Halbjahres zahlreiche befristete Arbeitsverträge aus, die nicht immer verlängert würden. Zeitgleich endeten viele Ausbildungen für Jugendliche mit Bestehen der Prüfung. Auch sie würden nicht immer alle übernommen und meldeten sich deshalb zunächst arbeitslos.

Doch nicht nur saisonale Effekte sind für einen Anstieg der Arbeitslosigkeit verantwortlich. Auch die anhaltende konjunkturell angespannte Situation hat Einfluss auf den regionalen Arbeitsmarkt. Das wird besonders beim Blick auf den Vorjahresmonat deutlich. So sind aktuell 75 Personen mehr arbeitslos gemeldet als noch im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote lag zu dieser Zeit ebenfalls bei 5,3 Prozent. „Es sind keine starken Anstiege zu erkennen, das ist erfreulich. Die Entwicklung zeigt aber, dass die Lage bei den Unternehmen oftmals durchaus angespannt ist“, betont Pieper.

Die Arbeitslosigkeit in der Arbeitslosenversicherung (SGB III)
Arbeitskräftenachfrage steigt leicht

„Auch wenn die konjunkturelle Lage für viele Unternehmen weiterhin angespannt ist, zeigt eine leicht gestiegene Arbeitskräftenachfrage, dass es für arbeitslose Menschen durchaus Chancen am Arbeitsmarkt gibt“, betont Axel Pieper, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Rheine. So meldeten die Unternehmen im Bezirk der Arbeitsagentur Rheine im Juli 586 neue freie Stellen, 57 mehr als im Juni und 39 mehr als vor einem Jahr zu diesem Zeitpunkt.

„Das sind keine großen Schritte, aber dennoch zeigt sich, dass weiterhin Personal gebraucht wird“, so Pieper. Auch der Bestand an insgesamt gemeldeten Stellen stieg leicht. Er lag im Juli bei 3.165 und damit um 42 höher als noch im Vormonat. „Dahinter verbergen sich über 3.000 Chancen für Arbeitsuchende in der Region“, betont der Arbeitsmarktexperte.

Trotz der leicht gestiegenen Arbeitskräftenachfrage ist die Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitslosenversicherung im Juli gegenüber dem Vormonat gestiegen. Mit 5.560 Arbeitslosen waren es 377 mehr als noch im Vormonat, was einem Anstieg um 7,3 Prozent beträgt. Auch die Arbeitslosenquote ist angestiegen. Sie lag mit 2,1 Prozent um 0,2 Prozentpunkte höher als noch im Vormonat.

„Eine steigende Arbeitslosigkeit war zu erwarten. Das liegt vor allem an saisonalen Effekten, die wir in jedem Jahr beobachten können“, ordnet Axel Pieper ein. So sei das Ende viele befristeter Verträge genauso typisch, wie das Ende zahlreicher Ausbildungsverhältnisse. Letzteres führe zu einem spürbaren Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit. Demnach ist die Zahl arbeitsloser Jugendlicher im Alter von 15 bis unter 25 Jahren gegenüber dem Vormonat um 297 Personen angestiegen und liegt nun bei 897. „Üblicherweise sinkt die Jugendarbeitslosigkeit in den kommenden Monaten wieder. Viele von ihnen kommen direkt aus einer Ausbildung, sind also sehr gefragte junge Talente und finden deshalb schnell wieder eine neue Anstellung.“

Entwicklungen im Bereich der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II)

Leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit im Juli

Deutlicher Rückgang gegenüber dem Vorjahr

Im Juli verzeichnet das jobcenter Kreis Steinfurt 8.799 Arbeitslose in der Grundsicherung für Arbeitsuchende. Gegenüber dem Vormonat entspricht dies einem leichten Anstieg um 49 Personen beziehungsweise 0,6 Prozent. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,1 Prozentpunkte auf jetzt 3,3 Prozent.

Erfreulich ist die Entwicklung im Vergleich zum Vorjahresmonat. So waren im Berichtsmonat 440 Personen weniger arbeitslos gemeldet als noch im Juli 2025. Das ist eine Reduzierung um 4,4 Prozent. Besonders deutlich ist der Rückgang bei den ausländischen Arbeitslosen, deren Zahl innerhalb eines Jahres um 11,1 Prozent gesunken ist. Sie stellen damit aktuell 45,6 Prozent aller Arbeitslosen.

Auch die Anzahl der Menschen, die auf Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende angewiesen sind, blieb gegenüber dem Vormonat nahezu unverändert. Insgesamt erhielten im Juli 15.594 erwerbsfähige Männer und Frauen finanzielle Leistungen vom Jobcenter. Das sind 31 Personen oder 0,2 Prozent weniger als im Juni.

Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften lag im Juli bei 11.263 und damit um 27 Bedarfsgemeinschaften beziehungsweise 0,2 Prozent unter dem Wert des Vormonats. Im Vergleich zum Vorjahresmonat reduzierte sich die Zahl der auf Unterstützung angewiesenen Haushalte um 667 oder 5,6 Prozent.  

Der Arbeitsmarkt im Münsterland

Die Arbeitslosigkeit im Münsterland ist im Juli gegenüber dem Vormonat gestiegen. So waren im aktuellen Berichtsmonat 47.843 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 1.420 Arbeitslose mehr als noch im Juni dieses Jahres. Die Arbeitslosenquote kletterte von 4,7 Prozent im Juni auf nun 4,9 Prozent.

Durch die Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen wurden im Juli 2.833 neue freie Stellen bei den Arbeitsagenturen gemeldet. Damit waren es 730 mehr als noch im Vormonat und sogar 717 mehr als im Vorjahresmonat. Insgesamt standen Arbeitsuchenden im Juli 12.798 freie Stellen zur Verfügung, 249 mehr als noch im Vormonat.