Neue Perspektiven in Verkehrsberufen

24.08.2026 | Presseinfo Nr. 43

Mit neuer Perspektive ans Steuer

Der Bedarf ist groß: Mehr als 500 freie Stellen in Verkehrsberufen wie Bus- oder LKW-Fahrer/in verzeichnet die Arbeitsagentur in Rheine und Umgebung aktuell. Mit Menschen, die arbeitssuchend, gleichzeitig aber auch ausreichend qualifiziert sind, lassen sich die freien Stellen derzeit nicht besetzen – es sind schlichtweg nicht genug. Ein besonderes Beratungsangebot soll nun mehr Interessierte für die zukunftsträchtige Verkehrssparte gewinnen. Beim „Sommercamp Verkehrsberufe“ wurden zahlreichen Arbeitssuchenden Möglichkeiten der Fortbildung und Förderung in Verkehr und Logistik aufgezeigt.

Im Berufsinformationszentrum (BiZ) der Agentur für Arbeit Rheine steht an diesem Tag alles im Zeichen der Verkehrsberufe. Dutzende Bewerberinnen und Bewerber wurden zu individuellen Beratungsterminen eingeladen. Mit ihnen gemeinsam wollen die Berufsberaterinnen und Berufsberater mögliche Qualifizierungsmaßnahmen besprechen. „Wir haben gezielt Arbeitssuchende angesprochen, die bereits Bezüge zu bestimmten Branchen und Tätigkeiten haben“, sagt Beatrice Wellermann, Teamleiterin der Arbeitsvermittlung und Integrationsberatung der Arbeitsagentur Rheine. Dabei handelt es sich beispielsweise um Menschen mit Berufserfahrungen als Auslieferungsfahrer/in oder als Arbeiter/innen im Hoch- und Tiefbau. „Auf Baustellen werden immer wieder LKW benötigt, um Material an- und abzutransportieren. Mit einem LKW-Führerschein als Zusatzqualifikation erhöhen die Bewerbenden ihre Chancen auf eine neue Anstellung daher deutlich“, weiß die Arbeitsmarktexpertin aus Erfahrung.

Wer bereits Interesse an Personenbeförderung gezeigt habe, eigne sich ebenfalls sehr gut für eine Fort- oder Weiterbildung. „Auch der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) sucht dringend nach geeigneten Mitarbeitenden, die sich eine langfristige Perspektive wünschen“, erklärt Wellermann. Beraten wird im Sommercamp Verkehrsberufe jeweils im Einzelgespräch. Arbeitsvermittlerin Sarah Evers zieht am Ende der Veranstaltung eine positive Bilanz: „Unser Ziel ist es immer, Bewerberinnen und Bewerber dauerhaft in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren“, sagt sie. „Dabei sind wir ein paar große Schritte vorangekommen.“ Ein junger Familienvater macht in ihrer Beratung gleich Nägel mit Köpfen. „Er hat bereits mehrere Jahre Erfahrung im Hochbau aufzuweisen, nun möchte er sich gerne zum LKW-Fahrer weiterbilden lassen.“ 

Möglich wird das durch einen Bildungsgutschein der Arbeitsagentur. Der stellt sicher, dass die Fortbildungskosten übernommen werden, sofern der Rheinenser während seiner Arbeitslosigkeit mit der Weiterbildung beginnt. Gezahlt werden bei Bedarf unter anderem Lehrgangsgebühren, die Fahrten zum Weiterbildungsort sowie gegebenenfalls Kosten für eine Kinderbetreuung. „Mit dem ausgestellten Gutschein kann sich der Bewerber jetzt an zertifizierte Bildungsträger wenden und dort direkt auch mit der gewählten Ausbildung beginnen“, erläutert Evers.

„Insgesamt sind wir sehr zufrieden“, so das Fazit von Beatrice Wellermann. „45 Personen nahmen das individuelle Beratungsangebot zu den Verkehrsberufen wahr. Viele von ihnen konnten positive Denkanstöße und eine mögliche neue Perspektive mitnehmen. Mehrere Weiterbildungsmaßnahmen sind konkret in Planung.“ Gut möglich, dass nicht wenige von ihnen nun das Steuer ihrer Karriereplanung als künftige Busfahrerin, als Lokführer, Disponent, Speditionskauffrau oder Servicefahrer in die Hand nehmen werden.