Der Arbeitsmarkt im Februar | Agentur für Arbeit Rheine

27.02.2026 | Presseinfo Nr. 9

Die Arbeitslosigkeit ist im Februar im Bezirk der Agentur für Arbeit Rheine gegenüber dem Vormonat angestiegen. Mit 14.445 arbeitslos gemeldeten Personen waren es 226 mehr als im vergangenen Monat. Die Arbeitslosenquote nahm um 0,1 Prozentpunkte auf nun 5,4 Prozent zu.

„Zum Teil ist dieser Anstieg auf saisonale Effekte zurückzuführen, allerdings wirkt die aktuelle konjunkturelle Lage weiterhin belastend für den Arbeitsmarkt“, erklärt Reiner Zwilling, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rheine. So seien die Unternehmen der Region in den letzten Monaten bei der Einstellung neuer Mitarbeiter sehr zurückhaltend gewesen. „Das bedeutet dann auch weniger Chancen für arbeitslose Menschen, die eine neue Beschäftigung suchen.“

Der Vergleich mit dem Vorjahresmonat zeigt jedoch eine leicht positive Entwicklung. So waren im Februar des vergangenen Jahres noch 46 Personen mehr arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote blieb allerdings unverändert bei 5,4 Prozent. 

Die Arbeitslosigkeit in der Arbeitslosenversicherung (SGB III)
Saisonaler Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung ist die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Rheine im Februar gestiegen. Mit 5.398 arbeitslos gemeldeten Personen waren es 183 mehr als noch im Januar dieses Jahres. Die Arbeitslosenquote wuchs leicht von 1,9 auf nun 2 Prozent. Besonders deutlich war der Anstieg der Arbeitslosigkeit in der Personengruppe der Jugendlichen, also jungen Menschen im Alter zwischen 15 und unter 25 Jahren. Im Februar waren 697 von ihnen arbeitslos gemeldet, 80 mehr als im Vormonat, was einem Anstieg um 13 Prozent entspricht.

Für Reiner Zwilling, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rheine, ist dies eine erwartbare Entwicklung: „Wir sehen einen saisonalen Effekt, der sich jährlich wiederholt. Im Januar werden in zahlreichen Ausbildungsberufen die Abschlussprüfungen durchgeführt. Junge Menschen können oder wollen nach dem Ende der Ausbildung aber nicht immer im Betrieb bleiben. Sie melden sich dann zunächst arbeitslos.“ Allerdings, so betont Zwilling, seien junge Talente am Arbeitsmarkt gefragt, sodass viele von ihnen recht schnell eine neue Anstellung finden. „Daher gehen wir davon aus, dass die Jugendarbeitslosigkeit in den kommenden Monaten wieder sinken wird.“

Der Arbeitsmarktexperte wirft auch einen Blick auf den Vorjahresmonat. Damals waren noch 536 Personen weniger arbeitslos gemeldet. „Hier zeigt sich sehr deutlich, dass die Situation am Arbeitsmarkt weiterhin angespannt ist. Die konjunkturelle Situation belastet die Betriebe in der Region“, ordnet Zwilling ein. So ist auch die Arbeitslosenquote vor einem Jahr mit 1,8 Prozent noch um 0,2 Prozentpunkte niedriger gewesen. „Wir wissen, dass viele Unternehmen bemüht sind, die eigenen Mitarbeiter zu halten. Leider gelingt das nicht immer“, erklärt der Arbeitsmarktexperte.

Aus diesen konjunkturellen Unsicherheiten heraus ist auch die Nachfrage nach neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weiterhin niedrig. Zwar meldeten die Arbeitgebenden im Kreisgebiet im Februar mit 554 neuen freien Stellen 140 mehr als im Vormonat, was einem Anstieg um fast 34 Prozent entspricht. Allerdings sind das auch 70 weniger als im Vergleichsmonat des Vorjahres. „Die Meldung neuer Stellen ist weiterhin auf einem niedrigen Niveau, was es Menschen auf Jobsuche schwer macht“, so Zwilling.
Insgesamt stehen den Arbeitsuchenden im Agenturbezirk aktuell 3.152 Stellen in der Jobbörse der Arbeitsagentur zur Verfügung. Damit ist der Bestand um 6 Ausschreibungen größer als im Vormonat, aber um 52 niedriger als im Vorjahresmonat.

 

Entwicklungen im Bereich der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II)

Kaum Bewegung am Arbeitsmarkt

Im Kreis Steinfurt ist im Februar die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen in der Grundsicherung für Arbeitsuchende leicht um 0,5 Prozent gestiegen. Arbeitslos gemeldet waren 9.047 Frauen und Männer, die kreisweite Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 3,4 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr waren damit 582 Menschen oder 6,0 Prozent weniger arbeitslos gemeldet. Besonders erfreulich ist die Entwicklung der arbeitslos gemeldeten Ausländer. Hier verzeichnet das jobcenter Kreis Steinfurt im Vergleich zum Vorjahresmonat sogar einen Rückgang von 743 oder 15,0 Prozent auf nunmehr 4,195 arbeitslose Personen. 

Kaum Bewegung gab es bei den Zu- und Abgängen in Arbeitslosigkeit. Im Berichtsmonat meldeten sich 989 Personen erstmalig oder nach einer Unterbrechung erneut beim jobcenter Kreis Steinfurt arbeitslos. Das waren 43 mehr als im Januar. Diesen Zugängen standen 949 Abgänge gegenüber. 

Im Vergleich zum Vormonat gab es keine Veränderung bei der Anzahl der Bedarfsgemeinschaften. Insgesamt waren 11.506 Haushalte auf die Unterstützung durch das Jobcenter angewiesen. Das waren 4 mehr als im Vormonat. Dementsprechend ist auch die Zahl der auf Bürgergeld angewiesenen Männer und Frauen im Vergleich zum Januar nicht gestiegen und liegt unverändert bei 15.886 Personen. Allerdings fällt der Vergleich mit dem Vorjahresmonat positiv aus. So betreute das Jobcenter ein Jahr zuvor noch 6,2 Prozent mehr Männer und Frauen sowie 6,6 Prozent mehr Bedarfsgemeinschaft als im jetzigen Berichtsmonat.

Der Arbeitsmarkt im Münsterland

Die Arbeitslosigkeit im Münsterland hat sich im Februar gegenüber dem Vormonat nur wenig verändert. Die Arbeitslosenquote lag im Berichtsmonat mit 5 Prozent exakt auf dem Niveau des Vormonats. Mit 48.808 waren erfreulicherweise 215 Personen weniger arbeitslos gemeldet.

Die Arbeitslosigkeit im Münsterland liegt aktuell deutlich niedriger als noch vor einem Jahr.  So waren im Februar des vergangenen Jahres noch 1.122 Personen mehr arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote betrug damals 5,2 Prozent.

Im aktuellen Berichtsmonat meldeten die Unternehmen im Münsterland 2.326 freie Stellen bei den Arbeitsagenturen und damit 680 mehr als im Januar. Der Bestand kletterte ebenfalls von 11.882 im Vormonat auf nun 12.125 freie Stellen.