Der Arbeitsmarkt in der Region zeigt sich auch in der aktuell wirtschaftlich anspruchsvollen Zeit robust: Die Arbeitslosenzahl ist im Februar um 89 Personen auf 11.025 zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote ist um 0,1 Prozentpunkte auf 3,4 Prozent gesunken.
Dr. Nicole Cujai, die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rosenheim, sagt zur Lage auf dem Arbeitsmarkt: „Die Arbeitslosenquote bleibt mit 3,4 Prozent im Zehnjahresvergleich weiterhin auf höherem Niveau. Jedoch kann als positiv gewertet werden, dass die Arbeitslosenquote im Februar erstmals seit September 2023 wieder dem Vorjahresniveau entspricht. Anzeichen dafür, dass der Arbeitsmarkt trotz aller konjunktureller Herausforderungen grundsätzlich robust ist und auch in Zukunft Möglichkeiten bietet, sind auch, dass die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bis August 2025 (das sind die aktuellsten vorliegenden Werte) im Vorjahresvergleich (+1.230) weiter leicht gestiegen ist und die Zahl der gemeldeten Stellenangebote zuletzt mit 3.729 ebenfalls auf Vorjahresniveau lag. Wir profitieren in unserer Region davon, dass die vielen kleinen Betriebe aus unterschiedlichen Branchen versuchen, auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten an ihren Mitarbeitenden festzuhalten. Zudem ist es positiv, dass große Arbeitgeber in den personalbedarfstragenden Wirtschaftsbereichen Gesundheit und Soziales ihre Standorte hier haben.“
Dr. Cujai erklärt weiter: „In den vergangenen Wochen war wieder viel Bewegung auf dem Arbeitsmarkt: 2.809 Frauen und Männer haben sich neu oder erneut bei der Agentur für Arbeit oder den Jobcentern gemeldet und 2.887 Personen haben sich abgemeldet, weil sie eine neue Arbeit aufgenommen haben oder aus sonstigen Gründen. Mit Blick auf die einzelnen Berufsgruppen sehen wir, dass die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen unter anderem in den Bereichen Papier-, Druckberufe, technische Mediengestaltung (-19 arbeitslos gemeldete Menschen), Reinigung (-12) und Erziehung, soziale, hauswirtschaftliche Berufe (-27) zurückgegangen ist. Insgesamt ist die Arbeitslosenzahl bei den Frauen (-78) stärker gesunken als bei den Männern (-11).“
Auch in diesem Jahr ist die Arbeitslosigkeit im Februar bei der Personengruppe der unter 25Jährigen (+ 96 arbeitslos gemeldete Menschen) stark gestiegen. Dies liegt daran, dass sich junge Menschen nach der erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung erstmals arbeitslos gemeldet haben und nun ihre erste Anstellung als Fachkraft suchen. Weitere sind auf die Agentur für Arbeit zugekommen, weil das erste Zwischenzeugnis während der Ausbildung und / oder der Ausbildungsberuf oder -betrieb nicht richtig passen und sie sich neu oder umorientieren möchten. Zudem haben einige junge Frauen und Männer die Fachoberschule zum Halbjahr abgebrochen und sind nun gemeldet, weil sie eine neue berufliche Orientierung suchen. Die Agenturleiterin betont, dass jeder jungen Frau und jedem jungen Mann dabei geholfen wird, den beruflichen Weg zu finden. Sie wendet sich direkt an Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber und sagt: „Geben Sie den frisch ausgelernten Fachkräften und den jungen Menschen, die einen (neuen) Ausbildungsbetrieb suchen, eine Chance. Sie sichern sich so die Fachkräfte von morgen! Wir helfen Ihnen gerne, die richtige Bewerberin bzw. den richtigen Bewerber zu finden, und unterstützen Sie und die jungen Menschen, damit diese richtig in Ihrem Betrieb ankommen. Informationen und die Kontaktdaten unserer Ansprechpersonen finden Sie unter https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/rosenheim/unternehmen.“
Dr. Cujai nimmt den Bericht für den Monat Februar, in dem sich der Angriffskrieg auf die Ukraine leider zum vierten Mal jährt, auch zum Anlass, um einen Blick auf die Arbeitsmarktsituation der Menschen zu werfen, die von dort schutzsuchend in unsere Region geflüchtet sind. „Wir unterstützen diese Personen dabei, ihren beruflichen Weg in Deutschland zu finden. Zu Bewerberinnen und Bewerbern, die über einen entsprechenden Arbeitsmarktzugang verfügen, stehen unsere Jobcenter in Kontakt, um sie, häufig nach Abschluss des Sprach- bzw. Integrationskurses, bei der Arbeitssuche und Arbeitsaufnahme zu unterstützen. Dabei stehen wir auch in direktem Austausch zu Arbeitgebenden und beraten diese zu möglichen Unterstützungsleistungen. Das Ziel ist, dass langfristige und stabile Ausbildungs- bzw. Arbeitsverhältnisse zustande kommen. Wir haben in unserer Region schon viele positive Integrationen in Arbeit – und das auf verschiedenen Qualifikationsniveaus, und die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit ukrainischer Staatsbürgerschaft steigt kontinuierlich an. Im August 2025 waren in unserem Agenturbezirk 1.453 Bürgerinnen und Bürger mit ukrainischer Staatsbürgerschaft sozialversicherungspflichtig beschäftigt (August 2024: 1.118).“
Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat soeben einen Bericht veröffentlicht, der ebenfalls deutliche Fortschritte bei der Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten aus der Ukraine konstatiert (https://doku.iab.de/kurzber/2026/kb2026-03.pdf ). Der Bericht weist auch darauf hin, dass die vergleichsweise günstigen institutionellen Bedingungen mit einem frühen Arbeitsmarktzugang, frühzeitiger Sprachförderung und einer intensiven Betreuung durch die Jobcenter dazu mit beigetragen haben.
Der Arbeitsmarkt in den einzelnen Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:
Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 5,5 Prozent (Vormonat: 5,5 Prozent; Februar 2025: 5,6 Prozent). Derzeit sind 2.090 Bürgerinnen und Bürger ohne Arbeit. Bei den Kundinnen und Kunden, die nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) III durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, sank die Arbeitslosenzahl um 2 auf 1.171. Für 919 arbeitslose SGB II-Kundinnen und -Kunden, 14 weniger als im Januar, ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig. Insgesamt betreut das Jobcenter 2.080 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1.625 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.
Im Landkreis Rosenheim liegt die Arbeitslosenquote bei 3,4 Prozent (Vormonat: 3,5 Prozent; Februar 2025: 3,3 Prozent). Die Zahl der arbeitslosen Menschen insgesamt für den Landkreis beträgt 5.239. Hier sind 3.264 Männer und Frauen bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 8 weniger als im Vormonat. Beim Jobcenter Landkreis Rosenheim sind 1.975 arbeitslose SGB II-Kundinnen und -Kunden registriert, 48 weniger als im Januar. Insgesamt betreut das Jobcenter 3.894 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 2.963 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.
Im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen beträgt die Arbeitslosenquote 2,5 Prozent (Vormonat: 2,5 Prozent; Februar 2025: 2,5 Prozent). Das entspricht 1.820 beschäftigungslosen Bürgerinnen und Bürgern. Davon sind 1.078 Männer und Frauen, 25 weniger als vor einem Monat, in den Arbeitsagenturen Bad Tölz und Wolfratshausen gemeldet. 742 Betroffene, 4 mehr als im Januar, sind beim Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen arbeitslos gemeldet. Insgesamt betreut das Jobcenter 2.265 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1.704 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.
Im Landkreis Miesbach sind derzeit 1.876 Bürgerinnen und Bürger arbeitslos gemeldet, was einer Quote von 3,2 Prozent (Vormonat: 3,2 Prozent; Februar 2025: 3,3 Prozent) entspricht. Davon sind 1.281 arbeitslose Männer und Frauen bei der Arbeitsagentur in Holzkirchen gemeldet, 10 mehr als im Vormonat. Für die Betreuung der Arbeitslosengeld II-Empfängerinnen und -Empfänger nach dem SGB II ist der Landkreis Miesbach als "zugelassener kommunaler Träger" (optierende Kommune) zuständig. Beim Jobcenter sind 595 Menschen arbeitslos gemeldet, 6 weniger als im Januar. Insgesamt betreut das Jobcenter 1.441 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1.157 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.
Allgemeine Hinweise:
• Ab Berichtsmonat Mai 2025 wurden die Bezugsgrößen zur Berechnung der Arbeitslosenquote aktualisiert.
• Seit Berichtsmonat März 2011 ist die statistische Berichterstattung zu Arbeitslosigkeit und Arbeitsuche auf eine integrierte Datenbasis umgestellt. Die Daten aus VerBIS und XSozial werden in den Statistik-IT-Verfahren nun so zusammengeführt, dass ein zutreffender Verlauf der einzelnen Arbeitslosigkeitsperioden zugrunde gelegt wird – auch dann, wenn Arbeitslose in einen anderen Trägerbezirk wechseln. Insbesondere können durch das neue Verfahren Doppelerfassungen von Arbeitslosen vermieden werden.