Jahresrückblick 2025: Der Arbeitsmarkt zeigt sich trotz schlechter konjunktureller Lage relativ robust

Mehr als 66.000 Kundinnen und Kunden haben sich im vergangenen Jahr bei der Agentur für Arbeit und den Jobcentern an- oder abgemeldet.

16.01.2026 | Presseinfo Nr. 4

Das Jahr 2025 war wie die Vorjahre durch wirtschaftliche Herausforderungen geprägt: Die anhaltenden konjunkturellen Eintrübungen, verbunden mit globalpolitischen Unwägbarkeiten, haben bei Unternehmen weiterhin für Unsicherheiten gesorgt und deren Geschäftstätigkeit belastet. Dies schlägt sich auch auf dem Arbeitsmarkt nieder. Die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rosenheim, Dr. Nicole Cujai, sagt hierzu: „Die Betriebe haben uns im Jahresverlauf mit 8.054 weniger neu zu besetzende Stellen gemeldet als 2024 (-234). Arbeitsuchende hatten es daher häufig schwerer, eine neue Stelle zu finden. Die Zahl der Menschen, die länger als zwölf Monate arbeitslos gemeldet und von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen sind, lag dementsprechend über dem Vorjahreswert (+197). Insgesamt waren bei allen Personengruppen, Männer (+599) wie Frauen (+260), unter 25- (+104) und über 50Jährige (+307) sowie Menschen mit ausländischem Pass (+157) und Personen mit einer Schwerbehinderung (+102), mehr Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen als im Vorjahr“, erklärt die Agenturleiterin und fügt hinzu: „Dass sich die Arbeitslosigkeit in den vergangenen Jahren verfestigt hat, kommt auch dadurch zum Ausdruck, dass im Jahresdurchschnitt mit 10.169 mehr Personen arbeitslos gemeldet waren als in den Vorjahren (2024: 9.310; 2023: 8.406) und auch mehr als im „Corona“-Jahr 2020 (9.740). Auch die durchschnittliche Arbeitslosenquote war mit 3,2 Prozent höher als in den Vorjahren (2024: 2,9 Prozent; 2023: 2,7 Prozent). Im deutschlandweiten Vergleich ist die Lage auf dem regionalen Arbeitsmarkt jedoch weiterhin robust. Vor allem Bewerberinnen und Bewerber mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung haben nach wie vor Chancen eine neue Arbeit zu finden. Und weil ausgebildete Fach- und Arbeitskräfte in einigen Berufen weiterhin rar sind, sind Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber nach wie vor darum bemüht, an diesen festzuhalten. Das trägt zur Stabilisierung des Arbeitsmarktes bei.“

Die Agenturleiterin fährt mit Blick auf die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt im Jahresverlauf fort: „Die abwartende Haltung der Betriebe bei Neueinstellungen und Personalfreisetzungen, die mit dem Beginn der Ukrainekrise 2022 begonnen und sich seitdem fortsetzen, haben dazu beigetragen, dass die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen bereits im Januar 2025 mit 10.934 um 1.117 über dem Vorjahreswert lag. [VH1] Es waren 2.519 Personen mehr arbeitslos gemeldet als Anfang 2022.“ Diese Entwicklung hat sich bis Ende Juni fortgesetzt. Am höchsten war der Abstand im April, als 1.343 Personen mehr arbeitslos gemeldet waren als im Vorjahr. In den Folgemonaten hat die Differenz zur Arbeitslosenzahl des Vergleichsmonats von 2024 kontinuierlich abgenommen. Im Dezember waren mit 9.852 noch 169 Menschen mehr arbeitslos gemeldet als vor einem Jahr. Dabei zeigt sich ein unterschiedliches Bild für die einzelnen Regionen im Agenturbezirk: Während in der kreisfreien Stadt Rosenheim (-43) und im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen (-110) im Dezember weniger Menschen arbeitslos gemeldet waren als Ende 2024, lag der Wert in den Landkreisen Miesbach (+30) und Rosenheim (+292) darüber. 

Passend zur leichten Erholung der Arbeitslosigkeit auf einem nach wie vor hohen Niveau hat sich auch die Zahl der gemeldeten Stellenangebote im Jahresverlauf an die des Vorjahres angenähert: Mit 3.803 waren zu Jahresbeginn um 16,3 Prozent weniger Stellenangebote bei der Agentur für Arbeit gemeldet als Anfang 2024. Der Abstand hat in den Monaten Februar bis Juni auf jeweils mehr als 20 Prozent zugenommen, bevor sich die Werte im zweiten Halbjahr angenähert haben: Im Dezember waren mit 3.536 um 12,0 Prozent weniger Stellenangebote gemeldet als zum Jahresende 2024.

Dr. Cujai erklärt weiter: „Berufsfelder, in denen sich Möglichkeiten bieten, sind beispielsweise (Innen-)Ausbau, Informatik mit Informations- und Kommunikationstechnik sowie Medizinische Gesundheitsberufe wie Pflege. Hier waren im Dezember mehr Stellenangebote gemeldet als vor einem Jahr. Insgesamt profitieren wir in unserer Region von der vielseitigen Wirtschaftsstruktur der zahlreichen vor allem kleineren Betriebe, die darum bemüht sind, ihre Beschäftigten auch in wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten zu halten. Dabei spielen die zukunftsgerichteten Branchen Gesundheit und Soziales, die weiterhin einen hohen Personalbedarf haben, eine wichtige Rolle. Dazu passend war auch die Gesamtzahl der gemeldeten Stellenangebote im historischen Vergleich weiterhin verhältnismäßig hoch. Zudem ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Vorjahresvergleich bis zum letzten

Stichtag am 30. Juni weiter um 1.784 auf 204.491 angestiegen. Um die Personalnachfrage der Betriebe decken zu können, sind wir weiterhin auf den Zuzug von qualifizierten Arbeits- und Fachkräften angewiesen: Zum letzten Stichtag am 30. Juni 2025 hatten 19,4 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten einen ausländischen Pass – gegenüber 14,3 Prozent vor zehn Jahren.“

Die Daten zeigen zudem, dass auf dem Arbeitsmarkt auch im abgelaufenen Jahr viel Bewegung war: 33.354 Personen haben sich im Laufe des Jahres bei der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter gemeldet und 33.064 Personen haben sich wegen Arbeitsaufnahme oder aus sonstigen Gründen abgemeldet. Im Jahresdurchschnitt wurden 5.912 Kundinnen und Kunden (+766 ggü. Vorjahr) nach dem SGB III durch die Arbeitsagentur betreut. 4.257 Kundinnen und Kunden (+93 ggü. Vorjahr) waren nach dem SGB II bei den Jobcentern Rosenheim Stadt, Landkreis Rosenheim und Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen sowie bei der Optionskommune Miesbach registriert. Bei den Jobcentern waren im Durchschnitt 9.930 erwerbsfähige Leistungsberechtigte gemeldet, die in 7.644 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Der Arbeitsmarkt in den einzelnen Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim (Jahresdurchschnittswerte):

In der Stadt Rosenheim waren 1.957 Menschen arbeitslos gemeldetDie Arbeitslosenquote betrug 5,2 Prozent (2024: 4,9 Prozent; 2023: 4,4 Prozent). 1.006 Kundinnen und Kunden (+149 gegenüber 2024) wurden nach dem SGB III durch die Agentur für Arbeit betreut. Beim Jobcenter waren im Jahresdurchschnitt 951 Personen arbeitslos gemeldet, Eine weniger als im Vorjahr. Insgesamt betreute das Jobcenter

2.217 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1.716 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben. Die Zahl der gemeldeten Stellenangebote lag mit 595 um 238 unter dem Vorjahreswert.

 

Im Landkreis Rosenheim lag die Arbeitslosenquote bei 3,1 Prozent (2024: 2,8 Prozent; 2023: 2,6 Prozent). Die Zahl der Menschen, die arbeitslos gemeldet waren, betrug 4.745. Die Agentur für Arbeit betreute 2.804 Kundinnen und Kunden (+403 gegenüber 2024) nach dem SGB III. Beim Jobcenter waren im Jahresdurchschnitt 1.942

Personen arbeitslos gemeldet, 93 mehr als im Vorjahr. Insgesamt betreute das Jobcenter 3.886 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 2.973 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben. Die Zahl der gemeldeten Stellenangebote lag mit

1.389 um 298 unter dem Vorjahreswert.

 

Im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen lag die Arbeitslosenquote bei 2,4 Prozent (2024: 2,3 Prozent; 2023: 2,0 Prozent). Die Zahl der Menschen, die arbeitslos gemeldet waren, betrug 1.759. Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) wurden 1.019 Kundinnen und Kunden (+93 gegenüber 2024) durch die Agentur für Arbeit betreut. Beim Jobcenter waren im Jahresdurchschnitt 740 Personen arbeitslos gemeldet, Eine mehr als im Vorjahr. Insgesamt betreute das Jobcenter 2.369 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1.791 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben. Die Zahl der gemeldeten Stellenangebote lag mit 942 um 269 unter dem Vorjahreswert.

 

Im Landkreis Miesbach lag die Arbeitslosenquote bei 3,0 Prozent (2024: 2,8 Prozent; 2023: 2,6 Prozent). Die Zahl der Menschen, die arbeitslos gemeldet waren, betrug 1.708. Die Agentur für Arbeit betreute 1.084 Kundinnen und Kunden (+122 gegenüber 2024) nach dem SGB III. Für die Betreuung der Arbeitslosengeld II-Empfängerinnen und

-Empfänger nach dem SGB II ist der Landkreis Miesbach als "zugelassener kommunaler Träger" (optierende Kommune) zuständig. Hier waren im Jahresdurchschnitt 624 Personen arbeitslos gemeldet, Eine weniger als im Vorjahr. Insgesamt betreute das Jobcenter 1.458 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1.164 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben. Die Zahl der gemeldeten Stellenangebote lag mit 645 um 90 unter dem Vorjahreswert.

Allgemeine Hinweise:

  • Ab Berichtsmonat Mai 2025 wurden die Bezugsgrößen zur Berechnung der Arbeits-losenquote aktualisiert.

  • Seit Berichtsmonat März 2011 ist die statistische Berichterstattung zu Arbeitslosigkeit und Arbeitsuche auf eine integrierte Datenbasis umgestellt. Die Daten aus VerBIS und XSozial werden in den Statistik-IT-Verfahren nun so zusammengeführt, dass ein zutreffender Verlauf der einzelnen Arbeitslosigkeitsperioden zugrunde gelegt wird – auch dann, wenn Arbeitslose in einen anderen Trägerbezirk wechseln. Insbesondere können durch das neue Verfahren Doppelerfassungen von Arbeitslosen vermieden werden.