Arbeitsmarkt im April: Leichter Rückgang der Arbeitslosigkeit

Die Arbeitslosigkeit ist im Bezirk der Agentur für Arbeit Rottweil-Villingen-Schwenningen im April gesunken. 13.600 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 54 Personen weniger als im März, aber 336 Personen mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 4,7 Prozent und war identisch zum Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 4,6 Prozent.

30.04.2026 | Presseinfo Nr. 19

Arbeitslosigkeit ist kein fester Block, vielmehr gibt es auf dem Arbeitsmarkt viel Bewegung: Im April meldeten sich 3.084 Personen neu oder erneut arbeitslos (289 mehr als vor einem Jahr). Darunter befinden sich auch 1.311 Personen, die sich aus einer Erwerbstätigkeit heraus arbeitslos gemeldet haben (148 mehr als vor einem Jahr). Gleichzeitig beendeten 3.147 Personen ihre Arbeitslosigkeit (31 mehr als vor einem Jahr). 1.088 von ihnen konnten durch Aufnahme einer neuen Beschäftigung in diesem Monat ihre Arbeitslosigkeit beenden (6 weniger als vor einem Jahr). Der Arbeitsmarkt zeigt weiterhin eine hohe Dynamik bei den Zu- und Abgängen und resultiert im April mit einer positiven Bilanz.
Die Jahressummen der Zu- und Abgänge bestätigen die Dynamik, sie liegen ebenfalls über den Vorjahreswerten: Seit Jahresbeginn gab es 11.889 Zugänge von Arbeitslosen, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das ein Zuwachs von 596 Meldungen. Demgegenüber stehen 11.501 Abmeldungen von Arbeitslosen, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist das ein Zuwachs von 977 Abmeldungen. 
„Trotz der anhaltenden Wirtschaftsschwäche, der geopolitischen Unsicherheiten und der daraus resultierenden Auswirkungen auf unseren regionalen Arbeitsmarkt, gelingt es weiterhin vielen arbeitssuchenden Menschen, ihre Arbeitslosigkeit wieder zu beenden“, so Sylvia Scholz, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rottweil - Villingen-Schwenningen. Der Markt bleibt aufnahmefähig – obwohl der Beschäftigungsumfang im Verarbeitenden Gewerbe gesunken ist (minus 3.626 Beschäftigte im Vergleich zum Vorjahr, Stand September 2025). Jeder dritte Arbeitslose im Agenturbezirk der wieder eine Beschäftigung aufnahm, fand eine neue Anstellung in Fertigungs- oder Fertigungstechnischen Berufen (3.153 Personen im Jahr 2025). Bereiche wie das Gesundheits- und Sozialwesen wuchsen (plus 963 Beschäftigte). 
Die meisten der insgesamt 3.092 Stellenangebote im Bestand richten sich an Fachkräfte (1.929), hier gab es im Vorjahresvergleich ein leichtes Plus von 1,3 Prozent. Geringqualifizierte Arbeitslose sind dagegen im Nachteil: Der Agentur für Arbeit wurden im Vergleich zum Vorjahr 30 Prozent weniger Stellenangebote für die Vermittlung ungelernter Arbeitsloser gemeldet (insgesamt 498 offene Stellen). 
„Wir erleben ein hohes Transformationstempo, befeuert durch Elektromobilität, Energiewende und Digitalisierung – in Kombination mit dem demografischen Wandel bleibt die Fachkräftesicherung ein zentrales Thema“, stellt Scholz fest. „Im Zuge von Strukturwandel und betrieblichen Veränderungen sind Weiterbildung und Veränderungsbereitschaft für Beschäftigte und Arbeitsuchende essentiell. Berufliche Bildung ist der Erfolgsfaktor in dieser Phase des Umbruchs.“

Entwicklung in den Rechtskreisen
Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 6.858 Personen (531 Personen mehr als vor einem Jahr). Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 6.742 Arbeitslose registriert (195 Personen weniger als im Vorjahr).

Stellenmarkt
Aktuell befinden sich 3.092 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur, ein Plus von 65 im Vergleich zum März. Allerdings fällt sowohl der monatliche Zugang an neuen Stellenangeboten, als auch der Bestand aller gemeldeten Arbeitsstellen geringer aus als im Vorjahr (200 Stellen weniger neu gemeldet als im April 2025, 257 Stellen weniger im Bestand als vor einem Jahr).

Kurzarbeit
Im Dezember 2025 befanden sich nach vorläufigen hochgerechneten Daten 4.147 Personen aus der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg in Kurzarbeit. Das sind rund ein Drittel weniger Kurzarbeiter als im Vormonat (November 2025: 5.735 Personen). Im Urlaubsmonat Dezember ist ein Rückgang der Kurzarbeiterzahl üblich. Die Kurzarbeiterquote im Dezember betrug 1,9 Prozent. Neu angezeigt wurde Kurzarbeit im April von 66 Betrieben für 823 Beschäftigte (vorläufige Daten, 01.04. bis 24.04.2026). Das entspricht dem Niveau des Vormonats (im März waren es 53 Anzeigen für 814 Beschäftigte).

Ausbildungsmarkt
Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober 2025 wurden der Agentur für Arbeit rund 3.000 Ausbildungsstellen gemeldet. Aktuell sind noch 1.600 der Angebote zu besetzen. Gleichzeitig haben sich insgesamt 2.098 Jugendliche mit den Berufsberaterinnen und Berufsberatern in Verbindung gesetzt, weil sie sich für eine Ausbildung interessieren.*

Die Regionen im Überblick

Kreis Rottweil: Die Arbeitslosigkeit ist im April annährend gleichgeblieben. 2.828 Personen waren arbeitslos gemeldet, 6 Personen mehr als im März. Die Arbeitslosenquote betrug 3,5 Prozent.
Schwarzwald-Baar-Kreis: Die Arbeitslosigkeit ist im April gesunken. 6.163 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 131 Personen weniger als im März. Die Arbeitslosenquote betrug 5 Prozent.
Kreis Tuttlingen: Die Arbeitslosigkeit ist im April gestiegen. 4.609 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 71 Personen mehr als im März. Die Arbeitslosenquote betrug 5,5 Prozent.

* Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen ist aktuell unterzeichnet. Hintergrund sind veränderte Prozesse in Fachverfahren der Bundesagentur für Arbeit. Diese müssen noch in die statistische Erhebung integriert werden.