Der Anstieg der Arbeitslosenquote im August ist aufgrund der Ferienzeit typisch. Baden-Württemberg befindet sich im August in den Schulferien und viele Unternehmen in den Betriebsferien. In dieser Zeit beginnen weniger Beschäftigungsverhältnisse, denn geplante Einstellungen werden oft erst nach der Urlaubszeit realisiert. Im vergangenen Monat meldeten sich insgesamt 3.414 Personen arbeitslos. 224 mehr als im Vormonat (plus 7,0 Prozent) und 4,7 Prozent mehr als vor einem Jahr. 2.694 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden. Im Vorjahresvergleich ein Anstieg der Abmeldungen um 1,1 Prozent. Dies zeigt, die Arbeitgeber der Region suchen weiterhin Mitarbeitende. 992 Stellen wurden im August neu gemeldet. Das sind 109 weniger Stellenmeldungen als im Vormonat, aber 192 mehr als vor einem Jahr. Aktuell warten bei der Arbeitsagentur 3.500 freie Arbeitsstellenangebote von Unternehmen der Region auf geeignete Bewerberinnen und Bewerber.
Etwas Sorge bereitet aktuell der Ausbildungsmarkt. Die Gesamtzahl der im Berichtsjahr 2025/2026 gemeldeten Ausbildungsstellen ist im Agenturbezirk mit 3.461 Angeboten im Vorjahresvergleich um 13,0 Prozent gesunken. Gleichzeitig hat sich aber die Anzahl der gemeldeten jungen Menschen, die gerne eine Ausbildung beginnen möchten, um 5,3 Prozent auf 2.586 erhöht. 555 Bewerberinnen und Bewerber haben Ende August, kurz vor dem Start des Ausbildungsjahres, noch keinen Ausbildungsplatz oder eine andere Alternative gefunden. „Sie könnten noch auf die 893 unbesetzte Ausbildungsstellen in der Region einmünden“ wünscht sich Sylvia Scholz, die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rottweil – Villingen-Schwenningen. „Aber ich weiß, was rein rechnerisch aufzugehen scheint, ist in der Realität herausfordernd. Manchmal matcht es zwischen Bewerbenden und Arbeitgeber nicht, weil der junge Mensch mit öffentlichen Verkehrsmitteln den Betrieb nicht erreichen kann. Häufig unterscheiden sich aber die Ausbildungswünsche der Bewerberinnen und Bewerber vom tatsächlichen Ausbildungsplatzangebot und den Erwartungen der Ausbildungsbetriebe an die Kompetenzen der potentiellen Auszubildenden.“ ergänzt sie und hat einen Tipp für die Jugendlichen: „Ich empfehle jungen Menschen, die derzeit noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind, sich dringend bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit zu melden. Die Beratungsfachkräfte wissen, welche Betriebe auch nach Beginn des Ausbildungsjahres noch bereit sind Auszubildende einzustellen. Außerdem können gemeinsam Alternativen gefunden werden, falls es mit dem Wunschausbildungsberuf bisher nicht geklappt hat.“ Und sie hat auch noch eine Bitte an die Unternehmen der Region: „Geben Sie jungen Menschen, die jetzt noch bei Ihnen nach einem Ausbildungsplatz fragen, auch nach dem Start des Ausbildungsjahres noch eine Chance die Ausbildung in diesem Jahr zu beginnen.“
Entwicklung in den Rechtskreisen
Der Bestand an Arbeitslosen, welcher in der Grundsicherung (SGB II) von den Jobcentern betreut wird, stieg im Vergleich zum Vormonat leicht um 95 Personen (plus 1,4 Prozent) auf 6.668 Arbeitslose an. Im Vergleich zum Vorjahr eine Verringerung um 325 Personen (minus 4,6 Prozent). Im konjunkturreagiblen Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) sind derzeit 7.565 Personen bei der Arbeitsagentur gemeldet. 624 Personen mehr als im Vormonat (plus 9,0 Prozent) und 721 Personen mehr als vor einem Jahr (plus 10,5 Prozent).
Kurzarbeit
Im August war die neu angezeigte Kurzarbeit rückläufig: Im Zeitraum von 01.08. bis 24.08.26 zeigten 9 Betriebe für insgesamt 84 Beschäftigte Kurzarbeit an (im Vormonat waren es 27 Betriebe für 391 Beschäftigte). Laut aktueller Hochrechnung bezogen im April 4.463 Beschäftigte in 165 Betrieben konjunkturelles Kurzarbeitergeld (März: 4.401 Personen in 166 Betrieben).
Die Regionen im Überblick
Landkreis Rottweil: Die Arbeitslosigkeit ist im August 2026 gestiegen. 2.926 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 175 Personen mehr (plus 6,4 Prozent) als im Juli, aber 90 Personen bzw. 3,0 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 3,6 Prozent und lag mit 0,2 Prozentpunkten über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 3,7 Prozent.
Schwarzwald-Baar-Kreis: Arbeitslosigkeit ist im August 2026 gestiegen. 6.455 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 278 Personen mehr (plus 4,5 Prozent) als im Juli und 387 Personen bzw. 6,4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 5,3 Prozent und lag mit 0,2 Prozentpunkten über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 5,0 Prozent.
Landkreis Tuttlingen: Die Arbeitslosigkeit ist im August 2026 gestiegen. 4.852 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 266 Personen mehr (plus 5,8 Prozent) als im Juli und 99 Personen bzw. 2,1 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 5,7 Prozent und lag mit 0,3 Prozentpunkten über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie ebenfalls bei 5,7 Prozent.