Die Agentur für Arbeit Sachsen-Anhalt Nord, die Landeshauptstadt Magdeburg und das Jobcenter Landeshauptstadt Magdeburg bündeln ihre Kräfte, um die Jugendarbeitslosigkeit bis 2030 auf 4% zu halbieren.
Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels gewinnt die Integration junger Menschen in den Arbeitsmarkt weiter an Bedeutung. Prognosen des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt zeigen, dass das Erwerbspersonenpotential bis 2040 deutlich zurückgehen wird – allein in Magdeburg um rund 20.000 Personen beziehungsweise etwa zwölf Prozent.
Ausbau etablierter Instrumente
Vor diesem Hintergrund wollen die beteiligten Institutionen ihre Zusammenarbeit, unter anderem in der Jugendberufsagentur und bei der Qualifizierung, weiter ausbauen. Ziel ist es, junge Menschen unter 35 Jahren schneller und nachhaltiger in Ausbildung und Beschäftigung zu bringen.
„Unser Ziel ist ehrgeizig, aber notwendig. Wir wollen die Jugendarbeitslosigkeit bis 2030 halbieren und damit sowohl den jungen Menschen als auch der Wirtschaft neue Perspektiven eröffnen. Entscheidend dafür ist, dass wir junge Menschen beraten und sie auch individuell unterstützen – gerade dann, wenn soziale Probleme den Einstieg ins Berufsleben erschweren“, sagt Dr. Ingo Gottschalk, Beigeordneter der Landeshauptstadt Magdeburg
Die Gründe für Jugendarbeitslosigkeit sind vielfältig. Neben schulischen Schwierigkeiten oder fehlender beruflicher Orientierung spielen häufig auch soziale Herausforderungen eine Rolle. Bei jungen Geflüchteten kommen zudem sprachliche Hürden hinzu.
„Wir setzen mit unserer Initiative nicht bei null an. Vielmehr greifen wir auf bestehende und etablierte Instrumente und ein gewachsenes Netzwerk zurück. Künftig sollen vorhandene Angebote aber enger verzahnt werden, um Brüche beim Übergang von der Schule in den Beruf zu vermeiden“, erklärt Matthias Kaschte, Leiter der Agentur für Arbeit Sachsen-Anhalt Nord.
Abgeschlossene Ausbildung als Schutz vor Arbeitslosigkeit
Eine abgeschlossene Ausbildung bleibt der wichtigste Schutz vor Arbeitslosigkeit. Gleichzeitig zeigt die Praxis, dass nicht alle jungen Menschen direkt nach der Schule diesen Schritt gehen können. Fehlende Tagesstruktur oder persönliche Problemlagen können den Einstieg verzögern.
„Es gibt viele gesetzliche Unterstützungsmöglichkeiten mit unterschiedlichen Verantwortlichkeiten. Wir stimmen diese auf lokaler Ebene ab und beraten jeden Jugendlichen individuell, da standardisierte Lösungen oft nicht greifen. Unter dem Dach der Jugendberufsagentur vereinen wir ein stabiles Netzwerk, so dass kein Jugendlicher verloren geht“, erläutert Heike Jauch, Geschäftsführerin des Jobcenters Landeshauptstadt Magdeburg.