„Die konjunkturelle Schwäche setzt sich in der Stadt Dessau-Roßlau fort. Die Frühjahrsbelebung ist regional kaum spürbar. Zu März 2026 ist zwar ein Rückgang der arbeitslosen Menschen zu verzeichnen – doch fällt der gegenüber dem Vormonat zu beobachtende Rückgang des Arbeitslosenbestandes geringer aus als im April der letzten fünf Jahre und liegt damit niedriger, als saisonal zu erwarten wäre.
Im Vergleich zum Vorjahresmonat steigt sowohl die Zahl der Arbeitslosen als auch die Arbeitslosenquote an.
Während die Arbeitslosigkeit im Rechtskreis SGB III (Arbeitslosenversicherung) binnen eines Jahres deutlich steigt, geht sie im Rechtskreis SGB II (Grundsicherung) weiterhin zurück.
Der Stellenbestand liegt deutlich unter dem Vorjahreswert. Landesweit fällt der Rückgang geringer aus. Indessen entwickeln sich die Zugänge der Arbeitsstellen seit Jahresbeginn positiver als in Sachsen-Anhalt insgesamt.
Die Beschäftigung im Agenturbezirk Sachsen-Anhalt Ost war im Vergleich zum Vorjahresmonat weiterhin rückläufig. Es ist der stärkste Rückgang der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung aller Agenturbezirke im Land Sachsen-Anhalt“, erklärt Olaf Ruch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Sachsen-Anhalt Ost, die aktuelle Situation auf dem regionalen Arbeitsmarkt.
Arbeitslosigkeit
Die Arbeitslosigkeit ist Dessau-Roßlau im April 2026 gesunken. 3.673 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 14 Personen weniger (-0,4 Prozent) als im März, aber 138 Personen bzw. 4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 9,6 Prozent und war identisch zum Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 9,2 Prozent. Dessau Roßlau lag damit 1,9 Prozentpunkte über dem Wert des Agenturbezirkes Sachsen-An halt Ost. Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 1.111 Personen (11 Personen mehr als im Vormonat und 119 Personen mehr als vor einem Jahr). Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 2.562 Arbeitslose registriert (25 Personen weniger als im Vormonat, aber 19 Personen mehr als im Vorjahr). Durch die Träger der Grundsicherung (Jobcenter) wurden 70 Prozent aller Arbeitslosen betreut.
Unterbeschäftigung
Die Zahl der Menschen in Unterbeschäftigung (ohne Kurzarbeit) lag im April bei 4.642. Das waren 64 mehr als im Vorjahr. Die Unterbeschäftigtenquote lag bei 11,8 Prozent. In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu Arbeitslosen auch Personen abgebildet, die Teilnehmer in Maßnahmen sind oder einen Sonderstatus (etwa kurzfristige Arbeitsunfähigkeit) innehaben und damit gesetzlich nicht arbeitslos sind.
Einstellungen und Entlassungen
Im vergangenen Monat meldeten sich insgesamt 645 Personen arbeitslos. Davon kamen 230 Personen direkt aus Erwerbstätigkeit. 653 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 228 eine Erwerbstätigkeit auf.
Stellenmeldungen
Die Unternehmen suchen weiterhin Mitarbeitende: 186 Stellen wurden im April neu gemeldet (47 mehr als im Vormonat, aber 14 weniger als vor einem Jahr). Die meisten freien Stellen gibt es aktuell in den Branchen sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, Verarbeitendes Gewerbe, Baugewerbe, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen, Gesundheits- und Sozialwesen, Handel Instandhaltung und Reparatur von Kfz. Aktuell befanden sich damit 790 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.
Jobcenter Dessau-Roßlau
In der Grundsicherung (Jobcenter) sank die Zahl der Bedarfsgemeinschaften im Vorjah resvergleich um 147 (entspricht -4 Prozent) auf insgesamt 3.888. Hierbei wurden im Berichtsmonat insgesamt 5.013 erwerbsfähige Bürgergeldberechtigte betreut, das waren 202 Personen weniger (-4 Prozent) als vor einem Jahr.