Jahresrückblick 2025

Konjunkturelle Auswirkungen sind weiterhin spürbar am Arbeitsmarkt

29.01.2026 | Presseinfo Nr. 6

„Die Zahl der arbeitslosen Frauen und Männer in Sachsen-Anhalt Ost stieg im Jahresdurchschnitt 2025 leicht an. Dieser Anstieg spiegelt sich auch in den einzelnen Landkreisen und Städten der Region wider. Besonders betroffen waren bestimmte Gruppen wie junge Menschen unter 25 Jahren oder lebensältere Menschen über 55 Jahren, deren Arbeitslosenzahlen überproportional zunahmen. Des Weiteren ist festzustellen, dass der Anstieg der Arbeitslosigkeit in der Arbeitslosenversicherung und nicht in der Grundsicherung zu verzeichnen ist.

Die Anzahl der Langzeitarbeitslosen sank um 0,1 Prozent an. Im Jahresdurchschnitt 2025 waren es 5 Frauen und Männer weniger. Dennoch verharrt der Prozentsatz der Langzeitarbeitslosen weiterhin auf einem hohen Niveau. Dies unterstreicht die andauernde Herausforderung, Langzeitarbeitslosigkeit effektiv zu bekämpfen.

Im Bereich der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung zeigte sich ein leichter Rückgang, der jedoch regional unterschiedlich ausfiel. Die Arbeitslosigkeit unter Ausländern hat sich im Jahresdurchschnitt 2025 verringert. Die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund nimmt Fahrt auf.

Insgesamt spiegeln die regionalen Daten der Agentur für Arbeit für Sachsen-Anhalt Ost die allgemeinen Herausforderungen wider, vor denen der Arbeitsmarkt in Deutschland 2025 stand. Dazu gehörten die Auswirkungen der schwachen Konjunktur, die Bedeutung der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund und die anhaltende Herausforderung der Langzeitarbeitslosigkeit.

Im Jahr 2025 wurden 6.418 neue Stellen der Arbeitsagentur gemeldet, das waren knapp 6 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote lag 2025 bei 7,7 Prozent und damit 0,3 Prozentpunkte unter dem Niveau des Landes Sachsen-Anhalt (8,0 Prozent)“, so Olaf Ruch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Sachsen-Anhalt Ost.

Weniger sozialversicherungspflichtige Beschäftigte und Betriebe

Im Juni 2025 waren 129.189 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Im Vergleich zu Juni 2025 sank die Anzahl um 1.742 Männer und Frauen (minus 1,3 Prozent). 71 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten gehen in Vollzeit arbeiten und 29 Prozent sind teilzeitbeschäftigt.
Die Anzahl der Betriebe mit sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten ist auch rückläufig. Während wir im Agenturbezirk im Juni 2024 noch 8.791 Betriebe hatten, waren es im Juni 2025 8.577. Die stellt ein Minus von 214 bzw. minus 2,4 Prozent dar.

Im Jahresdurchschnitt über 300 mehr Arbeitslose als 2024

Im Jahresdurchschnitt 2025 waren 13.898 Frauen und Männer im Agenturbezirk von Arbeitslosigkeit betroffen. Das waren 322 Personen mehr als im Jahresdurchschnitt 2024.
35,1 Prozent der Arbeitslosen sind der Arbeitslosenversicherung (SGB III) zu zuordnen und 64,9 Prozent dem Bereich der Grundsicherung (SGB II). Der Anstieg der Arbeitslosigkeit ist in der Arbeitslosenversicherung festzustellen. Im Jahresdurchschnitt 2025 waren 656 oder 15,5 Prozent mehr als im Vergleich zum Vorjahr. Während in der Grundsicherung ein Rückgang der arbeitslosen Männer und Frauen festzustellen ist. Da waren es 334 oder 3,6 Prozent weniger im Jahresvergleich.

Anteil der Arbeitslosen auf Helferniveau sinkt

Im Jahresdurchschnitt 2025 suchten von allen arbeitslosen Männern und Frau 53,3 Prozent eine neue Beschäftigung auf Helferniveau. Das waren 398 Menschen oder 5,1 Prozent weniger als im Jahresdurchschnitt 2024. Mit Blick auf die Verteilung waren es 60,0 Prozent aller arbeitslosen Frauen, die eine neue Beschäftigung auf Helferniveau suchten und 48,2 Prozent aller Männer. Für die Fach- und Arbeitskräftesicherung in unserer Region ist es von hoher Bedeutung, ungelernte und wieder ungelernte Menschen an Berufsabschlüsse heranzuführen und sie zu qualifizieren.

Arbeitslosenquote auf dem Landesniveau

Im Jahresdurchschnitt lag die Arbeitslosenquote 2025 bei 7,7 Prozent und damit 0,3 Prozentpunkte unter dem Landesniveau von 8,0 Prozent. Im Vergleich zu 2024 ist die Arbeitslosenquote um 0,2 Prozentpunkten gestiegen.
 

1.357 Jugendliche unter 25 Jahre ohne Job

Die Jugendarbeitslosigkeit stieg zum Vorjahr. Durchschnittlich waren 1.357 junge Menschen ohne Beschäftigung, 82 junge Erwachsene mehr als noch ein Jahr zuvor. Der Übergang von der Ausbildung ins Arbeitsleben ist gerade für Jugendliche, die noch am Beginn ihres Erwerbslebens stehen, entscheidend für ihr weiteres (Erwerbs-) Leben.

Anteil ältere Arbeitnehmer im Jahresdurchschnitt gestiegen

Im Jahr 2025 waren über 4.313 Personen aller Arbeitslosen 55 Jahre und älter. Dies entsprach einem Anteil von 31,0 Prozent. In 2024 lag der Anteil an lebensälteren Arbeitslosen bei 30,3 Prozent (4.114 Männer und Frauen).
Um den Fachkräftebedarf zu sichern, gilt es auch älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern eine Chance des Wiedereinstiegs in das Erwerbsleben zu geben und ihre Berufs- und Lebenserfahrung zu nutzen. Dieses Potenzial sollte noch von mehr Arbeitgebern genutzt werden.

In 2025 weniger Bedarfsgemeinschaften als 2024

Im Jahresdurchschnitt 2025 waren es 723 weniger Bedarfsgemeinschaften als im Jahr 2024. Damit sank die Anzahl der von Grundsicherung abhängigen Familien auf 14.795 Bedarfsgemeinschaften. Auch die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberichtigten hat im Jahresvergleich abgenommen. So waren es 2024 noch 19.637 Frauen und Männer, die Leistungen der Grundsicherung erhielten, so waren es 2025 schon 18.712 Personen, was einem Minus von 4,7 Prozent entspricht.

Arbeitskräftenachfrage wieder leicht angestiegen

Der Zugang an offenen Stellen stieg im Vergleich zum Jahr 2024 um 357 Stellen auf 6.418 (plus 5,9Prozent). Der Bestand an offenen Stellen ist im Jahresdurchschnitt gesunken. Waren es 2024 noch 3.493 offene Stellen im Bestand, waren es 2025 bereits 3.159 Stellen.

Ausblick auf die Herausforderungen

„Trotz der angespannten konjunkturellen Phase am Arbeitsmarkt bereitet mir Sorge die immer schwieriger werdende Suche nach Fachkräften, die die Wirtschaft bereits jetzt vor ernste Herausforderungen stellt und die demografische Situation in unserer Region.
Um den Bedarf an Fach- und Arbeitskräften zu decken, ist es unsere gemeinsame Herausforderung, möglichst allen arbeitsuchenden Menschen Perspektiven zu geben, egal ob langzeitarbeitslos, schwerbehinderten, älter oder jungen Menschen mit fehlender Berufserfahrung“, erklärt Ruch.

„Im Jahr 2026 werden auch weiterhin Demografie, Digitalisierung und die Dekarbonisierung eine Hausforderung für unsere Region sein. In den nächsten 15 Jahren werden über 40 Prozent der Belegschaft in den Ruhestand gehen. Es muss uns gemeinsam gelingen, jeden Jugendlichen einen Ausbildungs- oder Studienplatz in seiner Heimat anzubieten. Mit Aus- und Weiterbildungsstrategien wird es uns gelingen, den Prozess der Digitalisierung in den Unternehmen zu begleiten und auch die Auswirkungen der Dekarbonisierung zu minimieren“, so Ruch.