Wachstumsbranche Pflege – Pflegekräfte im Landkreis Harz sind überwiegend weiblich, teilzeitbeschäftigt und gefragt

Jede vierte Pflegefachkraft im Landkreis Harz ist älter als 55 Jahre. Mehr Auszubildende und internationale Fachkräfte sollen helfen, den steigenden Personalbedarf in der Pflege zu decken. Weiterbildung bleibt ein wichtiger Baustein der Fachkräftesicherung.

02.07.2026 | Presseinfo Nr. 25

Die Zahl der Beschäftigten in den Pflegeberufen ist gestiegen. Das zeigt eine Datenauswertung der Agentur für Arbeit Sachsen-Anhalt West anlässlich des „Tages der Pflege“ im Mai.

 

Zum Stichtag 30.06.2025 waren im Pflegebereich 5.200 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das sind knapp 70 Beschäftigte mehr als vor vier Jahren. Damit gehört das Gesundheitswesen zu den wenigen Branchen mit einem Beschäftigungswachstum. Die Zahl der Männer in Pflegeberufen hat in den letzten vier Jahren zugenommen. Die Pflege bleibt mit 85 Prozent Frauenanteil aber eine stark weiblich geprägte Branche. 

Viele Pflegekräfte arbeiten in Teilzeit. Bei den weiblichen Pflegekräften sind es fast zwei Drittel, bei den männlichen die Hälfte.

 

„Der demografische Wandel stellt die Pflegebranche und ihre Arbeitgeber vor große Herausforderungen. Viele erfahrene Pflegekräfte werden in den kommenden zehn Jahren in den Ruhestand gehen. Schon heute ist jede vierte Pflegekraft älter als 55 Jahre“, betont Anja Huth, Chefin der Agentur für Arbeit Sachsen-Anhalt West. „Damit die Menschen im Landkreis Harz weiter gut versorgt werden können, brauchen wir drei Dinge: mehr junge Menschen, die sich für Pflegeberufe entscheiden, berufsbegleitende Qualifizierung und internationale Auszubildende und Fachkräfte.“

 

Mehr internationale Pflegekräfte

Die Zahl ausländischer Arbeitskräfte in den Pflegeberufen steigt seit 2020 stetig. Vor vier Jahren waren im Landkreis Harz 50 ausländische Pflegekräfte versicherungspflichtig beschäftigt. In den letzten vier Jahren hat sich diese Zahl verdoppelt.

 

Mehr Menschen entscheiden sich für eine Pflegeausbildung

Im gleichen Zeitraum stieg auch die Anzahl der Auszubildenden. 2025 gab es im Landkreis Harz 500 Auszubildende in der Pflege, das sind über einhundert mehr als vor vier Jahren. Im letzten Jahr hatte fast jeder fünfte Pflege-Azubi einen ausländischen Pass.  

 

Berufliche Weiterbildung erhöht Beschäftigungschancen

Der Bedarf an Arbeits- und Fachkräften spiegelt sich auch im Stellenbestand und in der Zahl der Arbeitslosen wider. Im Landkreis Harz standen im vergangenen Jahr durchschnittlich 50 gemeldeten Stellen 120 arbeitslose Pflegekräfte gegenüber. Drei von vier Arbeitslosen im Pflegebereich verfügen nicht über einen Fachkräfteabschluss. Gleichzeitig richten sich zwei Drittel der gemeldeten Stellen an Fachkräfte.

Im Landkreis Harz haben deshalb im Jahr 2024 mehr als 40 Menschen eine berufliche Weiterbildung im Bereich Pflege begonnen.

 

Entgelt ist in den letzten Jahren stark gestiegen

Im Jahr 2024 haben Beschäftigte im Landkreis Harz in der Pflegebranche im Median 4.011 Euro pro Monat verdient. Das waren 700 Euro mehr als 2020. 

Das Medianentgelt von Pflegekräften liegt fast 730 Euro über dem Medianentgelt aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Landkreis.