Jahresrückblick 2025 – Konjunkturschwäche nun auch in Schwandorf spürbar

27.01.2026 | Presseinfo Nr. 3

„Der Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Schwandorf (Landkreis Schwandorf, Landkreis Cham, Stadt Amberg, Landkreis Amberg-Sulzbach) blieb 2025 von den Auswirkungen der Konjunkturschwäche nicht unberührt. Effekte waren insbesondere in Form steigender Arbeitslosenzahlen, der weiterhin sinkenden sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung und einer rückläufigen Nachfrage nach Arbeitskräften spürbar“, zieht Siegfried Bäumler, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Schwandorf, Bilanz.

 

Arbeitslosenzahl im Jahresdurchschnitt 2025:              9.437 Personen

Veränderung gegenüber 2024:                                        +719 Personen

 

Arbeitslosenquote im Jahresdurchschnitt:                     3,8 Prozent 

Veränderung gegenüber 2024:                                        +0,3 Prozentpunkte

 

Anstieg der Arbeitslosigkeit, Rückgang von Stellenmeldungen 

Im Jahr 2025 stieg die Zahl der Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt im Bezirk Schwandorf um 8,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 9.437 Personen an. Die Arbeitslosenquote stieg im Gesamtagenturbezirk um 0,3 Prozentpunkte auf 3,8 Prozent, dem höchsten Wert seit 2010.

5.337 Personen der im Jahresdurchschnitt 2025 arbeitslosen Personen sind dem Rechtskreis SGB III (Arbeitsagentur), 4.100 Personen dem Rechtskreis SGB II (Jobcenter) zuzuordnen. Gegenüber dem Vorjahr ist der deutlich größere Anstieg in der Arbeitslosenversicherung zu verzeichnen (Arbeitsagentur +14,0 Prozent, Jobcenter +1,6 Prozent). 

Im Jahresverlauf 2025 wurden 5.320 Stellen gemeldet, ein Rückgang von 19,6 Prozent gegenüber 2024. 

Auch wenn über 5.000 freie Stellen zur Verfügung stehen, heißt das nicht, dass diese durch den Überhang an Arbeitslosen einfach gedeckt werden können. Denn Arbeitsangebot und Arbeitsnachfrage sind nicht deckungsgleich. Offene Stellen haben jeweils spezifische Qualifikationsanforderungen die oft nicht mit denen Arbeitsloser übereinstimmen. Eine differenzierte Betrachtung der gemeldeten Stellen zeigt, dass rund 80 Prozent der Betriebe Fachkräfte nachfragen. Demgegenüber verfügen lediglich etwa 40 Prozent der arbeitslosen Personen über eine abgeschlossene Berufsausbildung oder einem höherwertigen Abschluss.

„Dies zeigt die Wichtigkeit einer beruflichen Ausbildung. Wer eine abgeschlossene Ausbildung hat ist deutlich seltener von Arbeitslosigkeit betroffen und verfügt über wesentlich bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt“, sagt Siegfried Bäumer und betont dabei die Wichtigkeit der beruflichen Bildung. 

 

Zahl der Beschäftigten in Kurzarbeit gestiegen – Betriebe gleichbleibend

Die Unternehmen im Agenturbezirk Schwandorf nutzten auch 2025 das Instrument der Kurzarbeit, um die Beschäftigten angesichts der teils schwierigen konjunkturellen Lage im Betrieb zu halten und abzusichern.  Im Vergleich zum Vorjahr blieb die Anzahl der Betriebe mit realisierter Kurzarbeit (Stand Juni 2025 im Vergleich zu Juni 2024) annähernd gleich, wogegen die Zahl der Beschäftigten in Kurzarbeit um 27 Prozent höher lag. 

Im Zeitverlauf zeigt sich, dass die Kurzarbeit viele Jahre nur eine untergeordnete Rolle gespielt und sich auf niedrigem Niveau bewegt hat. Beginnend mit der Finanzkrise im Jahr 2009 kam das Instrument erstmalig in größerem Umfang zum Tragen. Die mit Abstand höchste Nutzung erfolgte während der Corona-Pandemie im Jahr 2020/2021, da diese nahezu alle Branchen betraf. In den Folgejahren ging die Kurzarbeit zwar deutlich zurück, blieb jedoch über dem „Vorcorona-Niveau“.

„Die aktuelle wirtschaftliche Unsicherheit und anstehende strukturelle Veränderungen in großen Teilen der Industrie sind Gründe, warum das Instrument der Kurzarbeit nach wie vor in Anspruch genommen wird“, erklärt Bäumler.

 

Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten rückläufig

Im Jahr 2025 ging die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten leicht zurück. Zum Stichtag 30. Juni 2025 waren 172.504 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, das sind 846 weniger als im Vorjahr. Der kontinuierliche Anstieg der Beschäftigung (mit Ausnahme des Coronajahres) erreichte 2023 seinen Höchststand. Seitdem ist ein leichter, aber kontinuierlicher Rückgang zu beobachten. Dies hat nur zum Teil mit Schwächung der Beschäftigungsdynamik zu tun. Zu beobachten ist seit einigen Monaten (erstmals in der Geschichte der Beschäftigtenstatistik), dass die Beschäftigung deutscher Staatsangehöriger angesichts der demographischen Entwicklung rückläufig ist. Der in vielen Branchen nach wie vor notwendige und nachgefragte Beschäftigungsaufwuchs findet nur noch beim Personenkreis der ausländischen Staatsangehörigen und hier vorwiegend über die Zuwanderung von Menschen aus Drittstaaten statt. 

 

Blick auf 2026

„Voraussichtlich wird der Arbeitsmarkt zunächst auch im Jahr 2026 mit den vorgenannten Herausforderungen konfrontiert bleiben. Die fortschreitende Transformation, vor allem in der Industrie wird die Entwicklung weiterhin maßgeblich beeinflussen. Angesichts weltpolitischer Unsicherheiten, einer verhaltenen Nachfrage und den genannten strukturellen Herausforderungen ist eine rasche Trendwende nicht erkennbar“, so Siegfried Bäumler, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Schwandorf.