Zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember
Schwerbehinderung ist ein Thema, das jede und jeden betreffen kann: Mit steigendem Lebensalter nimmt das Risiko einer Schwerbehinderung deutlich zu.
Gleichzeitig wächst in einer alternden Gesellschaft der Anteil schwerbehinderter Menschen im Erwerbsleben – und damit auch ihre Bedeutung für die Fachkräftesicherung in der Region. Die Agentur für Arbeit macht anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderung darauf aufmerksam, wie wichtig Teilhabe, Inklusion und die Nutzung vorhandener Kompetenzen sind.
Kreis Siegen-Wittgenstein: Rund 31.000 Menschen mit Behinderung – 11,2 % der
Bevölkerung
Im Kreis Siegen-Wittgenstein leben rund 31.000 Menschen mit Behinderung (Stand Ende 2023), das entspricht 11,2 Prozent der Bevölkerung. Davon
sind etwa 11.700 Personen im erwerbsfähigen Alter zwischen 15 und 65 Jahren.
Mehr als 90 Prozent der Schwerbehinderungen entstehen nicht durch Unfälle, sondern sind Folgen von allgemeinen Erkrankungen – eine Entwicklung,
die angesichts des demografischen Wandels weiter zunimmt. Über ein Drittel (37,9 %) der schwerbehinderten Menschen im Kreis Siegen-
Wittgenstein ist im Erwerbsalter. Aktuell bieten rund 760 schwerbehinderte arbeitslose Menschen (gleitender Jahreswert Oktober 2025) ihre Arbeitskraft am regionalen Arbeitsmarkt an. Viele von ihnen verfügen über wertvolle Kompetenzen und eine abgeschlossene Ausbildung – Potenziale, die für die regionale
Fachkräftesicherung dringend gebraucht werden.

Kreis Olpe: 14.600 Menschen mit Behinderung – 10,8 % der Bevölkerung
Auch im Kreis Olpe zeigt sich ein ähnliches Bild: Hier leben 14.600 Menschen mit Behinderung, was 10,8 Prozent der Bevölkerung entspricht. Etwa 6.000 Personen sind im erwerbsfähigen Alter.
Fast 42 Prozent der schwerbehinderten Menschen im Kreis befinden sich zwischen 15 und 65 Jahren – ein erhebliches Fachkräftepotenzial für die heimische Wirtschaft.
Aktuell stehen rund 400 schwerbehinderte arbeitslose Menschen (gleitender Jahreswert Oktober 2025) dem lokalen Arbeitsmarkt zur Verfügung. Jede*r Zweite bringt dabei ein Qualifikationsniveau auf Fachkräfteniveau mit.

Gesellschaftliche Aufgabe – wirtschaftliche Chance
Schwerbehinderung betrifft nicht „die anderen“. Die Daten zeigen klar: Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko einer Schwerbehinderung stark an. Damit wird Inklusion zu einer Frage des gesellschaftlichen Zusammenhalts – aber auch zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor für eine wirtschaftlich starke Region.
Gleichzeitig sind viele schwerbehinderte Menschen hoch qualifiziert, motiviert und leistungsfähig, wenn die Arbeitsbedingungen stimmen. Die Bundesagentur für Arbeit unterstützt Betriebe und Betroffene dabei, Lösungen zu finden, Arbeitsfähigkeit zu erhalten und dauerhafte Beschäftigung zu ermöglichen.
Fachkräftepotenziale aktiv nutzen
Angesichts des zunehmenden Fachkräftebedarfs appelliert die Siegener Arbeitsagentur an Unternehmen in beiden Kreisen:
• Schwerbehinderte Menschen aktiv in den Blick nehmen
• Arbeitsplätze inklusiv und langfristig gestalten
• Fördermöglichkeiten nutzen, die Arbeitgebern zur Verfügung stehen
• Barrieren abbauen – Chancen eröffnen
Für Stephanie Krömer, Vorsitzende der Geschäftsführung der Siegener Arbeitsagentur, ist Inklusion eine Herzensangelegenheit: „Schwerbehinderung betrifft nicht eine kleine, abgegrenzte Gruppe – sie kann jede und jeden von uns ereilen, oft ganz plötzlich und meistens als Folge einer Krankheit. In einer Gesellschaft, die immer älter wird, müssen wir uns bewusst machen, dass Teilhabe und Inklusion keine freiwilligen Zugaben sind, sondern Voraussetzung für gesellschaftlichen Zusammenhalt. Menschen mit Beeinträchtigungen bringen Erfahrung, Stärke und wertvolle Kompetenzen mit. Viele sind gut qualifiziert und möchten beruflich wirksam sein. Wir können es uns – auch mit Blick auf den zunehmenden Fachkräftebedarf – schlicht nicht leisten, dieses Potential ungenutzt zu lassen. Jeder angepasste Arbeitsplatz ist ein Gewinn für Betriebe wie für Betroffene und damit für die gesamte Region.“