Arbeitsmarkt 2025: Stabilität unter schwierigen Rahmenbedingungen
Der Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Siegen blickt auf ein Jahr zurück, das geprägt war von konjunkturellen und strukturellen Herausforderungen. Arbeitslosigkeit, Arbeitskräftenachfrage und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung entwickelten sich im Jahr 2025 unterschiedlich. Während die Arbeitslosigkeit im Jahresverlauf zunahm, ging die Nachfrage nach Arbeitskräften weiter zurück. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zeigte sich insgesamt stabil, verlor jedoch zuletzt an Dynamik. Dennoch bleibt der regionale Arbeitsmarkt – auch aufgrund seiner vergleichsweise niedrigen
Arbeitslosenquote – ein stabilisierender Faktor für Nordrhein-Westfalen.
„Auch wenn 2025 kein leichtes Jahr war, zeigt sich der Arbeitsmarkt in Siegen-Wittgenstein und Olpe weiterhin aufnahmefähig. Die Unternehmen bleiben grundsätzlich bereit einzustellen – doch Unsicherheit und Strukturwandel bremsen die Dynamik“, bilanziert Stephanie Krömer, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Siegen.

Arbeitslosigkeit wächst mit geringeren Anstiegen als im Vorjahr – Kreis Siegen-Wittgenstein stärker betroffen als Olpe
Im Gesamtjahresverlauf nahm die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Siegen zu, wenn auch weniger stark als im Vorjahr. Die Entwicklung zeigt jedoch deutliche Unterschiede zwischen den Kreisen.
Auffällig ist außerdem die unterschiedliche Dynamik in den Rechtskreisen: Während sich die Arbeitslosigkeit in der Arbeitslosenversicherung (SGB III) deutlich negativer entwickelte, zeigte sich der SGB-II-Bereich (Grundsicherung) vergleichsweise stabil. Gründe hierfür liegen insbesondere in der schwächeren Einstellungsbereitschaft der Unternehmen und geringeren Integrationschancen für arbeitslose Fachkräfte.

Rückgang der Arbeitskräftenachfrage – weniger neue Stellenmeldungen
Die Arbeitskräftenachfrage entwickelte sich 2025 rückläufig. Unternehmen meldeten deutlich weniger offene Stellen als im Vorjahr. „Der Rückgang neuer Stellen ist ein klarer Indikator für gedämpfte Wirtschaftskraft und vorsichtigere Personalplanung der Betriebe. Besonders betroffen ist das verarbeitende Gewerbe, das zudem unter strukturellen Veränderungen und globaler Wettbewerbsintensität leidet. Gleichzeitig entstehen im Dienstleistungs- und Gesundheitssektor neue Beschäftigungsmöglichkeiten“, so Simone Stuhrmann, Geschäftsführerin Operativ der Siegener Arbeitsagentur.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung: Hoher Stand, aber Tendenz negativ
Nach einer stabilen Entwicklung im Jahr 2024 stagnierte die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Jahr 2025 und verzeichnete sogar leichte Rückgänge. Das Gesamtbeschäftigungsniveau bleibt zwar hoch, doch die Wachstumskräfte schwächen sich ab.
Der Strukturwandel wirkt sich zunehmend auf die Region aus:
Rückgänge im sekundären Sektor (Industrie)
• Beschäftigungsabbau im verarbeitenden Gewerbe
• Besonders betroffen: Metallerzeugung und -bearbeitung
Zuwächse im tertiären Sektor (Dienstleistungen)
• Gesundheitswesen
• Handel
• Soziales und Verwaltung
Die Bruttowertschöpfung des verarbeitenden Gewerbes liegt weiterhin deutlich über jener der Dienstleistungsbranchen – ein Faktor, der die Bedeutung industrieller Wertschöpfung für die regionale Wirtschaftskraft nochmals unterstreicht.
Ausblick 2026: Herausforderungen bleiben – Chancen entstehen
Für das kommende Jahr rechnet die Agentur für Arbeit Siegen weiterhin mit hohen strukturellen und wirtschaftlichen Herausforderungen. Besonders die Zukunft des verarbeitenden Gewerbes bleibt zentral für die regionale Entwicklung. Gleichzeitig bieten demografische Veränderungen, Fachkräftebedarf und der Ausbau sozialer und administrativer Dienstleistungen Chancen für neue Beschäftigungsimpulse.