Nach der Winterflaute brachte der beginnende Frühling dem Monat März eine deutliche Belebung des Arbeitsmarktes. 11.043 Männer und Frauen sind in Vorpommern-Rügen aktuell ohne Job. Das sind 773 Personen bzw. 6,5 Prozent weniger, als noch im Februar.
„Pünktlich zum Start der Osterferien zieht auch die Personalnachfrage in unserer Region wieder an“, so Thorsten Nappe, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Stralsund. „Das betrifft in unserer stark touristisch geprägten Region natürlich hauptsächlich die Berufe des Hotel- und Gastronomiebereichs sowie des Handels. Hier registrieren wir mit Abstand die stärksten Rückgänge der Beschäftigungslosigkeit. Aber auch andere Branchen vermelden sinkende Arbeitslosenzahlen - die Bauberufe zum Beispiel und die Land- und Forstwirtschaft. Alle witterungsabhängigen Branchen starten mit den milderen Temperaturen nun wieder in ihr Saisongeschäft.“
Damit sank auch die Arbeitslosenquote in der Region deutlich. Sie liegt aktuell bei 9,8 Prozent. Das sind 0,7 Prozentpunkte weniger als im Vormonat. Auch im Vergleich mit dem Vorjahr steht der Arbeitsmarkt in der Region aktuell besser da. Vor 12 Monaten lag die Arbeitslosenquote noch bei 10 Prozent. Heute sind es 0,2 Prozentpunkte weniger.
Dass das Saisongeschäft der Hotel- und Gastronomiebranche den Arbeitsmarkt im März beleben würde, hatten Experten auch so erwartet. „In den Arbeitsagenturen der Region liefen in den vergangenen Monaten verstärkt Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit auf – häufig mit einem Einstellungstermin im März aber auch zum nächsten Monat“, so Thorsten Nappe. „Wir können daher im April mit einem noch deutlicheren Rückgang der Beschäftigungslosigkeit rechnen.“
Die aktuelle Arbeitsmarktentwicklung spiegelt sich auch in einer Betrachtung der einzelnen Regionen des Agenturbezirkes. Den stärksten Rückgang der Arbeitslosenzahlen verzeichneten die beiden Tourismusregionen Rügen sowie die Agenturgeschäftsstelle Ribnitz-Damgarten mit der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Auf Rügen sank die Arbeitslosigkeit binnen Monatsfrist um 304 Personen. Damit sind auf Deutschlands größter Insel aktuell 3.312 Männer und Frauen ohne Job. Die Arbeitslosenquote ging um beinahe einen Prozentpunkt zurück von 11,0 Prozent im Februar auf jetzt 10,1 Prozent. In der Agenturgeschäftsstelle Ribnitz-Damgarten sind 2.265 Personen arbeitslos gemeldet. Das sind 213 weniger als im Vormonat. Auch rund um die Bernsteinstadt sank die Arbeitslosenquote deutlich von 9,7 auf 8,8 Prozent. Das ist mit Abstand der niedrigste Wert unter allen Agenturgeschäftsstellen in der Region Vorpommern-Rügen.
Rückgänge in der Beschäftigungslosigkeit gab es auch in der Hansestadt Stralsund und rund um Grimmen. In Grimmen sind derzeit 1.603 Männer und Frauen ohne Job. Das sind 74 Personen weniger als im Februar. Die Arbeitslosenquote liegt bei 9,8 Prozent. In Stralsund ging die Zahl der Arbeitslosen um 150 Personen zurück. Derzeit sind im Stadtgebiet 3.374 Menschen beschäftigungslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote sank innerhalb des letzten Monats von 12,3 auf jetzt 11,8 Prozent.
Der Chef der Arbeitsagentur möchte den Blick aber noch auf eine andere Entwicklung lenken. „Im März veröffentlichen wir zum ersten Mal im Jahresverlauf die aktuellen Ausbildungsmarktzahlen. Derzeit sind bei der Berufsberatung 694 Jugendliche als Bewerber um einen Ausbildungsplatz gemeldet. Was Unternehmen freuen wird: Die Zahl der Bewerber steigt leicht an. Sie liegt aktuell um 41 Personen über dem Vergleichswert des Vorjahres. 464 Bewerber haben derzeit noch keinen festen Ausbildungsvertrag unterschrieben. Das ist zu diesem Zeitpunkt des Jahres auch nicht verwunderlich. Bis zum Ausbildungsstart im September werden wir noch viel Bewegung am Ausbildungsmarkt beobachten. Wichtig ist dabei nur: Jugendliche, die noch keinen festen Ausbildungsplatz in der Tasche haben, sollten auf jeden Fall den Kontakt zur Berufsberatung halten!“ Und auch für die Unternehmen hat der Agenturchef einen Tipp: „Melden Sie bitte Ihre Ausbildungsstellen beim Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur – und zwar rechtzeitig. Je später Sie sich für einen Azubi entscheiden, umso schwieriger wird es, den besten Bewerber zu finden.“