Arbeitsmarkt im Ferienmodus:

Leichter Anstieg der Beschäftigungslosigkeit im Juli

31.07.2026 | Presseinfo Nr. 36

Nachdem die Zahl der Arbeitslosen in den letzten Monaten durch die anhaltende Tourismussaison stetig gesunken ist, brachte der Juli nun einen kleinen Dämpfer. 9.366 Männer und Frauen sind im Landkreis Vorpommern-Rügen aktuell ohne Job. Das sind 260 Personen (2,9 Prozent) mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote stieg von 8,1 Prozent im Juni auf jetzt 8,4 Prozent.

„Im Prinzip beobachten wir das gleiche Sommerloch, wie in jedem Jahr“, erklärt Dirk Hausweiler, operativer Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Stralsund, die aktuelle Situation. „Im Juli und häufig noch einmal im August steigt die Arbeitslosigkeit leicht an. Das sind nicht die Zunahmen, wie wir sie am Ende der Saison beobachten müssen. Dennoch hat dieser Anstieg natürlich Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt.“

Der Landkreis Vorpommern-Rügen ist im Übrigen nicht die einzige Region, in der sich dieser Effekt zeigt. In allen Kreisen und kreisfreien Städten in Mecklenburg-Vorpommern ist die Beschäftigungslosigkeit im Vergleich zum Vormonat angestiegen. Das ergibt in der Summe für das gesamte Bundesland einen Anstieg um 1.581 Personen bzw. 2,6 Prozent. Die Arbeitslosenquote in Mecklenburg-Vorpommern liegt mit 7,8 Prozent allerdings immer noch einige Prozentpunkte unter dem Niveau Vorpommern-Rügens.

Zwei Entwicklungen führen regelmäßig in den Sommermonaten zu einer Zunahme der Beschäftigungslosigkeit. Zum einen steigen in dieser Zeit die Arbeitslosenzahlen in der Altersgruppe der unter-25-Jährigen. Arbeitslosmeldungen von Jugendlichen nach der Schule oder von Auszubildenden, die nach ihrer Lehre nicht vom Ausbildungsbetrieb übernommen werden, sorgen für diesen Effekt. Fast die Hälfte des aktuellen Anstiegs der Beschäftigungslosigkeit spielt sich in der Altersgruppe unter 25 Jahren ab.

Zum anderen fällt im aktuellen Berichtsmonat der Berufsbereich der Sozial- und Erziehungsberufe ganz besonders ins Auge. Hier ist die mit Abstand stärkste Zunahme der Arbeitslosigkeit zu beobachten. Um 170 Personen stieg die Beschäftigungslosigkeit im Vergleich zum Juni. Für den stellvertretenen Agenturchef ist das nicht verwunderlich. „Bestimmte Beschäftigte an den Schulen – insbesondere die sogenannten Schulbegleiterinnen und Schulbegleiter – werden regelmäßig in den Sommermonaten entlassen und erst zum Start in das neue Schuljahr wieder eingestellt. Das führt in den Sommerferien immer wieder zu einem Ansteigen der Arbeitslosigkeit speziell bei dieser Berufsgruppe. Es ist nur ein kurzer Effekt, aber dennoch einer, der sich auf dem Arbeitsmarkt sichtbar auswirkt.“

Positiv ist für Dirk Hausweiler, dass die aktuelle Arbeitslosigkeit leicht unter dem Wert des Vorjahres liegt. So waren vor 12 Monaten noch 9.621 Männer und Frauen ohne Job. Heute sind es 255 Personen weniger. Die Arbeitslosenquote sank gegenüber dem Vorjahreswert um 0,2 Prozentpunkte auf nun 8,4 Prozent.

„Diese positive Entwicklung ist nicht selbstverständlich“, so Dirk Hausweiler. „Wenn ich zum Beispiel in unsere Nachbarbundesländer Schleswig-Holstein und Hamburg schaue, sehe ich statt eines Rückgangs der Beschäftigungslosigkeit eine Zunahme der Arbeitslosenzahlen. Mecklenburg-Vorpommern und auch unser Landkreis stehen hier im Vergleich deutlich besser da. Das liegt ganz sicher auch an unserer besonderen Wirtschaftsstruktur. Die Saison läuft auf Hochtouren und damit meine ich nicht nur den Tourismusbereich. Auch das Baugewerbe, die Landwirtschaft oder der Verkehr- und Logistikbereich sorgen für eine stabile Beschäftigung.“