Immer noch Sommerflaute am Arbeitsmarkt

28.08.2026 | Presseinfo Nr. 41

Die Arbeitslosigkeit in der Region Vorpommern-Rügen ist im August noch einmal leicht angestiegen. 9.609 Männer und Frauen sind im Landkreis aktuell ohne Job. Das sind 243 Personen bzw. 2,6 Prozent mehr als noch im Juli. Die Arbeitslosenquote stieg binnen Monatsfrist von 8,4 auf jetzt 8,6 Prozent.

„Die Sommerflaute am Arbeitsmarkt hält damit auch im August an“, so Thorsten Nappe, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Stralsund. „Schon im Juli hatten wir einen leichten Anstieg der Beschäftigungslosigkeit zu verzeichnen. Das setzt sich nun im aktuellen Berichtsmonat fort. Die Gründe für diese Entwicklung sind die gleichen, wie im Vormonat: Die Sommermonate sind nicht die Zeit für Personaleinstellungen in den Unternehmen. In vielen Firmen herrscht Ferienflaute – oftmals sogar Betriebsferien. Personalbedarfe werden in dieser Zeit kaum gemeldet.“

Der zweite Punkt der die Arbeitslosenzahlen in den Sommermonaten negativ beeinflusst, ist die Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit. Die steigt im Juli und August regelmäßig an. Arbeitslosmeldungen von Schülerinnen und Schülern zwischen der Zeugnisübergabe und dem Ausbildungsbeginn sorgen für diesen Effekt. Aber auch Auszubildende, die nach ihrer Lehre nicht vom Ausbildungsbetrieb übernommen werden, melden sich arbeitslos. Damit spielt sich mehr als die Hälfte des aktuellen Anstiegs der Beschäftigungslosigkeit in der Altersgruppe unter 25 Jahren ab.

Das Thema Jugendarbeitslosigkeit nehmen Arbeitsagentur und Jobcenter in den kommenden Monaten besonders in den Fokus. Ziel ist, jedem jungen Menschen die notwendige Unterstützung für eine zügige Integration in den Arbeitsmarkt zu geben. Das soll nicht nur Jugendlichen eine Chance geben. Auch die Unternehmen der Region, die Arbeitskräfte suchen, sollen davon profitieren.

Eine weitere Besonderheit der Arbeitsmarktentwicklung in den Sommermonaten ist ein Anstieg im Berufsbereich Erziehung und soziale Berufe. Bestimmte Beschäftigte an den Schulen – insbesondere die sogenannten Schulbegleiterinnen und Schulbegleiter – werden regelmäßig in den Sommerferien entlassen und erst zum Start in das neue Schuljahr wieder eingestellt. Das führte bereits im Juni zu einem Ansteigen der Arbeitslosigkeit speziell bei dieser Berufsgruppe. Im August kamen noch ein paar Arbeitslosmeldungen hinzu. „Wir wünschen uns natürlich, dass die Fachkräfte aus diesem Bereich auch über die Ferienzeit beschäftigt würden, aber zurzeit müssen wir diese Entwicklung so hinnehmen“, so der Agenturchef. „Jetzt – zum Schuljahresstart – sind wahrscheinlich viele Beschäftigte auch wieder eingestellt. Diese Entwicklung wird sich aber erst in den Septemberdaten am Arbeitsmarkt abbilden.“

Erfreulich ist für Thorsten Nappe ein Blick auf den Vergleich mit den Vorjahreswerten. Vor zwölf Monaten waren noch 9.925 Männer und Frauen ohne Job. Heute sind es 316 Personen weniger. Die Arbeitslosenquote lag im August 2025 noch bei 8,9 Prozent und damit 0,3 Prozentpunkte über dem heutigen Niveau.
Betrachtet man die Entwicklung der Beschäftigungslosigkeit nach Branchen zeigt sich: Besonders die Baubranche und der Bereich der Land- und Forstwirtschaft fallen hier besonders auf. In diesen beiden Bereichen ist der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich am stärksten.