Berufliche Neuorientierung für Beschäftigte der Automobilindustrie und Fachkräftegewinnung für regionale Unternehmen – das ist das Ziel des EU-Projekts „Automotive Cluster Transition Bridge“, das jetzt von der Agentur für Arbeit Stuttgart, der Robert Bosch GmbH als Konsortialführerin und fünf weiteren Partnern gestartet wird. Insgesamt 2,7 Millionen Euro erhalten die Projektpartner von der EU für ihre Arbeit.
„Die Strukturkrise des regionalen Automobil- und Maschinenbaus verändert den Arbeitsmarkt nachhaltig. Während in einigen Bereichen die Beschäftigung zurückgeht, suchen andere Unternehmen Fachkräfte – z.B. in der Elektromobilität, der Energiewirtschaft oder der nachhaltigen Produktion“, fasst Michael Kaiser, Geschäftsführer der WRS, die Situation zusammen. „Hier setzt das Projekt ‚Automotive Cluster Transition Bridge‘ an.“
„Der Strukturwandel im Automobilsektor ist für uns eine ganz zentrale arbeitsmarktpolitische Herausforderung. Wenn sich unsere ganze Industrieregion im Umbruch befindet, braucht es neue, mutige Wege. Mit dem Einstieg in dieses europäische Pilotprojekt machen wir genau das: Wir verbinden konkrete passgenaue Hilfe für betroffene Beschäftigte mit der strategischen Entwicklung einer neuartigen Kompetenzgarantie“, erläutert Gunnar Schwab, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Stuttgart. „Durch die enge Zusammenarbeit von Wirtschaft, Wissenschaft und Arbeitsverwaltung bringen wir Menschen in zukunftssichere Branchen. Uns geht es um messbare Erfolge vor Ort und gleichzeitig um ein belastbares Modell, das als Blaupause für den Strukturwandel in ganz Deutschland und Europa richtungsweisend sein kann.“
Ziel des Projekts ist es, Beschäftigte im Wandel zu begleiten, ihre Kompetenzen sichtbar zu machen und ihnen durch gezielte Qualifizierung sowie individuelles Zusammenführen mit Unternehmen neue berufliche Perspektiven zu eröffnen.
Konkret werden im Rahmen der „Automotive Cluster Transition Bridge“ Prozesse entwickelt und erprobt, die Beschäftigte der Automobilindustrie bei der beruflichen Neuorientierung unterstützen. Dazu werden bestehende Kompetenzen der Fachkräfte analysiert und künftige Anforderungen der aufnehmenden Branchen erfasst, individuelle Entwicklungswege aufgezeigt und passgenaue Qualifizierungsangebote mit konkreten Beschäftigungsmöglichkeiten verknüpft.
Die „Automotive Cluster Transition Bridge“ bringt Unternehmen, Beschäftigte, Arbeitsmarktakteur*innen, Forschungseinrichtungen und Weiterbildungspartner zusammen und stärkt so die regionale Wirtschaft im Strukturwandel. Im Projekt soll zudem ein übertragbares Modell für andere Regionen in Europa entwickelt werden.
Die „Automotive Cluster Transition Bridge“ wird über das EU-Programm ESF+ gefördert. Das Projekt ist für zwei Jahre angesetzt und wird am 1. September 2026 offiziell starten. Aus den rund 2,7 Millionen Euro Fördermitteln erhält die Agentur für Arbeit Stuttgart einen Anteil, um das Projekt mit einem dreiköpfigen Team zu hinterlegen. Die Koordination liegt bei der Robert Bosch GmbH.
Partner im Projekt „Automotive Cluster Transition Bridge“:
- Robert Bosch GmbH
- Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH
- Agentur für Arbeit Stuttgart
- Fraunhofer IAO
- Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) gGmbH
- Landesagentur für neue Mobilitätslösungen und Automotive Baden-Württemberg, e-mobil BW GmbH
- Business Upper Austria
Über die Agentur für Arbeit Stuttgart
Die Aufgaben der Agentur für Arbeit Stuttgart sind vielfältig. Sie ist zuständig für die Auszahlung von Leistungen, zu denen neben dem Arbeitslosengeld noch weitere Leistungen gehören, beispielsweise das Insolvenzgeld oder Kurzarbeitergeld.
Weiteres Kerngeschäft ist die Beratung. Interessierte können sich zu Aus- und Weiterbildung, Studium, Neuorientierung, Wiedereinstieg oder Arbeitssuche beraten lassen, unabhängig davon ob sie in Beschäftigung sind oder arbeitslos bzw. von Arbeitslosigkeit bedroht. Im Gespräch mit den Beraterinnen und Beratern der Agentur für Arbeit erhalten nicht nur Informationen rund um berufliche Karrieremöglichkeiten, sondern auch um Bewerbung, Selbsterkundungstools, Tests oder Förderung.
Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Vermittlung unterstützen bei der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle und geben Informationen zu aktuellen Bewerbungsverfahren. Sie unterstützen bei der Nutzung von Onlinestellenbörsen und begleiten durch unsere eServices. Darüber hinaus sind sie Expertinnen und Experten darin, Qualifikationsbedarf festzustellen und gemeinsam Lösungen zur Behebung von Qualifizierungslücken zu erarbeiten. Denn nur durch qualifizierte Ausbildung und kontinuierliche berufliche Weiterbildung verlaufen Erwerbsbiografien erfolgreich.
Unser Arbeitgeber-Service unterstützt Unternehmen und Betriebe bei der Besetzung von Ausbildungsstellen und der Suche nach Personal - gerade wenn es darum geht, Fachkräftepotenziale zu erschließen. Eine kompetente Arbeitsmarkt- und Qualifizierungsberatung vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen rundet unser Dienstleistungsangebot ab.
Die Agentur für Arbeit Stuttgart ist in zahlreichen Netzwerken aktiv, so ist sie auch Teil der Fachkräfteallianz Region Stuttgart. Ein gemeinsames Angebot: die regionale Arbeitsmarktdrehscheibe Stuttgart.
Diese unterstützt Beschäftigte und Unternehmen – sowohl solche, die Personal
abbauen, als auch jene, die Fachkräfte suchen – und gestaltet Übergänge frühzeitig und nachhaltig für eine zukunftsfähige Region Stuttgart.
Ziel ist es, Arbeitslosigkeit zu vermeiden, Fachkräfte in der Region zu halten und Unternehmen bei strukturellen Veränderungen aktiv zu unterstützen.
Weitere Informationen zur Arbeitsmarktdrehscheibe auf der Internetpräsenz der Agentur für Arbeit Stuttgart:
https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/stuttgart/unternehmen/regionale-arbeitsmarktdrehscheibe-stuttgart