Rückblick auf die Entwicklung des Arbeitsmarktes in 2025

Konjunkturell und strukturell bedingte Eintrübung auf dem Arbeitsmarkt setzte sich fort, bei gleichzeitig anhaltendem Mangel an Fachkräften 

07.01.2026 | Presseinfo Nr. 4

  • 23.087 Menschen waren im Jahr 2025 durchschnittlich arbeitslos gemeldet; 772 mehr als im Jahr 2024 (+ 3,5 %) 

  • Die Arbeitslosenquote stieg zum Vorjahr um 0,3 Prozentpunkte an und liegt nun bei 7,0 %. 

  • Gestiegen ist hingegen die Zahl der neu gemeldeten Stellen.

  •  Insgesamt wurden von Januar bis Dezember 12.241 Stellen gemeldet; 1.069 (+ 9,6%) mehr als 2024.  

  • Der durchschnittliche Bestand an freien Stellen stieg damit um 52 auf 4.870 (+ 1,1 %) 

  • 50.510 Zugänge in Arbeitslosigkeit

  • 49.295 Abgänge aus Arbeitslosigkeit  

  • Grundsicherung: 22.326 Bedarfsgemeinschaften, 527 weniger (- 2,3%) als im Durchschnitt des Jahres 2024 

     

„Während in Ostthüringen bis zum Jahr 2022 ein kontinuierlicher Anstieg bei den sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen zu verzeichnen war, geht diese Zahl seit 2023 schrittweise zurück, zuletzt mit einem Minus von einem Prozent. Dieser Rückgang liegt allerdings noch im erwarteten Rahmen. Auffällig ist jedoch, dass die großen Arbeitsplatzverluste – etwa bei Automobilzulieferern, im Maschinenbau, im Einzelhandel oder bei gewerblichen Arbeitsplätzen – nicht eins zu eins zu einem entsprechenden Anstieg der Arbeitslosigkeit geführt haben. Dennoch ist der Zuwachs von 11 Prozent bei den Arbeitslosen in der Arbeitslosenversicherung gegenüber dem Jahresende 2024 erheblich und stellt auch in Ostthüringen eine spürbare Belastung für Arbeitsagentur und Jobcenter dar. Mehr als die 23.087 Arbeitslosen im Jahresschnitt 2025 gab es zuletzt im Jahr 2016. Damals waren rund 25.270 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen.   

Besonders besorgniserregend ist der starke Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit um 7,2 % gegenüber dem Jahr 2024. Zugleich nimmt auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen zu – und je länger Arbeitslosigkeit andauert, desto schwieriger wird die Rückkehr in den Arbeitsmarkt. 

In der Grundsicherung hat sich die Entwicklung zuletzt etwas stabilisiert: Nach höheren Zuwachsraten im ersten Halbjahr ist die Arbeitslosenzahl zuletzt zurückgegangen und lag zum Jahresende noch um 1,3 Prozent über dem Vorjahreswert. 
Positiv zu bewerten ist, dass sich die Arbeitskräftenachfrage nach einem schwachen Jahresstart zuletzt etwas verbessert hat. Die Unternehmen meldeten insgesamt 1.070 freie Arbeitsstellen mehr als im Jahr 2024. 

Arbeitsmarktpolitisch haben Agentur für Arbeit und Jobcenter vor allem in die berufliche Weiterbildung Arbeitsloser investiert, um deren Beschäftigungsfähigkeit in einem sich schnell wandelnden Arbeitsmarkt zu sichern und zu verbessern. Die Teilnehmerzahlen in allen geförderten Maßnahmen lagen rund fünf Prozent über dem Vorjahr. Der Einfluss von Künstlicher Intelligenz auf die Zahl der Arbeitsplätze in Ostthüringen ist derzeit noch nicht messbar. 

Regional zeigen sich deutliche Unterschiede: Die großen Städte Gera und Jena zählen 2025 zu den Verlierern auf dem Arbeitsmarkt in Ostthüringen. Beide verzeichnen deutlich höhere Arbeitslosenquoten als vor einem Jahr. In Jena sind die wirtschaftlichen Auswirkungen klar spürbar, während in Gera vor allem der wachsende Anteil ausländischer Arbeitsloser in der Grundsicherung prägend ist – damit behält die Stadt weiterhin die „rote Laterne‘ in Thüringen“ – zieht Stefan Scholz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Thüringen Ost ein Resümee zur Entwicklung des Arbeitsmarktes für das Jahr 2025.