Während die Entwicklung des Arbeitsmarktes ab 2006 durch einen kontinuierlichen Beschäftigungsaufbau, sinkende Arbeitslosenzahlen und zunehmenden Fachkräftemangel gekennzeichnet war, ist seit Beginn der Corona-Krise 2020 eine deutliche Abschwächung dieses Trends zu beobachten. Ob es sich hierbei nur um eine Pause oder sogar mittelfristig um eine teilweise Umkehrung handelt, kann aktuell nur schwer beurteilt werden.
Aufgrund des Erreichens des Rentenalters durch die Generation der Baby-Boomer sinkt auch zukünftig das Erwerbspersonenpotential erheblich. Demgegenüber hat der beginnende breite Einsatz generativer Künstlicher Intelligenz (KI) in der Arbeitswelt disruptives Potential mit möglicherweise erheblichen Auswirkungen auf die Arbeitskräftenachfrage und die Qualifikationsanforderungen. Hinzu kommen die aktuellen geopolitischen und wirtschaftlichen Herausforderungen u.a. eine anhaltende wirtschaftliche Rezession in Deutschland und die US-Zollpolitik.
So gewaltig die Auswirkungen auch sind: Sie sind kein Schicksal. Die Stärkung der beruflichen Weiterbildung kann entscheidend dazu beitragen, bestehende Chancen zu nutzen und Risiken abzufedern. Eine weitere positive Entwicklung des Arbeitsmarktes kann ermöglicht werden.
Die hier vorliegende Qualifizierungsstrategie „Lebenslanges Lernen“ nimmt neben der jährlichen Bildungszielplanung auch eine strategische Perspektive in den Blick. Mit Fokus auf die Region Ostthüringen wird die Entwicklung der beruflichen Weiterbildung in einen erweiterten Kontext gestellt: Sie zeigt den Rahmen auf, in dem sich eine Bildungszielplanung nicht nur kurzfristig, sondern auch mittel- und langfristig bewegt. Berücksichtigt werden künftige Bildungsbedarfe, die mit der laufenden Transformation und dem Strukturwandel verbunden sind. Ebenso gehen innovative Lernformen und neue Technologien in die Betrachtung ein.
Die vorliegende Qualifizierungsstrategie wurde federführend durch die Agentur für Arbeit Thüringen Ost gemeinsam mit den Jobcentern Altenburger Land, Gera, Saale-Holzland-Kreis, Saale-Orla-Kreis, Landkreis Greiz, jenarbeit und Saalfeld-Rudolstadt erarbeitet sowie mit der IHK Ostthüringen zu Gera und der Handwerkskammer für Ostthüringen abgestimmt. Sie soll die Grundlage für die weitere Diskussion aller Beteiligten, wie Unternehmen, Bildungsträgern und Gebietskörperschaften, bilden. Anregungen und Beiträge können Sie gerne per E-Mail an die Adresse Thueringen-Ost.BdGF@arbeitsagentur.de senden.
