Arbeitsmarkt in Südwestthüringen auch zum Jahresende ohne positive Anzeichen

07.01.2026 | Presseinfo Nr. 1

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„Ein Anstieg der Arbeitslosenzahlen zum Ende eines Kalenderjahres ist eine saisontypische Erscheinung. Eine Vielzahl befristeter Arbeitsverträge endet zu Jahresende, die meisten Betriebe mit überwiegend Tätigkeiten im Außenbereich gehen witterungsbedingt in die Winterpause. So fällt das Anwachsen der Arbeitslosenquote um 0,2 %-Punkte auf 5,5 % eher moderat aus“, 

so die Analyse von Wolfgang Gold, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Thüringen Südwest in Suhl. 

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„Mit der Quote von 5,5 % haben wir aber immer noch die günstigste Relation im Bereich der gesamten Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen.“

Im Agenturbezirk wurden im Dezember 2025 wiederum 12.398 Arbeitslose gezählt, das sind 240 Personen mehr als im November. Die Zugänge zum Bestand verteilen sich nahezu gleichmäßig auf die Rechtskreise der Arbeitslosenversicherung und der Grundsicherung.

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„Der Arbeitsmarkt ist ständig in Bewegung, dennoch stand der Ausgleich im Dezember 2025 in keinem ausgewogenen Verhältnis. Direkt aus Erwerbstätigkeit heraus sind 1.069 Frauen und Männer neu in Arbeitslosigkeit geraten, nur 593 Personen konnten im gleichen Zeitraum wieder in eine Erwerbstätigkeit einmünden. Betrachten wir aber die Summen der Zugänge aus Erwerbstätigkeit und der Abgänge in Erwerbstätigkeit über das gesamte Jahr 2025, liegen beide Werte mit ca. 31.500 Wechseln fast deckungsgleich. Im Dezember 2025 allerdings überlagerten sich die Jahresendeffekte mit den Erscheinungen der anhaltend verhaltenen Wirtschaftslage.

Die Unternehmen des Agenturbezirkes meldeten im Dezember noch 708 neue Arbeitsstellen, das sind immerhin 186 mehr als im November. Zumindest ein Zeichen dafür, dass wohl ein Großteil der Stellen mit ausgelaufenen befristeten Arbeitsverträgen nachbesetzt werden. Dennoch gibt die konjunkturelle Lage aktuell wenig Anlass für Optimismus für das gerade begonnene Jahr 2026, zumal die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Thüringen Südwest das erste Mal unter die Marke von 150.000 gesunken ist“, 

schließt Wolfgang Gold.

 

Fakten zum Arbeitsmarkt

Die Arbeitslosenquote der Agentur für Arbeit Thüringen Südwest beträgt aktuell 5,5 %, im Monat November betrug die Quote 5,3 % (Dezember 2024 ebenfalls 5,3 %). Im Dezember waren 12.398 Personen im Agenturbezirk ohne Arbeit. Der Bestand an Arbeitslosen ist um 240 Personen (+2,0 %) angestiegen. Die aktuelle Zahl liegt um 169 Personen höher als im Dezember 2024 (+1,4 %).

Es werden 708 Zugänge an gemeldeten Arbeitsstellen ausgewiesen, 186 Stellen mehr als im Monat November (+35,6 %). Das sind 53 neue Stellenangebote mehr als im Vorjahresmonat (+8,1 %). Im gesamten Jahr 2025 wurden der Arbeitsagentur 7.838 Stellen neu gemeldet, gegenüber dem Vorjahr ein Zuwachs von 395 Stellen (+ 5,3 %). Die Zahl der aktuell 3.563 offenen Arbeitsstellen im Agenturbezirk ist gegenüber dem Vormonat um 150 Stellen (+4,4 %) angestiegen.

Die tatsächliche Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes ist gegenüber dem Vormonat November 2025 stark zurückgegangen. Der Zugang zum Bestand der Arbeitslosen beträgt 2.642 Personen, insgesamt 134 Personen mehr (+5,4 %) als im November, aber zumindest 68 Personen (-2,5 %) weniger als im Monat Dezember 2024. Davon kommen 1.069 Betroffene direkt aus Erwerbstätigkeit und 522 aus Ausbildungen oder sonstigen Maßnahmeteilnahmen.

Die Abgänge aus Arbeitslosigkeit von aktuell 2.369 Arbeitslosen liegen um 174 Personen und -6,8 % niedriger als im November, sowie um 75 Personen und +3,3 % über den Vergleichswerten des Vorjahres. Von diesen Betroffenen konnten nur 593 Frauen und Männer wieder in Erwerbstätigkeit einmünden, darunter wagten 23 den Schritt in die Selbständigkeit. In Ausbildung und sonstige Maßnahmen sind weitere 450 ehemalige Arbeitslose eingemündet, 58 weniger als im Vormonat (-11,4 %) und 20 weniger als im November 2024 (-2,9 %). Zu den weiteren statistischen Abgängen aus Arbeitslosigkeit wurden im Dezember allein 711 Personen wegen Arbeitsunfähigkeit erfasst.

Die Zahlen zur sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach Wirtschaftszweigen werden mit einer Wartezeit von 6 Monaten erhoben. Der letzte Datenstand stammt von Ende Juni 2025. Danach gab es den größten Beschäftigungsanstieg in Berufen mit freiberuflichen, wissenschaftlich-technischen und Immobilien-Dienstleistungen mit 142 Stellen. Einen geringen Anstieg in der Beschäftigung verzeichnen noch die Bereiche Energieversorgung mit 22 Stellen sowie Erziehung und Wissenschaft mit 7 Stellen. Alle anderen Wirtschaftszweige sind von einem Rückgang der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung geprägt. Die deutlichsten Stellenverluste wurden im verarbeitenden Gewerbe (-1.769 Stellen), in der Metall-, Elektro- und Stahlindustrie (-1.540 Stellen) sowie in der Arbeitnehmerüberlassung (-1.011 Stellen) verzeichnet.

Die Branchen mit den größten Beständen an Arbeitslosen sind aktuell mit 2.513 Personen die Fertigungs- und fertigungstechnischen Berufe mit einem Anteil von über 20 % am Bestand aller Arbeitslosen. In den Verkehrs- und Logistikberufen sind 1.783 Personen von Arbeitslosigkeit betroffen (+ 14,4 %), gefolgt von den Handelsberufen mit 1.096 Arbeitslosen (+ 8,8 %). Aus Unternehmen der Informationstechnik und naturwissenschaftlichen Dienstleistungsberufen haben sich insgesamt im Dezember nur 115 Beschäftigte arbeitslos gemeldet. 

Neu gemeldete Arbeitsstellen sorgen für einen permanenten Ausgleich am Arbeitsmarkt. Von den 3.563 im November gemeldeten Stellen im Agenturbezirk entfallen 1.309 neue Jobangebote wiederum auf die Fertigungs- und fertigungstechnischen Berufe. In medizinischen und nichtmedizinischen Gesundheitsberufe sind 541 neue Stellen zu besetzen, in Handelsberufen werden 400 neue Stellen angeboten. Über alle Branchen hinweg liegt die Zahl der Neuzugänge an Arbeitsstellen aktuell um 107 niedriger als im Monat Dezember 2024 (-2,9 %).

Im Dezember 2025 wurden der Agentur für Arbeit Thüringen Südwest aus wirtschaftlichen und konjunkturellen Gründen 24 Anzeigen zur Kurzarbeit von Unternehmen übermittelt. Darin waren 506 Personen betroffen, die Kurzarbeit zu erwarten haben. 

 

Fakten zum Ausbildungsmarkt

Mit dem Ausbildungs- und Berichtsjahr 2025/2026 hat ein neuer Jahrgang von Schulabgängern die Chance, bei Unternehmen in Südwestthüringen einen Berufsausbildungsvertrag zu unterschreiben. Im Monat Dezember hatten sich im Agenturbezirk Thüringen Südwest bereits 197 Jugendliche als Bewerberinnen und Bewerber für Berufsausbildungsstellen registrieren lassen, damit schon 54 Personen mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Angebot an ausgeschriebenen Berufsausbildungsstellen entwickelt sich noch zaghaft, doch kontinuierlich. Momentan stehen bereits 184 Stellen zur Verfügung. Damit bleiben die ausbildenden Betriebe im Agenturbezirk mit ihren Stellenangeboten allerdings hinter dem Vorjahresangebot zurück. Im Jahr 2024 waren im Vergleichszeitraum bereits 329 Berufsausbildungsstellen verfügbar. Für interessierte Jugendliche heißt es deshalb, sich frühzeitig aktiv zu bemühen!

 

Personengruppen

Das Verhältnis von arbeitslosen Frauen und Männern mit einer Relation von 41,6 % zu 58,4 % hat sich gegenüber dem November kaum verändert.

In der Altersgruppe der arbeitslosen Jüngeren im Alter von 15 bis unter 25 Jahren ist gegenüber dem Vormonat ein leichter Anstieg von 54 Personen (+4,4 %) zu verzeichnen. Gegenwärtig werden in dieser Altersklasse 1.291 Jugendliche durch die Agentur für Arbeit betreut. Die Arbeitslosenquote in dieser Altersklasse liegt bei 6,1 %.

In der Altersklasse der Jugendlichen von 15 bis unter 20 Jahre sind zum aktuellen Bestand von 354 Personen gegenüber dem November 25 Arbeitslose (+7,6 %) dazugekommen, damit wird hier eine Arbeitslosenquote von 4,9 % errechnet. 

Von den 12.398 Arbeitslosen sind im Dezember 4.743 Frauen und Männer (38,3 %) in den Altersklassen der Älteren über 50 Jahren zu finden. Dieser Bestand ist gegenüber dem Monat November um 91 Personen angestiegen. Gegenüber dem Dezember 2024 sind aus diesen Altersgruppen 49 ältere Personen mehr arbeitslos.

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) werden von 5.614 Arbeitslosen derzeit 642 Personen als Langzeitarbeitslose gezählt, 20 Personen weniger als im November 2025 - gegenüber dem Vorjahresmonat in 2024 aber ein deutlicher Anstieg um 117 Arbeitslose und +22,3 %. In der Grundsicherung (SGB II) verfestigt sich auch in diesem Monat die Langzeitarbeitslosigkeit. Von den insgesamt 6.784 arbeitslosen Personen sind mit 3.656 Frauen und Männern mehr als die Hälfte von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen (53,9 %). Gegenüber dem Dezember 2024 sind das 61 Personen und +1,7 % mehr.

In Südwestthüringen galten im Dezember 954 Arbeitslose als schwerbehindert. Gegenüber dem November ist diese Anzahl um 25 Personen (+2,7 %) leicht angestiegen. Im Vergleich mit dem Vorjahresmonat gab es im Agenturbezirk 21 arbeitslose schwerbehinderte Menschen mehr (+2,3 %).

In Agenturbezirk sind aktuell 2.516 Ausländer arbeitslos – gegenüber dem Vormonat ein leichter Anstieg um 68 Personen. Im Vergleich mit dem Dezember 2024 entspricht der Anstieg von 270 arbeitslosen Personen mit ausländischem Pass einem Zuwachs von 6,7 %.

Der Anteil der ausländischen Mitbürger am Bestand aller Arbeitslosen in Südwestthüringen beträgt 20,3 %. Im Landkreis Sonneberg (26,2 %) und im Wartburgkreis (22,9 %) haben Ausländer den größten Anteil an der arbeitslosen Bevölkerung. Danach folgen die Stadt Suhl mit einer Quote von 20,2 % und der Landkreis Schmalkalden-Meiningen mit 14,7 % Ausländern an den Arbeitslosen.

 

Entwicklung in den Regionen

Die Entwicklung der Arbeitslosenbestände und -quoten hat sich in den Regionen des Agenturbezirkes zum Jahresende 2025 durchaus unterschiedlich vollzogen.

Der Landkreis Hildburghausen verzeichnete im Dezember wieder die geringste Arbeitslosenquote mit gleichbleibend 4,3 %. Eine Bestandserhöhung von 24 Arbeitslosen setzte sich zusammen aus einem Abgang von 4 Personen im Rechtskreis SGB III und 28 Zugängen aus dem Rechtskreis SGB II.

In der Region um Hildburghausen wurden 79 neue Arbeitsstellen gemeldet, 6 mehr als im Vormonat. Es standen im Dezember insgesamt 504 offene Stellen zur Besetzung bereit. 

Es folgte der Landkreis Schmalkalden-Meiningen mit einer Quote von 4,8 %, auch diese hat sich trotz eines Rückganges des Bestandes um 20 Arbeitslosen gegenüber dem November nicht verändert (+43 Personen SGB III / -63 Personen SGB II).

Die Unternehmen des Landkreises haben 194 neue Arbeitsstellen gemeldet, ein Anstieg gegenüber dem November von 13 Stellen. Der Bestand an verfügbaren Arbeitsstellen erhöhte sich auf 972.

Im Landkreis Sonneberg beträgt die Arbeitslosenquote für den Dezember 5,2 %, im November errechneten sich noch 4,9 %. Die 89 Zugänge zum Bestand an Arbeitslosen kamen mit 49 Personen vom SGB III, 40 Neuzugänge stammten aus der Grundsicherung.

Neu zu besetzende Arbeitsstellen wurden in der Region um Sonneberg 95 gemeldet, 36 mehr als im letzten Monat. Insgesamt waren 592 offene Stellen im Bestand.

Für den Wartburgkreis als Region mit dem größten Strukturanteil im Agenturbezirk Thüringen Südwest wird eine Arbeitslosenquote von 6,1 % ausgewiesen (November 5,9 %). Die 150 Zugänge zum Bestand setzen sich zusammen aus 44 Personen im Rechtskreis SGB III und 106 Personen aus dem SGB II. Für Bewerberinnen und Bewerber standen im Dezember 1.287 offene Stellen zur Verfügung.

Hier ist die Verfügbarkeit neuer Stellen um 296 angestiegen, ein Zuwachs von 127 Stellen im Rückblick auf November.

Die Stadt Suhl hat mit 7,1 % wiederum den höchsten Wert bei der Arbeitslosenquote mit einem leichten Rückgang um 0,1 Prozentpunkte. 8 Bestandsabgänge aus dem Rechtskreis SGB III und 5 Zugänge aus dem Rechtskreis SGB II ergeben in der Stadt Suhl einen leichten Rückgang von 3 Personen insgesamt.

Auch in der Stadt Suhl wurden durch die Arbeitgeberschaft neue Stellen gemeldet. Die 44 neuen Angebote liegen um 4 Stellen über dem Wert des Vormonates. Im Dezember waren in der Stadt Suhl 208 Stellen offen.

 

Entwicklung in den Rechtskreisen

5.614 arbeitslos gemeldete Menschen sind dem Rechtskreis SGB III zugeordnet, ihr Anteil am gesamten Bestand der Arbeitslosen beträgt 45,3 % und erhöhte sich gegenüber dem Vormonat um 124 Betroffene (+ 2,3 %). Im Vergleich zum Dezemberwert 2024 liegt der Wert um 550 Personen und +10,9 % höher.

6.784 Arbeitslose bzw. 54,7 % am Gesamtbestand werden im Rechtskreis SGB II von vier Jobcentern in gemeinsamer Einrichtung und einem zugelassenen kommunalen Träger betreut. Das bedeutet gegenüber dem Vormonat einen Anstieg des Bestandes um 116 Betroffene (+1,7 %). Im Vergleich zum Dezember 2024 ist das aber ein Rückgang von 381 Arbeitslosen (-5,3 %).

Die Anzahl der aktuell 9.536 Bedarfsgemeinschaften im Agenturbezirk ist gegenüber dem November um 33 und damit um -0,3 % zurückgegangen. Die Anzahl der 12.032 erwerbsfähigen Leistungsberechtigten im Bürgergeldbezug verringerte sich zum Vormonat um 15 Personen und -0,1 %.