Zitat:„Es sind kleine Zeichen. Es sind erste positive Zeichen. Erstmals scheint der Abwärtstrend am Arbeitsmarkt gestoppt. Mit vorsichtiger Zurückhaltung kann man vom Beginn einer leichten Frühjahrsbelebung sprechen“,
so interpretiert Wolfgang Gold, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit in Suhl, die neuen Statistikzahlen für den Monat Februar 2026.
Zu Anfang des Jahres 2026 wurde erstmals auch im Bund ein Rückgang des Erwerbspersonenpotentials um über 40.000 Personen registriert. Diesen demografischen Effekt bekommt Südwestthüringen bereits seit Monaten zu spüren. Allerdings steht bei den Februarzahlen für den Agenturbezirk Thüringen Südwest erstmals wieder ein Beschäftigungszuwachs zu Buche. Gegenüber dem Vormonat ist die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um 918 Personen und +0,6 % angestiegen.
Die Zahl der arbeitslosen Personen dagegen ist im Februar nicht mehr weiter angestiegen, der Bestand hat sich sogar um 84 Frauen und Männer insgesamt verringert. Die Arbeitslosenquote beträgt wie im Vormonat 5,9 %, im Jahr zuvor war sie allerdings mit 5,7 % noch niedriger.
Zitat:„Damit haben wir im Vergleich mit den anderen Agenturen der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen weiterhin die günstigste Relation“,
befindet Wolfgang Gold.
Zitat:„Ein weiteres optimistisches Zeichen sehe ich im monatlichen Zugang von 761 neu gemeldeten Arbeitsstellen in Thüringen Südwest. Gegenüber dem Vormonat ist das ein Zuwachs von fast 47 %, auch gegenüber dem Februar 2025 sind es schon 10 % mehr an neuen Stellen. Dennoch herrscht bei den Unternehmen in der Region noch keine Feierstimmung. Schwache Nachfrage, wachsende administrative Anforderungen an Industrie, Handwerk und Handel, nur unzureichend planbare und vor allem wenig wirtschaftsfreundliche politische Rahmenbedingungen sind die Probleme, vor denen die Unternehmen in Südwestthüringen nach wie vor stehen. Das Verhältnis von Neuaufnahmen von Beschäftigungen zu den Eintritten in Arbeitslosigkeit direkt aus Erwerbstätigkeit ist zwar immer noch negativ, aber auch hier sprechen die Februarzahlen schon für eine leichte Verbesserung der Situation und eine Trendumkehr“,
schließt Wolfgang Gold.
Zitat:„Es bleibt zu hoffen für beide Seiten unseres Arbeitsmarktes, dass sich diese Entwicklung fortsetzt und zu einer weiteren Stabilisierung und Verbesserung der wirtschaftlichen Lage führt.“
Fakten zum Arbeitsmarkt
Die Arbeitslosenquote der Agentur für Arbeit Thüringen Südwest steht seit Januar konstant auf einem Stand von 5,9 % und liegt damit unter den Quoten des Landes Thüringen mit 6,7 % und der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen mit 7,6 %. Im Februar 2026 sind 13.353 Personen im Agenturbezirk ohne Arbeit. Der Bestand an Arbeitslosen ist um 84 Personen gesunken, das ist ein Rückgang von 0,6 %. Die aktuelle Zahl liegt noch 200 Personen höher als im Februar 2025 (+1,5 %).
Der Zugang zum Bestand der Arbeitslosen beträgt aktuell insgesamt 2.579 Personen, damit 571 Personen und -18,1 % weniger als im Januar. Davon kommen 979 Betroffene direkt aus der Erwerbstätigkeit und 565 aus Ausbildungen oder sonstigen Maßnahmeteilnahmen.
Der Abgang aus der Arbeitslosigkeit gelang im Februar 2.669 Personen, das sind 568 Frauen und Männer und + 27,0 % mehr als im Vormonat. Von diesen Personen konnten gegenwärtig 734 Menschen wieder in Erwerbstätigkeit kommen. In Ausbildung und sonstige Maßnahmen sind weitere 242 ehemalige Arbeitslose eingemündet.
Die Zugangs- und Abgangszahlen liegen in etwa auf dem Vorjahresniveau.
Für den Februar wurden 761 Zugänge an gemeldeten Arbeitsstellen ausgewiesen. Damit liegen diese Neuzugänge um 243 Stellen höher als im Januar, das bedeutet einen Zuwachs von exakt 46,9 %. Gegenüber dem Vorjahresmonat liegt der aktuelle Wert um 69 Stellen höher (+ 10,0 %). Der aktuelle Bestand an 3.380 offenen Stellen ist um 32 Stellen angestiegen (+1,0 %), liegt aber noch um 309 Stellenangebote (-8,4 %) unter dem Februarwert von 2025.
Die Branchen mit den größten Beständen an Arbeitslosen sind aktuell mit 2.734 Personen die Fertigungs- und fertigungstechnischen Berufe mit einem Anteil von über 20 % am Bestand aller Arbeitslosen. In den Verkehrs- und Logistikberufen sind 1.900 Personen von Arbeitslosigkeit betroffen (+ 14,2 %), gefolgt von den Handelsberufen mit 1.172 Arbeitslosen (+ 8,8 %). Die geringste Betroffenheit gibt es für Beschäftigte in der Informationstechnik und naturwissenschaftlichen Dienstleistungsberufen. Im Februar haben sich aus dieser Branche 138 Personen arbeitslos gemeldet.
Neu gemeldete Arbeitsstellen sorgen laufend für Ausgleich am Arbeitsmarkt. Im Bestand gibt es gegenüber dem Januar 32 neue Stellen mehr (+1,0 %). Von den 3.380 im Februar gemeldeten Stellen im Agenturbezirk entfallen 1.271 neue Jobangebote wiederum auf die Fertigungs- und fertigungstechnischen Berufe. In medizinischen und nichtmedizinischen Gesundheitsberufen sind 496 neue Stellen zu besetzen, in Handelsberufen werden 343 neue Stellen angeboten. Im Vergleich mit dem Vorjahr liegt die Zahl der Neuzugänge an Arbeitsstellen über alle Branchen hinweg aber aktuell um 309 niedriger als im Monat Februar 2025 (-8,4 %).
Im Februar 2026 lagen der Agentur für Arbeit Thüringen Südwest 18 Anzeigen zu Kurzarbeit aus wirtschaftlichen und konjunkturellen Gründen vor. Kurzarbeitergeld ist eine Lohnersatzleistung, durch die Arbeitslosigkeit vermieden werden soll. Überwiegend kamen die Anzeigen aus Unternehmen der Metall-, Elektro- und Stahlindustrie ohne regionalen Schwerpunkt, betroffen waren dabei 149 Personen, für die Kurzarbeit anstehen könnte.
Fakten zum Ausbildungsmarkt
Für das Ausbildungs- und Berichtsjahr 2025/2026 haben sich im Januar 2026 im Agenturbezirk Thüringen Südwest bereits 1.357 Jugendliche als Bewerberinnen und Bewerber für Berufsausbildungsstellen registrieren lassen, damit schon 95 Personen mehr als im Vorjahreszeitraum.
Das Angebot an ausgeschriebenen Berufsausbildungsstellen hat sich momentan bereits auf 1.452 Stellen erweitert. Die derzeit schon verfügbaren Ausbildungsmöglichkeiten liegen noch um 219 Stellen gegenüber dem Vorjahreszeitraum 2024/2025 zurück. Im Ausbildungsjahr 2023/2024 standen Bewerberinnen und Bewerbern im Januar schon 448 Angebote mehr zur Verfügung.
Personengruppen
Der Bestand der arbeitslosen Frauen hat sich im Februar um 147 Personen verringert, dafür wurden 63 mehr Männern arbeitslos als im Januar. Die Relation von arbeitslosen Frauen zu Männern steht jetzt bei 40,4 % zu 59,6 %.
Alle Altersklassen der Arbeitslosen konnten von der beginnenden positiven Entwicklung profitieren, lediglich im Alterssegment der Jüngeren im Alter von 15 bis unter 25 Jahren ist gegenüber dem Vormonat wiederum ein Anstieg von 61 arbeitslosen Personen (+4,4 %) zu verzeichnen. Gegenwärtig werden in dieser Altersklasse 1.450 Jugendliche durch die Agentur für Arbeit betreut.
Von den 13.353 Arbeitslosen sind im Januar 2026 5.077 Frauen und Männer (38,0 %) in den Altersklassen der Älteren über 50 Jahren zu finden. Dieser Bestand ist gegenüber dem Monat November um 51 Personen (-1,0 %) gesunken. Gegenüber dem Februar 2025 sind aus diesen Altersgruppen 22 ältere Personen mehr arbeitslos geworden.
Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) werden von 6.363 Arbeitslosen derzeit 720 Personen als Langzeitarbeitslose gezählt, 17 Personen mehr als im Januar (+2,4 %) - gegenüber dem Februar 2025 aber ein markanter Anstieg um 128 Arbeitslose und +21,6 %.
Mehr als die Hälfte der 6.990 Arbeitslosen in der Grundsicherung (SGB II) sind von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen. Nach der Februarzählung sind 3.717 Frauen und Männer ein Jahr oder länger arbeitslos. Gegenüber dem Januar ist der Bestand um 62 Personen zurückgegangen (-1,6 %) und liegt nur geringfügig über dem Vorjahresniveau.
In Südwestthüringen gelten im Februar 991 Arbeitslose als schwerbehindert. Hier gab es gegenüber dem Vormonat und dem Vorjahr fast keine Veränderungen im Bestand.
In Agenturbezirk sind aktuell 2.633 Ausländer arbeitslos – gegenüber dem Vormonat ein Rückgang von 68 Personen (-2,5 %). Im Vergleich mit dem Februar 2025 sind derzeit 106 Personen mit ausländischem Pass weniger arbeitslos (-3,9 %).
Der Anteil der ausländischen Mitbürger am Bestand aller Arbeitslosen im Agenturbezirk Thüringen Südwest beträgt 19,7 %. Im Landkreis Sonneberg (26,4 %) und im Wartburgkreis (21,9 %) haben Ausländer den größten Anteil an der arbeitslosen Bevölkerung. Danach folgen die Stadt Suhl mit einer Quote von 19,6 %, der Landkreis Hildburghausen mit 16,9 % und der Landkreis Schmalkalden-Meiningen mit einem Anteil von 14,3 % Ausländern an den Arbeitslosen.
Entwicklung in den Regionen
In den Landkreisen und der Stadt Suhl haben sich sie Arbeitslosenbestände insgesamt durchweg verringert. Im Rechtskreis SGB II (Grundsicherung) sind die Bestände um 191 Personen zurückgegangen, im Rechtskreis SGB III (Arbeitslosenversicherung) dagegen um 197 Betroffene angewachsen.
Der Wartburgkreis hat im Agenturbezirk den größten Flächenanteil und auch die größte Anzahl von Beschäftigten. Der Bestand an Arbeitslosen ist dort im Februar um 104 Personen angestiegen (-1,9 %), alle aus dem Rechtskreis SGB II. Ohne Arbeit sind derzeit 5.363 Menschen, die Arbeitslosenquote beträgt 6,4 % (Januar 6,6 %). Für Bewerberinnen und Bewerber standen im Februar 1.157 offene Stellen zur Verfügung.
Die Zahl neu geschaffener Stellen beträgt 278, das sind 193 Stellen weniger als im Vormonat.
Im Landkreis Schmalkalden-Meiningen sind aktuell 3.382 Personen ohne Beschäftigung, 47 mehr als im Januar (+1,4 %). Die Arbeitslosenquote ist konstant geblieben bei einem Wert von 5,2 %. 69 Neuzugänge kommen aus dem Rechtskreis der Arbeitslosenversicherung, in der Grundsicherung sind 22 Personen weniger arbeitslos.
Die Unternehmen des Landkreises haben 244 neue Arbeitsstellen gemeldet, 121 Stellen mehr als im Januar. Der Bestand an verfügbaren Arbeitsstellen beträgt aktuell 916.
Der Landkreis Hildburghausen hat auch im Januar 2026 die geringste Arbeitslosenquote im Agenturbezirk mit 4,8 % (Januar 4,9 %). Insgesamt sind es 17 Arbeitslose weniger geworden, davon 2 Zugänge in Rechtskreis SGB III und 19 Abgänge aus dem Rechtskreis SGB II. Aktuell sind im Landkreis 1.572 Personen auf der Suche nach Arbeit. Zur Besetzung stehen derzeit 483 Stellen zur Verfügung, 85 Jobs wurden durch die Unternehmen neu gemeldet, nahezu das Doppelte des Vormonates.
Die Stadt Suhl hat mit 7,4 % den höchsten Wert bei der Arbeitslosenquote (Januar 7,5 %). 14 Bestandszugänge aus dem Rechtskreis SGB III und 22 Abgänge aus dem Rechtskreis SGB II ergeben in der Stadt Suhl einen Zuwachs von 8 arbeitslosen Personen insgesamt. In Suhl wurden im Januar durch die Arbeitgeber 64 neue Stellen gemeldet, 42 mehr als im Vormonat, 213 Stellen waren offen.
Im Landkreis Sonneberg haben sich die Bestände leicht gegeneinander verschoben. 22 neue Arbeitslose Im Rechtskreis SGB III und 24 Abgänge ergeben eine Bestandsverringerung von 2 Arbeitslosen. Im Landkreis sind insgesamt 1.728 Personen ohne Arbeit. Die Arbeitslosenquote ist vom Dezember an um 0,7 %-Punkte auf jetzt 5,9 % angewachsen.
Neu zu besetzende Arbeitsstellen wurden in der Region um Sonneberg 90 gemeldet, 29 weniger als im letzten Monat. Insgesamt stehen 611 offene Stellen zur Verfügung.
Entwicklung in den Rechtskreisen
6.363 arbeitslos gemeldete Menschen sind dem Rechtskreis SGB III zugeordnet, ihr Anteil am gesamten Bestand der Arbeitslosen beträgt 47,7 % und erhöhte sich gegenüber dem Vormonat um 107 Betroffene (+ 1,7 %). Im Vergleich zum Februarwert 2025 liegt der Wert um 480 Personen und +8,2 % höher.
6.990 Arbeitslose bzw. 52,3 % am gesamten Bestand werden im Rechtskreis SGB II von vier Jobcentern in gemeinsamer Einrichtung und einem zugelassenen kommunalen Träger betreut. Das bedeutet gegenüber dem Vormonat eine Verringerung des Bestandes um 191 Betroffene (-2,7 %). Im Vergleich mit dem Januar 2025 ist das ein Rückgang von 280 Arbeitslosen (-3,9 %).
Die Anzahl der aktuell 9.418 Bedarfsgemeinschaften im Agenturbezirk ist gegenüber dem Januar um 105 und damit um -1,1 % zurückgegangen. Die Anzahl der 11.913 erwerbsfähigen Leistungsberechtigten im Bürgergeldbezug verringerte sich zum Vormonat um 134 Personen und ebenfalls -1,1 %.