Der Gärtner würde sagen, die Frühjahrssonne im März hat dem kleinen Pflänzchen gutgetan, es ist inzwischen angewurzelt und beginnt zu gedeihen.
Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit in Suhl, Wolfgang Gold, sieht sich in seiner vorsichtigen Februar-Analyse bestätigt:
Zitat:„Die ersten positiven Erscheinungen am Arbeitsmarkt setzen sich fort, die neuen Statistikzahlen sprechen für den Beginn einer milden, aber spürbaren Frühjahrsbelebung. Nun müssen wir hoffen, dass sich der Aufwärtstrend weiter stabilisiert. Wie sich allerdings die Kriegsereignisse im Nahen Osten auf unseren regionalen Arbeitsmarkt, insbesondere auf die Entwicklung der Energiekosten auswirken, ist noch nicht im Ansatz abschätzbar.
Mehrere Indikatoren,“
so Agenturchef Gold,
Zitat:„sprechen im Moment für eine günstige Entwicklung der Erwerbssituation in der Region. Die Agentur Thüringen Südwest weist landesweit als einzige Arbeitsagentur eine Zunahme der Stellenzugänge gegenüber dem Februar 2026 aus. Im März wurden 785 neue Stellen aus Industrie, Handel, Handwerk und von sonstigen Arbeitgebern gemeldet, 24 mehr als im Vormonat. In Summe haben wir wieder deutlich mehr Abgänge aus Arbeitslosigkeit als Zugänge in Erwerbslosigkeit. Direkt aus der Arbeitslosigkeit heraus konnten 936 Frauen und Männer im März wieder einen neuen Job antreten, das sind 202 Personen und 27,5 % mehr als im Februar.
Positive Wirkung hat das Frühjahr auch auf die Arbeitslosenzahl. Zwar sind immer noch 13.082 Menschen ohne Arbeit, dieser Bestand ist gegenüber dem Februar aber um 271 Personen zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote hat sich um 0,1 Prozent-Punkte auf einen Stand von 5,8 % verringert.
Auch ein letzter Sachverhalt steht für ein weiteres optimistisches Zeichen. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten im Agenturbezirk ist wiederholt deutlich angestiegen. Mit einem Zuwachs von 891 Personen gegenüber dem Februar sind derzeit wieder 150.693 Personen im Südwesten Thüringens in Lohn und Brot.
Bevor hingegen die Folgen des Nahost-Krieges tatsächlich in der Statistik zum Arbeitsmarkt in Südwestthüringen sichtbar werden, dürften wohl noch etliche Wochen vergehen.“
Fakten zum Arbeitsmarkt
Die Arbeitslosenquote der Agentur für Arbeit Thüringen Südwest liegt derzeit auf einem Stand von 5,8 % und damit unter den Quoten des Landes Thüringen mit 6,6 % und der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen mit 7,4 %. Im März 2026 sind 13.082 Personen im Agenturbezirk ohne Arbeit. Der Bestand an Arbeitslosen ist um 271 Personen gesunken, das ist ein Rückgang von 2,0 %. Die aktuelle Zahl liegt noch 208 Personen höher als im März 2025 (+1,6 %).
Der Zugang zum Bestand der Arbeitslosen beträgt aktuell insgesamt 2.502 Personen, damit 77 Personen und -3,0 % weniger als im Februar. Davon kommen 983 Betroffene direkt aus der Erwerbstätigkeit und 511 aus Ausbildungen oder sonstigen Maßnahmeteilnahmen.
Der Abgang aus der Arbeitslosigkeit gelang im März 2.776 Personen, das sind 107 Frauen und Männer und + 4,0 % mehr als im Vormonat. Von diesen Personen konnten gegenwärtig 936 Menschen wieder in Erwerbstätigkeit kommen. In Ausbildung und sonstige Maßnahmen sind weitere 524 ehemalige Arbeitslose eingemündet.
Für den März wurden 785 Zugänge an gemeldeten Arbeitsstellen ausgewiesen. Damit liegen diese Neuzugänge um 24 Stellen höher als im Februar, das bedeutet einen Zuwachs von 3,2 %. Gegenüber dem Vorjahresmonat liegt der aktuelle Wert um 70 Stellen niedriger (-7,0 %). Der aktuelle Bestand an 3.394 offenen Stellen ist um 14 Stellen angestiegen (+0,4 %), liegt aber noch um 296 Stellenangebote (-8,0 %) unter dem März-Wert von 2025.
Die Branchen mit den größten Beständen an Arbeitslosen sind mit 2.669 Personen die Fertigungs- und fertigungstechnischen Berufe mit einem Anteil von über 20 % am Bestand aller Arbeitslosen. In den Verkehrs- und Logistikberufen sind 1.850 Personen von Arbeitslosigkeit betroffen (14,1 %), gefolgt von den Handelsberufen mit 1.172 Arbeitslosen (9,0 %). Die geringste Betroffenheit gibt es für Beschäftigte in der Informationstechnik und naturwissenschaftlichen Dienstleistungsberufen. Im Februar haben sich aus dieser Branche 134 Personen arbeitslos gemeldet.
Neu gemeldete Arbeitsstellen gleichen die Beschäftigungsverhältnisse aus, die durch das Eintreten von Arbeitslosigkeit frei werden, allerdings stets in unterschiedlichem Maße. Im Bestand gibt es gegenüber dem Februar 14 neue Stellen mehr (+0,4 %). Von den 3.394 im März gemeldeten Stellen im Agenturbezirk entfallen 1.337 neue Jobangebote wiederum auf die Fertigungs- und fertigungstechnischen Berufe. In medizinischen und nichtmedizinischen Gesundheitsberufen sind 476 neue Stellen zu besetzen, in den Berufen der Verkehrs- und Logistikbranche werden 352 neue Stellen angeboten. Im Vergleich mit dem Vorjahr liegt die Zahl der Neuzugänge an Arbeitsstellen über alle Branchen hinweg aber aktuell um 296 niedriger als im Monat März 2025 (-8,0 %).
Im März 2026 lagen der Agentur für Arbeit Thüringen Südwest 26 Anzeigen zu Kurzarbeit aus wirtschaftlichen und konjunkturellen Gründen vor. Mit der Lohnersatzleistung Kurzarbeitergeld sollen den Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen ihre Arbeitsplätze erhalten bleiben und den Betrieben ihre eingearbeiteten Arbeitskräfte. Überwiegend kamen die Anzeigen aus Unternehmen der Metall-, Elektro- und Stahlindustrie mit Schwerpunkt in der Wartburgregion. Betroffen waren dabei 367 Personen, für die Kurzarbeit anstehen könnte.
Fakten zum Ausbildungsmarkt
Für das Ausbildungs- und Berichtsjahr 2025/2026 haben sich im März 2026 im Agenturbezirk Thüringen Südwest bereits 1.477 Jugendliche als Bewerberinnen und Bewerber für Berufsausbildungsstellen registrieren lassen, damit schon 78 Personen mehr als im Vorjahreszeitraum.
Als Angebot an ausgeschriebenen Berufsausbildungsstellen werden derzeit 1.545 Stellen ausgewiesen. Momentan führen aber statistische Ungenauigkeiten bei der Abbildung der gemeldeten Berufsausbildungsstellen dazu, dass die Zahlen in geringem Maße unterzeichnet sind. An einer Lösung wird bereits gearbeitet, bis zum Juni/ Juli werden wieder korrekte Werte vorliegen.
Dennoch wirkt sich die stagnierende wirtschaftliche Gesamtsituation auch spürbar auf den Ausbildungsmarkt aus. Die Arbeitgeber halten sich zurück und bieten weniger Stellen an. Agenturchef Wolfgang Gold appelliert deswegen an die Arbeitgeber in der Region: „Auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten sollte Ausbildung eine zentrale Zukunftsinvestition bleiben, vor allem angesichts der demografischen Entwicklung und des Bedarfs an gut ausgebildeten und verlässlichen Fachkräften. Aber auch die Jugendlichen können ihrerseits dem Trend entgegenwirken. Sie sollten sich frühzeitig orientieren, informieren und sich um eine Ausbildung kümmern. Dazu stehen ihnen die Berufsberaterinnen und Berufsberater der Agentur und die Angebote unseres Berufsinformationszentrum (BIZ) jederzeit zur Verfügung!“
Personengruppen
Der Bestand der arbeitslosen Frauen hat sich im März um 21 Personen vermindert, die arbeitslosen Männer verringerten sich um 250.
Von der positiven Entwicklung konnten im März alle Altersklassen der Arbeitslosen profitieren. Im Alterssegment der Jüngeren im Alter von 15 bis unter 25 Jahren sind gegenüber dem Vormonat 51 Personen weniger arbeitslos (-3,5 %). Dennoch sind gegenwärtig werden in dieser Altersklasse 1.399 Jugendliche durch die Agentur für Arbeit betreut.
Von den 13.082 Arbeitslosen sind im März 2026 4.944 Frauen und Männer (37,8 %) in den Altersklassen der Älteren über 50 Jahren zu finden. Dieser Bestand ist gegenüber dem Monat Februar um 133 Personen (-2,6 %) gesunken. Gegenüber dem März 2025 sind aus diesen Altersgruppen 49 ältere Personen mehr arbeitslos geworden.
Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) werden von 6.154 Arbeitslosen derzeit 704 Personen als Langzeitarbeitslose gezählt, 16 Personen weniger als im Februar (-2,2 %). Mit 122 Arbeitslosen mehr ist das allerdings immer noch über ein Fünftel mehr als im März 2025.
Über 53 % der 6.928 Arbeitslosen in der Grundsicherung (SGB II) sind von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen. Nach der Märzzählung sind 3.721 Frauen und Männer ein Jahr oder länger arbeitslos. Damit ist der Stand gegenüber dem Vormonat nahezu konstant geblieben und liegt auch fast auf Vorjahresniveau.
In Südwestthüringen gelten im März 975 Arbeitslose als schwerbehindert. Diese Zahl ist gegenüber dem Vormonat um 16 Personen zurückgegangen.
In Agenturbezirk sind aktuell 2.584 Ausländer arbeitslos – gegenüber dem Vormonat ein Rückgang von 49 Personen (-1,9 %). Im Vergleich mit dem März 2025 sind derzeit 113 ausländische Personen weniger arbeitslos (-4,2 %).
Der Anteil der ausländischen Mitbürger am Bestand aller Arbeitslosen im Agenturbezirk Thüringen Südwest beträgt 19,7 %. Im Landkreis Sonneberg (25,4 %) und im Wartburgkreis (21,8 %) haben Ausländer den größten Anteil an der arbeitslosen Bevölkerung. Danach folgen die Stadt Suhl mit einer Quote von 19,7 %, der Landkreis Hildburghausen mit 18,0 % und der Landkreis Schmalkalden-Meiningen mit einem Anteil von 14,3 % Ausländern an den Arbeitslosen.
Entwicklung in den Regionen
Auch in den Landkreisen und der Stadt Suhl haben sich sie Arbeitslosenbestände fast durchweg verringert. Im Rechtskreis SGB III (Arbeitslosenversicherung) ist der Bestand insgesamt deutlich um 209 Personen zurückgegangen, im Rechtskreis SGB II (Grundsicherung) sind es 62 Arbeitslose weniger als im Februar.
Im Landkreis Schmalkalden-Meiningen sind aktuell 3.237 Personen ohne Beschäftigung, 145 weniger als im Februar (-4,3 %). Die Arbeitslosenquote ist um 0,2 Prozentpunkte gefallen auf einen Wert von 5,0 %. Dabei sind im Rechtskreis der Arbeitslosenversicherung 124 Frauen und Männer weniger arbeitslos, in der Grundsicherung sind es 21 Personen weniger.
Die Unternehmen des Landkreises haben 176 neue Arbeitsstellen gemeldet, 68 Stellen weniger als im Februar. Der Bestand an verfügbaren Arbeitsstellen beträgt aktuell 905.
Der Wartburgkreis hat im Agenturbezirk die größte Anzahl von Beschäftigten. Der Bestand an Arbeitslosen ist dort im März um 94 Personen gesunken (-1,8 %), davon 66 aus dem Rechtskreis SGB III und 28 aus dem Rechtskreis SGB II. Ohne Arbeit sind derzeit 5.269 Menschen, die Arbeitslosenquote beträgt 6,3 % (Februar 6,4 %). Für Bewerberinnen und Bewerber standen im März 1.191 offene Stellen zur Verfügung.
Die Zahl neu geschaffener Stellen beträgt 263, das sind 15 Stellen weniger als im Vormonat.
Im Landkreis Sonneberg sind insgesamt 1.694 Personen ohne Arbeit, 34 weniger als im Vormonat. Davon entfallen 5 Personen auf den Rechtskreis SGB III und 29 auf den Rechtskreis SGB II. Die Arbeitslosenquote beträgt derzeit 5,8 % (Februar 5,9 %).
Insgesamt stehen in der Region um Sonneberg 619 offene Stellen zur Verfügung. Davon sind im März 164 neu gemeldet worden, 74 mehr als im letzten Monat.
Der Landkreis Hildburghausen hat auch im März 2026 die geringste Arbeitslosenquote im Agenturbezirk mit gleichbleibend 4,8 %. Insgesamt sind es 3 Arbeitslose mehr geworden, davon 12 Abgänge im Rechtskreis SGB III und 15 Zugänge aus dem Rechtskreis SGB II. Aktuell sind im Landkreis 1.575 Personen auf der Suche nach Arbeit. Zur Besetzung stehen derzeit 481 Stellen zur Verfügung, 111 Jobs wurden durch die Unternehmen neu gemeldet, 26 mehr als im Vormonat.
Die Stadt Suhl hat mit gleichbleibend 7,4 % wieder den höchsten Wert bei der Arbeitslosenquote. Die Bestände in den Rechtskreisen sind nahezu unverändert gegenüber dem Vormonat. In Suhl wurden im Januar durch die Arbeitgeber 71 neue Stellen gemeldet, 7 mehr als im Vormonat, 198 Stellen waren offen.
Entwicklung in den Rechtskreisen
6.154 arbeitslos gemeldete Menschen sind dem Rechtskreis SGB III zugeordnet, ihr Anteil am gesamten Bestand der Arbeitslosen beträgt 47,0 % und verringerte sich gegenüber dem Vormonat um 209 Betroffene (-3,3 %). Im Vergleich zum Märzwert 2025 liegt der Wert um 498 Personen und +8,8 % höher.
6.928 Arbeitslose bzw. 53,0 % am gesamten Bestand werden im Rechtskreis SGB II von vier Jobcentern in gemeinsamer Einrichtung und einem zugelassenen kommunalen Träger betreut. Das bedeutet gegenüber dem Vormonat eine Verringerung des Bestandes um 62 Betroffene (-0,9 %). Im Vergleich mit dem März 2025 ist das ein Rückgang von 290 Arbeitslosen (-4,0 %).
Die Anzahl der aktuell 9.344 Bedarfsgemeinschaften im Agenturbezirk ist gegenüber dem Februar um 197 und damit um -2,1 % zurückgegangen. Die Anzahl der 11.865 erwerbsfähigen Leistungsberechtigten im Bürgergeldbezug verringerte sich zum Vormonat um 205 Personen und -1,7 %.