Die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk Traunstein lag im August bei 3,6 Prozent, ein saisonüblicher Anstieg um 0,2 Prozentpunkte zu Juli. 10 501 Menschen sind aktuell arbeitslos gemeldet, das sind 462 mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat mit der Quote von 3,3 Prozent, hat die Anzahl an Arbeitslosen ein weiteres Mal zugenommen, es waren im August 2024 727 Menschen weniger.
Nach Rechtskreisen getrennt betrachtet, wird deutlich, dass die starken Anstiege im Vergleich zu August 2024 erneut vorrangig auf den Rechtskreis SGB III zurückzuführen sind. Bei den ausgewiesenen Personengruppen ist insbesondere bei den Jugendlichen ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen. Es sind aktuell 291 mehr als im Juli. Die isolierte Arbeitslosenquote beträgt bei den 15-20-jährigen 4,0 Prozent, im Juli lag sie noch bei 3,1 Prozent. „Diesen Anstieg haben wir jedes Jahr im August“, erläutert Michael Vontra, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Traunstein, „darunter sind auch einige Jugendliche, die nach Ausbildungsende nicht unmittelbar in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen wurden und junge Leute, die ab September den Besuch einer weiterführenden Schule planen.“
Mit einem derzeitigen Bestand von 3 203 gemeldeten offenen Arbeitsstellen ist die Nachfrage nach Arbeitskräften im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 23,5 Prozentpunkte gesunken. Der Stellenzugang im August ist um 91 im Vormonatsvergleich gestiegen und beträgt 613 Angebote. Der Stellenbestand ist um 47 höher als im vergangenen Monat. Die meisten freien Stellen gibt es aktuell in den Branchen sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, Gesundheits- und Sozialwesen, Verarbeitendes Gewerbe, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen, Handel Instandhaltung und Reparatur von Kfz, Baugewerbe.
Von den insgesamt 3 692 gemeldeten Ausbildungsstellen sind noch 1 025 unbesetzt. Die 333 unversorgten jungen Leute, haben rein rechnerisch mehr als drei Ausbildungsstellen zur Auswahl. „Aus Erfahrung wissen wir, dass sich durch Ferien- und Urlaubszeit noch nicht alle geäußert haben; das wird der September zeigen. Wir werden jeden Einzelnen kontaktieren, um zu erfahren, ob alternative Pläne geschmiedet werden sollen. Wichtig ist, Alternativen zu erwägen und nicht die Hände in den Schoß zu legen, sondern dran zu bleiben“, appelliert Vontra.
Erfahrungsgemäß kann noch bis Jahrsende eine Ausbildung als Nachzügler begonnen werden. Hier braucht es jedoch in der Berufsschule den richtigen Biss, um den Stoff nachzuholen.
Die Chancen stehen sehr gut, dass es mit dem Einstieg ins Berufsleben klappt. Termine unter der Telefonnummer 0861/703 – 555.
Eine Kundenbefragung ergab, dass die jungen Bewerberinnen und Bewerber ihre Zufriedenheit mit der Berufsberatung mit der Schulnote 1,9 bewerteten. „Dies ist für uns Lob und Ansporn zugleich“, freut sich Vontra, „gestiegene Ansprüche an die eigene Zukunft, neue Ausbildungen und Ausbildungsordnungen, neue Fördermöglichkeiten, wir halten unser Wissen aktuell, bleiben dran und bauen mit einem jungen Menschen an seinem beruflichen Fortkommen.“
Arbeitnehmer und Arbeitgeber geben der Agentur für Arbeit Traunstein Schulnoten zwischen 2,0 und 2,3. „Ich danke allen Kolleginnen und Kollegen dafür, dass sie täglich für und mit unseren Kundinnen und Kunden ihr Bestes geben, bei Beratung, Vermittlung und Leistungsgewährung“, sagt Vontra. Die persönliche Beratung hat einen hohen Stellenwert. Durch die Berufsberatung im Erwerbsleben können sich alle Erwerbstätigen beispielsweise wegen einer Weiterbildung beraten lassen; dies auch unkonventionell, wie in den Mehrgenerationenhäusern oder in Traunstein, im „Gartenzimmer“.
Termine können jederzeit online über unsere Internetseite gebucht werden. Genauso wie es bequem und zeitsparend für alle Kundinnen und Kunden – insbesondere auch in den Bereichen der bevorstehenden Saisonarbeitslosigkeit - von zuhause aus möglich ist, sich arbeitslos oder arbeitsuchend zu melden. Einfach bei arbeitsagentur.de auf das E-Service-Feld klicken.
Ein Blick in die Landkreise
Die Arbeitslosenquoten der einzelnen Landkreise: Altötting 3,8 Prozent, Berchtesgadener Land 3,5 Prozent, Mühldorf 3,8 Prozent und Traunstein 3,3 Prozent.
Landkreis Traunstein
Die Arbeitslosenquote im Landkreis Traunstein betrug im August 3,3 Prozent, das ist ein Anstieg sowohl zu Juli als auch zum Vorjahresmonat um 0,3 Prozentpunkte. 3 379 Menschen sind arbeitslos gemeldet, das sind 311 Menschen mehr als vor einem Jahr und 238 mehr als im Juli.
Geteilt nach den Rechtskreisen gehören 1 859 Menschen zur Agentur für Arbeit (SGB III) und 1 520 zu den Kunden des Jobcenters (SGB II).
Unter den 3 379 arbeitslosen Menschen sind 458 Jüngere unter 25 Jahren, das sind 132 mehr als im Vormonat und 57 mehr als im August 2024. 1 270 (Vorjahr 1 187) Menschen sind älter als 50 Jahre; darunter sind 1 003 älter als 55 Jahre. 695 Menschen zählen zu den Langzeitarbeitslosen; innerhalb der Gesamtgruppe beträgt ihr Anteil 20,6 Prozent.
662 (Juli 710) Menschen konnten ihre Erwerbslosigkeit beenden. Dem stehen 900 Neumeldungen gegenüber, ein Anstieg zu Juli um 196 Menschen.
Der Stellenbestand im Landkreis Traunstein beträgt 1 138, worunter 212 Neumeldungen sind. Der Arbeitsmarkt im Bereich Lebensmittel- und Gastgewerbeberufen ist weiterhin sehr gut mit 144 aktuellen Angeboten. Mit 154 Angeboten bieten die Fertigungstechnischen Berufe gute Wiedereinstiegschancen. 197 Angebote kommen aus den Gesundheitsberufen.
Landkreis Altötting
Die Arbeitslosenquote im Landkreis Altötting betrug im August 3,8 Prozent, das sind 2 543 Menschen. Im Vormonat waren es 100 Menschen weniger, die Quote lag um 0,1 Prozentpunkte niedriger. Der Vorjahresvergleich zeigt einen Anstieg um 15,7 Prozent, d.h. 345 Menschen mehr sind derzeit von Arbeitslosigkeit betroffen; die Quote lag im Vorjahresmonat bei 3,3 Prozent.
Insgesamt teilen sich die Kunden in 1 384 bei der Agentur (SGB III) und 1 159 Kunden des Jobcenters (SGB II).
Gemeldet sind 110 Jugendliche unter 20 Jahren innerhalb der 323 unter 25 Jahren (Vormonat: 270). Die Anzahl der arbeitslosen Menschen über 50 Jahre ist mit 964 im Vergleich zum Vormonat um 11 gestiegen, zum August des Vorjahres um 189. Die Anzahl der Langzeitarbeitslosen sank im Vormonatsvergleich um zehn und stieg im Vorjahresvergleich um 126, so dass 665 Menschen im Landkreis zu dieser Gruppe zählen.
575 Menschen meldeten sich erstmals oder erneut arbeitslos und 479 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden, davon 160 durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit.
681 Stellenangebote sind im August im aktuellen Bestand, davon 119 neu aufgenommene. Im Juli gab es 18 Angebote mehr. Im Vorjahresvergleich sind es 314 Stellen weniger. Die meisten Angebote gibt es bei den Bau-, und Ausbauberufen mit 102 Stellen. Bei den medizinischen und nicht-medizinischen Berufen gibt es 96 Angebote und die Fertigungstechnischen Berufe bieten mit 91 offenen Stellen gute Einstiegschancen.
Landkreis Berchtesgadener Land
Die Arbeitslosenquote im Landkreis Berchtesgadener Land betrug im August 3,5 Prozent, ein Anstieg zu Juli um 0,1 Prozentpunkte und ein Rückgang um 0,1 Prozentpunkte zum Vorjahresmonat. 1 906 Menschen sind arbeitslos gemeldet, 48 mehr als im Vormonat und 52 weniger als im August des Vorjahres. Geteilt nach Rechtskreisen gehören 1 052 Kunden zur Agentur für Arbeit (SGB III) und 854 Kunden zum Jobcenter (SGBII).
Unter den 1 906 Gemeldeten sind 198 Jüngere unter 25 Jahren und 774 Ältere über 50 Jahre. Bei den Jüngeren gab es einen Aufwuchs zum Juli um 27 junge Menschen. 520 Menschen zählen zu den Langzeitarbeitslosen, das sind 12 mehr als im Vormonat und 25 mehr als im August des vergangenen Jahres.
412 Abmeldungen wurden bearbeitet, das sind 45 weniger als im Juli. Davon gingen 154 in eine Erwerbstätigkeit. 464 Menschen meldeten sich erstmals oder erneut arbeitslos.
Der Bestand an Arbeitsstellen ist mit 707 im August um 23 höher als im Juli. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 116 Arbeitsstellen weniger. Neu aufgenommen wurden 156 Angebote, 20 weniger als vor einem Jahr.
Die größten Berufsbereiche sind mit 99 Angeboten Handelsberufe, die Lebensmittel- und Gastgewerbeberufe mit 91 Stellen und die medizinischen und nicht-medizinischen Berufe mit 77 Chancen.
Landkreis Mühldorf
Die Arbeitslosenquote im Landkreis Mühldorf betrug im August 3,8 Prozent, das ist ein Anstieg um 0,1 Prozentpunkte zu der Juli-Quote. 2 673 Menschen waren im August arbeitslos gemeldet, 76 oder 2,9 Prozent mehr als im Juli. Im Vergleich zum Vorjahr sind es 123 Menschen mehr, die Quote lag im Vorjahresmonat bei 3,6 Prozent.
Getrennt nach Rechtskreisen zählen 1 387 Kunden zur Agentur für Arbeit und 1 286 sind Kunden des Jobcenters.
Aktuell sind 336 Jüngere unter 25 Jahre gemeldet, wovon 93 unter 20 Jahre alt sind. Im Juli waren es 79 weniger. 983 Menschen sind älter als 50 Jahre, darunter gehören 753 zu den Älteren über 55 Jahre. Diese Altersgruppe hat 36,8 Prozent Anteil an der Gesamtheit aller Arbeitslosen im Landkreis.
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen liegt bei 737, das sind zehn mehr als im Juli und 51 mehr im Vorjahresvergleich.
595 Neumeldungen, das sind 16 mehr als im Vormonat wurden von der Arbeitsvermittlung bearbeitet. Hiervon kamen 258 aus Erwerbstätigkeit. Dem stehen 516 Abmeldungen, das sind 52 weniger als im Vormonat, gegenüber. Hiervon ging ein Drittel wieder in Erwerbstätigkeit, das sind 171 Menschen.
677 Stellenangebote sind beim Arbeitgeberservice registriert, gegenüber Juli ist das ein Minus von 20 Angeboten. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 145 Stellen weniger. 126 Angebote sind im August neu aufgenommen worden. 148 Angebote zählen zu den Fertigungstechnischen Berufen, 70 offene Stellen in IT und naturwissenschaftlichen Dienstleistungsberufen und 69 Stellen gibt es in den Berufen aus Verkehr und Logistik.