Die Arbeitslosenquote im Bezirk der Agentur für Arbeit Traunstein liegt im Februar bei 4,1 Prozent und damit auf dem Niveau des Vormonats. 12.064 Menschen waren arbeitslos gemeldet – 84 weniger als im Januar (–1,0 Prozent), jedoch 279 mehr als vor einem Jahr (+2,0 Prozent). Während sich saisonale Effekte leicht entlastend auswirken, bleibt der Arbeitsmarkt insgesamt von einer abgeschwächten wirtschaftlichen Dynamik geprägt.
„Wir sehen keinen Einbruch, aber eine spürbar geringere Bewegung am Markt. Menschen bleiben länger arbeitslos und Unternehmen entscheiden vorsichtiger“, ordnet Michael Vontra, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Traunstein, ein. „Gerade jetzt müssen wir strategisch handeln – mit Qualifizierung, mit klarer Fachkräftesicherung und mit enger regionaler Zusammenarbeit.“
Zwar wurden im Februar 151 Stellen mehr gemeldet als im Januar, dennoch liegt der Bestand mit 3.130 offenen Stellen deutlich unter dem Vorjahresniveau. Besonders gesucht sind weiterhin Fachkräfte im Gesundheitswesen, im Verarbeitenden Gewerbe, im Bau, im Handel sowie in freiberuflichen und technischen Dienstleistungen. Die strukturelle Nachfrage bleibt bestehen – jedoch zurückhaltender als in den Vorjahren.
Parallel steigt die Zahl der Langzeitarbeitslosen. „Der entscheidende Hebel liegt jetzt in Weiterbildung und Aktivierung. Wer heute qualifiziert, sichert morgen Fachkräfte“, so Vontra. Der Bestand an Teilnehmenden in Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik – insbesondere im Bereich „Aktivierung und berufliche Eingliederung“ – liegt deutlich über dem Vorjahr.
Gleichzeitig verfolgt die Agentur eine Doppelstrategie: regionale Potenziale heben und internationale Perspektiven öffnen. Gemeinsam mit der Arbeitsagentur Deggendorf wurde ein Projekt gestartet, um Jugendliche aus Tadschikistan für eine duale Ausbildung in der Region zu gewinnen. Betriebe, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und Integration aktiv mitzugestalten werden dabei eng begleitet. Fachkräftesicherung beginnt vor Ort – mit Ausbildung, Integration und langfristiger Bindung. Der Arbeitgeber-Service ist für interessierte Betriebe unter 0800 4 5555 20 erreichbar.
Auch für junge Menschen setzt die Agentur gezielte Impulse: Am 27. Februar findet im Jugendzentrum Traunstein eine Bewerbungsveranstaltung in Kooperation mit dem Berufsinformationszentrum statt. Zudem organisiert die Agentur gemeinsam mit dem BayernLab Traunstein am 12. März die Veranstaltung „KI verstehen. Chancen nutzen. Zukunft gestalten“, exklusiv für Frauen – ein Signal, dass Arbeitsmarktpolitik und Zukunftstechnologie zusammengedacht werden. Interessentinnen können sich gerne an die Beauftragten für Chancengleichheit unter Traunstein.BCA@arbeitsagentur.de wenden.
Ein differenzierter Blick in die Landkreise zeigt die strukturellen Unterschiede der Region:
Im Landkreis Traunstein sank die Arbeitslosigkeit um 49 Personen auf 3.989. Die Quote liegt bei 3,9 Prozent (Vorjahr: 3,7 Prozent). 2.521 Personen gehören zum SGB III, 1.468 zum SGB II. 786 Neumeldungen stehen 838 Abmeldungen gegenüber, davon 319 durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit. Der Bestand an offenen Stellen stieg auf 1.213. Besonders gefragt sind Fachkräfte im Gesundheitswesen (198 Stellen), in Fertigungsberufen (146) sowie im Lebensmittel- und Gastgewerbe (141).
Im Landkreis Altötting verringerte sich die Arbeitslosigkeit leicht um 13 auf 2.718 Personen. Die Quote beträgt 4,1 Prozent (Vorjahr: 3,9 Prozent). 1.588 Personen werden im SGB III betreut, 1.130 im SGB II. 605 Neumeldungen stehen 620 Abmeldungen gegenüber. 678 offene Stellen sind gemeldet, insbesondere in medizinischen Berufen (121), im Bau- und Ausbau (109) sowie in fertigungstechnischen Berufen (87). Der Landkreis ist weniger saisonal geprägt, sondern stark von der Chemieindustrie beeinflusst, deren wirtschaftliche Entwicklung sich unmittelbar auf Beschäftigung und Einstellungsverhalten auswirkt.
Im Landkreis Berchtesgadener Land sank die Zahl der Arbeitslosen um 29 auf 2.452 Personen. Die Quote liegt bei 4,5 Prozent (Vorjahr: 4,7 Prozent). 1.625 Menschen gehören zum SGB III, 827 zum SGB II. 621 Zugänge stehen 650 Abmeldungen gegenüber, 306 Menschen nahmen eine Erwerbstätigkeit auf. 647 Stellen sind gemeldet, insbesondere im Handel (83), im Gesundheitsbereich (85) sowie im Gastgewerbe (76). Hier zeigt sich erneut der Effekt der saisonalen Wiedereinstellungen.
Im Landkreis Mühldorf blieb die Arbeitslosigkeit mit 2.905 Personen nahezu stabil (+7). Die Quote liegt bei 4,1 Prozent (Vorjahr: 4,2 Prozent). 1.602 Personen gehören zum SGB III, 1.303 zum SGB II. 666 Neumeldungen stehen 661 Abmeldungen gegenüber. Der Bestand an offenen Stellen stieg auf 592. Besonders gefragt sind fertigungstechnische Berufe (115), Handel (82) sowie Verkehr und Logistik (72). Die Entwicklung wird hier stark vom Wirtschaftsraum München beeinflusst.
Mit Blick auf die kommenden Monate erwartet die Agentur eine moderate Frühjahrsbelebung. Entscheidend wird sein, wie stark Unternehmen wieder investieren und einstellen.
„Unser Anspruch ist es, den Arbeitsmarkt aktiv zu gestalten und nicht nur zu reagieren. Stabilität ist eine gute Basis – Zukunft entsteht durch entschlossenes Handeln“, so Vontra abschließend.