Frühjahrsbelebung bringt neue Chancen für Beschäftigung und Ausbildung

Arbeitsmarktbericht März der Agentur für Arbeit Traunstein

31.03.2026 | Presseinfo Nr. 21

Mit der Frühjahrsbelebung hat der Arbeitsmarkt im Bezirk der Agentur für Arbeit Traunstein im März deutlich an Fahrt aufgenommen. Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen sank gegenüber Februar um 778 auf 11.286. Das entspricht einem Rückgang von 6,4 Prozent. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 3,8 Prozent und damit um 0,3 Prozentpunkte niedriger als im Vormonat. Im Vergleich zum März des Vorjahres zeigt sich jedoch weiterhin ein Anstieg um 239 arbeitslose Menschen beziehungsweise 2,2 Prozent.
Damit bestätigt sich auch in der Region eine Entwicklung, die sich auf Bundes- und Landesebene bereits abzeichnet: Trotz konjunktureller Eintrübung zeigt sich der Arbeitsmarkt insgesamt stabil und gewinnt mit dem Frühjahr wieder an Dynamik.
„Mit der Frühjahrsbelebung gewinnt der Arbeitsmarkt spürbar an Dynamik. Wir sehen mehr Übergänge in Beschäftigung – und genau darin liegt unser Kerngeschäft: Menschen nach dem Verlust ihres Arbeitsplatzes schnell wieder in Arbeit zu bringen, junge Menschen in Ausbildung zu begleiten, Qualifizierung im Erwerbsleben zu stärken und auch die Erst- und Wiedereingliederung von Menschen mit Behinderungen zu unterstützen. Gleichzeitig stehen wir den Betrieben als verlässlicher Partner zur Seite, um sie auch in wirtschaftlich herausfordernden Phasen bei der Fachkräftesicherung zu begleiten“, kommentiert Michael Vontra, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Traunstein. „Für die Betriebe bietet die aktuelle Situation auch eine Chance: Wer jetzt vorausschauend handelt, kann sich Arbeits- und Fachkräfte sichern, die in Hochkonjunkturphasen vielfach nicht oder nur schwer verfügbar waren.“
Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, die ihre Personalbedarfe frühzeitig planen und besetzen möchten, können sich direkt an den gemeinsamen Arbeitgeberservice wenden. Die Hotline ist unter 0800 4 5555 20 erreichbar.
Auch bei den Jobcentern zeigt sich im März eine erfreuliche Entwicklung. Neben steigenden Abgängen aus der Arbeitslosigkeit sind die Bestände im SGB II rückläufig. Damit erreicht die Frühjahrsbelebung zunehmend auch den Bürgergeldbereich. Zugleich bleibt der Weg in Beschäftigung für viele Kundinnen und Kunden, insbesondere im SGB II, aufgrund der konjunkturellen Eintrübung anspruchsvoller. Mit der Kampagne „Nah am Kunden“ wird deshalb gezielt daran gearbeitet, Arbeitsuchende intensiver zu begleiten, den Austausch mit Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern zu verstärken und zusätzliche Integrationschancen zu erschließen.
Auch der Ausbildungsmarkt rückt jetzt stärker in den Fokus. Für junge Menschen, die im Herbst eine Ausbildung beginnen oder ein Studium aufnehmen möchten, ist das Frühjahr der entscheidende Zeitpunkt, um aktiv zu werden. Viele Betriebe suchen bereits heute ihre Fachkräfte von morgen, und wer früh startet, hat die besten Chancen. Gleichzeitig profitieren auch Unternehmen davon, sich frühzeitig um ihren Nachwuchs zu bemühen. Die Agentur für Arbeit unterstützt Jugendliche, Eltern und Betriebe mit Berufsberatung, Vermittlung und passgenauen Angeboten. Die Hotline der Berufsberatung vor dem Erwerbsleben ist unter 0800 4 5555 00 erreichbar.
Nach Einschätzung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung bleibt der Arbeitsmarkt trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten grundsätzlich aufnahmefähig, auch wenn die Dynamik gedämpft ist. Für den Agenturbezirk bedeutet das: Die kommenden Wochen bieten die Chance, die Frühjahrsbelebung in nachhaltige Übergänge zu Beschäftigung, Ausbildung und Qualifizierung zu übersetzen.
„Mit Blick auf die nächsten Monate spricht vieles dafür, dass sich die Belebung am Arbeitsmarkt zunächst fortsetzt. Gleichzeitig bleibt die konjunkturelle Entwicklung ein Unsicherheitsfaktor. Umso wichtiger ist es, die aktuelle Dynamik jetzt zu nutzen – für mehr Beschäftigung, erfolgreiche Übergänge und eine nachhaltige Fachkräftesicherung in der Region“, so Vontra abschließend.

 

Ein Blick in die Landkreise 

Die Arbeitslosenquoten der einzelnen Landkreise: Altötting 3,9 Prozent, Berchtesgadener Land 4,0 Prozent, Mühldorf 4,0 Prozent und Traunstein 3,5 Prozent.

 

Landkreis Traunstein

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Traunstein betrug im März 3,5 Prozent, das ist ein Rückgang zu Februar um 0,4 und ein Anstieg zum Vorjahresmonat um 0,1 Prozentpunkte. 3 658 Menschen sind arbeitslos gemeldet, das sind 141 Menschen mehr als vor einem Jahr und 331 weniger als im Februar. 
Geteilt nach den Rechtskreisen gehören 2 207 Menschen zur Agentur für Arbeit (SGB III) und 1 451 zu den Kunden des Jobcenters (SGB II). 
Unter den 3 658 arbeitslosen Menschen sind 323 Jüngere unter 25 Jahren, das sind 32 weniger als im Vormonat und 21 mehr als im März 2025. 1 528 (Vorjahr 1 358) Menschen sind älter als 50 Jahre; darunter sind 1 173 älter als 55 Jahre. 757 Menschen zählen zu den Lang-zeitarbeitslosen; innerhalb der Gesamtgruppe beträgt ihr Anteil 20,7 Prozent.
1 177 (Februar 838) Menschen konnten ihre Erwerbslosigkeit beenden. Dem stehen 849 Neumeldungen gegenüber, ein Anstieg zu Februar um 63 Menschen.
Der Stellenbestand im Landkreis Traunstein beträgt 1 136, worunter 208 Neumeldungen sind. Der Arbeitsmarkt im Bereich Lebensmittel- und Gastgewerbeberufen ist weiterhin sehr gut mit 146 aktuellen Angeboten. Mit 168 Angeboten bieten die Handelsberufe gute Wiedereinstiegschancen und 168 Angebote kommen aus den Gesundheitsberufen.

 

Landkreis Altötting

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Altötting betrug im März 3,9 Prozent, das sind 2 590 Menschen. Im Vormonat waren es 128 Menschen mehr, die Quote lag um 0,2 Prozentpunkte höher. Der Vorjahresvergleich zeigt einen Anstieg um 5,5 Prozent, d.h. 136 Menschen mehr sind derzeit von Arbeitslosigkeit betroffen; die Quote lag im Vorjahresmonat bei 3,7 Prozent.
Insgesamt teilen sich die Kunden in 1 438 bei der Agentur (SGB III) und 1 152 Kunden des Jobcenters (SGB II).
Gemeldet sind 69 Jugendliche unter 20 Jahren innerhalb der 253 unter 25 Jahren (Vormonat: 241). Die Anzahl der arbeitslosen Menschen über 50 Jahre ist mit 1 043 im Vergleich zum Vormonat um 57 gesunken, zum März des Vorjahres um 88 gestiegen. Die Anzahl der Langzeitarbeitslosen sank im Vormonatsvergleich um 8 Menschen und stieg im Vorjahresvergleich um 101, so dass 722 Menschen im Landkreis zu dieser Gruppe zählen.
635 Menschen meldeten sich erstmals oder erneut arbeitslos und 764 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden, davon 306 durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit.
659 Stellenangebote sind im März im aktuellen Bestand, davon 106 neu aufgenommene. Im Februar gab es 19 Angebote mehr. Im Vorjahresvergleich sind es 71 Stellen weniger. Die meisten Angebote gibt es bei den Bau-, und Ausbauberufen mit 106 Stellen. Bei den medizinischen und nicht-medizinischen Berufen gibt es 102 Angebote und die Fertigungstechnischen Berufe bieten mit 91 offenen Stellen gute Einstiegschancen. 

 

Landkreis Berchtesgadener Land

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Berchtesgadener Land betrug im März 4,0 Prozent, ein deutlicher Rückgang zu Februar um 0,5 Prozentpunkte und ein Rückgang um 0,3 Prozentpunkte zum Vorjahresmonat. 2 214 Menschen sind arbeitslos gemeldet, 238 weniger als im Vormonat und 103 weniger als im März des Vorjahres. Geteilt nach Rechtskreisen gehören 1 399 Kunden zur Agentur für Arbeit (SGB III) und 815 Kunden zum Jobcenter (SGBII).
Unter den 2 214 Gemeldeten sind 164 Jüngere unter 25 Jahren und 941 Ältere über 50 Jahre. Bei den Jüngeren gab es eine deutliche Veränderung zum Februar um 34 junge Menschen weniger. 483 Menschen zählen zu den Langzeitarbeitslosen, das sind 24 weniger als im Vormonat und 26 weniger als im März des vergangenen Jahres. 
786 Abmeldungen wurden bearbeitet, das sind 136 mehr als im Februar. Davon gingen 388 in eine Erwerbstätigkeit. 546 Menschen meldeten sich erstmals oder erneut arbeitslos.
Der Bestand an Arbeitsstellen ist mit 602 im März um 45 niedriger als im Februar. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 146 Arbeitsstellen weniger. Neu aufgenommen wurden 142 Angebote, eines mehr als vor einem Jahr. 
Die größten Berufsbereiche sind mit 91 Stellen und die medizinischen und nicht-medizinischen Berufe, die Lebensmittel- und Gastgewerbeberufe mit 79 und die Fertigungstechnischen Berufe mit 70 Chancen. 

 

Landkreis Mühldorf

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Mühldorf betrug im März 4,0 Prozent, das ist ein Rückgang um 0,1 Prozentpunkte zu der Februar-Quote. 2 824 Menschen waren im März arbeitslos gemeldet, 81 oder 2,8 Prozent weniger als im Februar. Im Vergleich zum Vorjahr sind es 65 Menschen mehr, die Quote lag im Vorjahresmonat bei 3,9 Prozent.
Getrennt nach Rechtskreisen zählen 1 518 Kunden zur Agentur für Arbeit und 1 306 sind Kunden des Jobcenters. 
Aktuell sind 337 Jüngere unter 25 Jahre gemeldet, wovon 75 unter 20 Jahre alt sind. Im Februar waren es 30 weniger. 1 045 Menschen sind älter als 50 Jahre, darunter gehören 805 zu den Älteren über 55 Jahre. Diese Altersgruppe hat 37,0 Prozent Anteil an der Gesamtheit aller Arbeitslosen im Landkreis. 
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen liegt bei 775, das sind vier mehr als im Februar und 69 mehr im Vorjahresvergleich. 
676 Neumeldungen, das sind 10 mehr als im Vormonat wurden von der Arbeitsvermittlung bearbeitet. Hiervon kamen 299 aus Erwerbstätigkeit. Dem stehen 749 Abmeldungen, das sind 88 mehr als im Vormonat, gegenüber. Hiervon gingen knapp 40 Prozent wieder in Erwerbstätigkeit, das sind 290 Menschen.
612 Stellenangebote sind beim Arbeitgeberservice registriert, gegenüber Februar ist das ein Zuwachs von 20 Angeboten. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 61 Stellen weniger. 142 Angebote sind im März neu aufgenommen worden. 116 Angebote zählen zu den Fertigungstechnischen Berufen, 85 offene Stellen zu den Handelsberufen und 75 offene Stellen gibt es in den Berufen aus Verkehr und Logistik.