Im April sinkt die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Traunstein im Vergleich zum Vormonat um 695 bzw. 6,2 Prozent auf 10.591 Personen. Zum Vorjahresmonat April 2025 zeigt sich weiterhin eine Zunahme an Arbeitslosen um 75 Personen bzw. 0,7 Prozent. Die Arbeitslosenquote betrug im April 3,6 Prozent und ist damit im Vergleich zum März um 0,2 Prozentpunkte gesunken. Im Vergleich zum Vorjahresmonat blieb die Arbeitslosenquote gleich.
Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 5 917 Personen, das sind 645 Personen weniger als im Vormonat, aber 229 Personen mehr als vor einem Jahr. Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren 4 674 Arbeitslose registriert, 50 Personen weniger als im Vormonat, und 154 Personen weniger als im Vorjahr. Durch die Träger der Grundsicherung (Jobcenter) wurden 44,2 Prozent aller Arbeitslosen betreut.
„Der Arbeitsmarkt gewinnt mit dem Frühjahr wieder an Bewegung, gleichzeitig bleiben die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen herausfordernd“, erklärt Michael Vontra, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Traunstein. „Umso wichtiger ist es, dass Betriebe ihre Personalplanung vorausschauend gestalten und Arbeitsuchende die aktuellen Chancen aktiv nutzen.“
Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung rechnet für 2026 erstmals seit 2009 mit einem Rückgang der Beschäftigung. Sie fällt voraussichtlich um 0,1 Prozent. Im Agenturbezirk Traunstein zeigt sich im Vorjahresvergleich dennoch eine leichte Zunahme der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung um 155, was die weiterhin stabile Grundstruktur des regionalen Arbeitsmarktes unterstreicht.
Seit Jahresbeginn wurden 2 248 neue Arbeitsstellen gemeldet, das sind 13,2 Prozent weniger neue Stellen als vor einem Jahr. Diese rückläufige Nachfrage nach Arbeitskräften spiegelt die derzeitige konjunkturelle Zurückhaltung vieler Unternehmen wider. Die weiterhin hohen Energiepreise, insbesondere bei fossilen Brennstoffen, sowie die verhaltenen Wachstumsprognosen tragen zusätzlich zu einer vorsichtigen Personalplanung bei. Gleichzeitig ist insbesondere in tourismusnahen Branchen bereits eine saisonale Belebung erkennbar. Im Berchtesgadener Land sowie im Chiemgau zeigen sich dabei regionale Unterschiede, die maßgeblich durch saisonale Effekte beeinflusst werden.
Parallel dazu tritt der Ausbildungsmarkt in eine entscheidende Phase: Viele Betriebe suchen weiterhin geeignete Bewerberinnen und Bewerber, während sich für Jugendliche und junge Erwachsene aktuell gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz ergeben. „Das spiegelt sich auch in der hohen Nachfrage nach Informationsangeboten wider“, so Vontra weiter. „Die zahlreichen Gespräche im Rahmen der Ausbildungsroas in Trostberg, der Bildungsmesse Inn-Salzach sowie beim grenzüberschreitenden Girls’Day und dem bundesweiten Girls’ und Boys’ Day zeigen, dass viele junge Menschen aktiv auf der Suche nach Orientierung und konkreten Perspektiven sind.“ Die Agentur für Arbeit Traunstein war bei diesen Veranstaltungen vertreten und konnte zahlreiche Jugendliche erreichen – das Interesse an Ausbildungsmöglichkeiten bleibt dabei ungebrochen hoch.
Für Beschäftigte oder Arbeitssuchende ist die Investition in Weiterbildung im Fokus: Das Programm „MAI Way“ bietet Online-Seminare und Vorträge, organisiert von den Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt (BCA). Themen sind unter anderem: Individuelle Berufs- und Zielfindung, Künstliche Intelligenz und deren Einfluss auf den Arbeitsmarkt, Bewerbungstraining und Netzwerken für den Erfolg.
Interessierte finden alle Angebote in der Veranstaltungsdatenbank oder können sich direkt an die BCA in Traunstein wenden unter 0861/703-596 oder -597.
Ein Blick in die Landkreise
Die Arbeitslosenquoten der einzelnen Landkreise: Altötting 3,7 Prozent, Berchtesgadener Land 3,6 Prozent, Mühldorf 3,8 Prozent und Traunstein 3,3 Prozent.
Landkreis Traunstein
Die Arbeitslosenquote im Landkreis Traunstein betrug im April 3,3 Prozent, das ist ein Rückgang zu März um 0,2 und ein Gleichstand zum Vorjahresmonat. 3 418 Menschen sind arbeitslos gemeldet, das sind 54 Menschen mehr als vor einem Jahr und 240 weniger als im März.
Geteilt nach den Rechtskreisen gehören 1 987 Menschen zur Agentur für Arbeit (SGB III) und 1 431 zu den Kunden des Jobcenters (SGB II).
Unter den 3 418 arbeitslosen Menschen sind 299 Jüngere unter 25 Jahren, das sind 24 weniger als im Vormonat und 21 mehr als im April 2025. 1 428 (Vorjahr 1 301) Menschen sind älter als 50 Jahre; darunter sind 1 119 älter als 55 Jahre. 778 Menschen zählen zu den Langzeitarbeitslosen; innerhalb der Gesamtgruppe beträgt ihr Anteil 22,8 Prozent.
1 160 (März 1 177) Menschen konnten ihre Erwerbslosigkeit beenden. Dem stehen 914 Neumeldungen gegenüber, ein Anstieg zu März um 65 Menschen.
Der Stellenbestand im Landkreis Traunstein beträgt 1 147, worunter 138 Neumeldungen sind. Der Arbeitsmarkt im Bereich Lebensmittel- und Gastgewerbeberufen ist weiterhin sehr gut mit 152 aktuellen Angeboten. Mit 144 Angeboten bieten die Handelsberufe gute Wiedereinstiegschancen und 179 Angebote kommen aus den Gesundheitsberufen.
Landkreis Altötting
Die Arbeitslosenquote im Landkreis Altötting betrug im April 3,7 Prozent, das sind 2 496 Menschen. Im Vormonat waren es 94 Menschen mehr, die Quote lag um 0,2 Prozentpunkte höher. Der Vorjahresvergleich zeigt einen Anstieg um 4,4 Prozent, d.h. 106 Menschen mehr sind derzeit von Arbeitslosigkeit betroffen; die Quote lag im Vorjahresmonat bei 3,6 Prozent.
Insgesamt teilen sich die Kunden in 1 321 bei der Agentur (SGB III) und 1 175 Kunden des Jobcenters (SGB II).
Gemeldet sind 58 Jugendliche unter 20 Jahren innerhalb der 248 unter 25 Jahren (Vormonat: 253). Die Anzahl der arbeitslosen Menschen über 50 Jahre ist mit 1 008 im Vergleich zum Vormonat um 35 gesunken, zum April des Vorjahres um 70 gestiegen. Die Anzahl der Langzeitarbeitslosen blieb im Vormonatsvergleich gleich und stieg im Vorjahresvergleich um 94, so dass 722 Menschen im Landkreis zu dieser Gruppe zählen.
552 Menschen meldeten sich erstmals oder erneut arbeitslos und 638 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden, davon 268 durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit.
638 Stellenangebote sind im April im aktuellen Bestand, davon 93 neu aufgenommene. Im März gab es 21 Angebote mehr. Im Vorjahresvergleich sind es 103 Stellen weniger.
Die meisten Angebote gibt es bei den medizinischen und nicht-medizinischen Berufen mit 107 Stellen. Bei den Bau-, und Ausbauberufen gibt es 105 Angebote und die Fertigungstechnischen Berufe bieten mit 85 offenen Stellen gute Einstiegschancen.
Landkreis Berchtesgadener Land
Die Arbeitslosenquote im Landkreis Berchtesgadener Land betrug im April 3,6 Prozent, ein deutlicher Rückgang zu März um 0,4 Prozentpunkte und ein Rückgang um 0,3 Prozentpunkte zum Vorjahresmonat. 1 977 Menschen sind arbeitslos gemeldet, 237 weniger als im Vormonat und 116 weniger als im April des Vorjahres.
Geteilt nach Rechtskreisen gehören 1 162 Kunden zur Agentur für Arbeit (SGB III) und 815 Kunden zum Jobcenter (SGBII).
Unter den 1 977 Gemeldeten sind 145 Jüngere unter 25 Jahren und 815 Ältere über 50 Jahre. Bei den Jüngeren gab es eine deutliche Veränderung zum März um 19 junge Menschen weniger. 465 Menschen zählen zu den Langzeitarbeitslosen, das sind 18 weniger als im Vormonat und 52 weniger als im April des vergangenen Jahres.
770 Abmeldungen wurden bearbeitet, das sind 16 weniger als im März. Davon gingen 444 in eine Erwerbstätigkeit. 529 Menschen meldeten sich erstmals oder erneut arbeitslos.
Der Bestand an Arbeitsstellen ist mit 612 im April um 10 höher als im März. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 130 Arbeitsstellen weniger. Neu aufgenommen wurden 144 Angebote, zwei mehr als vor einem Jahr.
Die größten Berufsbereiche sind mit 88 Stellen und die medizinischen und nicht-medizinischen Berufe, die Lebensmittel- und Gastgewerbeberufe mit ebenfalls 88 und die Handelsberufe mit 82 Chancen.
Landkreis Mühldorf
Die Arbeitslosenquote im Landkreis Mühldorf betrug im April 3,8 Prozent, das ist ein Rückgang um 0,2 Prozentpunkte zu der März-Quote. 2 700 Menschen waren im April arbeitslos gemeldet, 124 oder 4,4 Prozent weniger als im März. Im Vergleich zum Vorjahr sind es 31 Menschen mehr, die Quote lag im Vorjahresmonat bei ebenfalls 3,8 Prozent.
Getrennt nach Rechtskreisen zählen 1 447 Kunden zur Agentur für Arbeit und 1 253 sind Kunden des Jobcenters.
Aktuell sind 308 Jüngere unter 25 Jahre gemeldet, wovon 64 unter 20 Jahre alt sind. Im März waren es noch 29 mehr. 1 013 Menschen sind älter als 50 Jahre, darunter gehören 790 zu den Älteren über 55 Jahre. Diese Altersgruppe hat 37,5 Prozent Anteil an der Gesamtheit aller Arbeitslosen im Landkreis.
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen liegt bei 775, das sind genau so viele wie im März und 61 mehr im Vorjahresvergleich.
605 Neumeldungen, das sind 71 weniger als im Vormonat wurden von der Arbeitsvermittlung bearbeitet. Hiervon kamen 270 aus Erwerbstätigkeit. Dem stehen 725 Abmeldungen, das sind 24 weniger als im Vormonat, gegenüber. Hiervon gingen genau 40 Prozent wieder in Erwerbstätigkeit, das sind 290 Menschen.
644 Stellenangebote sind beim Arbeitgeberservice registriert, gegenüber März ist das ein Zuwachs von 32 Angeboten. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 52 Stellen weniger. 144 Angebote sind im April neu aufgenommen worden. 110 Angebote zählen zu den Fertigungstechnischen Berufen, 73 offene Stellen zu den Handelsberufen und 76 offene Stellen gibt es in den Berufen aus Verkehr und Logistik.