Arbeitslosenquote 3,4 Prozent im Mai – Ausbildung und frühe Orientierung stärken Fachkräftesicherung

Arbeitsmarktbericht Mai der Agentur für Arbeit Traunstein

29.05.2026 | Presseinfo Nr. 35

Die Frühjahrsbelebung hat den Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Traunstein auch im Mai weiter gestützt. Die Zahl der arbeitslosen Menschen ging erneut zurück und die Arbeitslosenquote sank auf 3,4 Prozent. 
Insgesamt waren 10.065 Personen arbeitslos gemeldet – das sind 526 weniger als im April (– 5,0 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat zeigt sich jedoch weiterhin leicht die gedämpfte konjunkturelle Entwicklung: Die Zahl der Arbeitslosen liegt um 56 Personen über dem Niveau des Vorjahres (+ 0,6 Prozent). Gleichzeitig standen den Betrieben 3 096 gemeldete offene Arbeitsstellen zur Verfügung 55 weniger als im Vorjahr.

Regional zeigt sich ein differenziertes Bild. In allen vier Landkreisen des Agenturbezirks entwickelte sich die Arbeitslosenquote im Zuge der Frühjahrsbelebung stabil bis leicht rückläufig. Gleichzeitig stand in der gesamten Region der Ausbildungsmarkt besonders im Fokus. „Die Entwicklung im Mai zeigt, dass unser regionaler Arbeitsmarkt weiterhin tragfähig ist und Beschäftigungsperspektiven bietet. Gleichzeitig dürfen wir die Herausforderungen durch die wirtschaftliche Unsicherheit nicht unterschätzen. Ausbildung und Qualifizierung bleiben zentrale Hebel für die langfristige Fachkräftesicherung.“ betont Michael Vontra, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Traunstein. „Berufliche Orientierung beginnt nicht erst mit dem Schulabschluss. Wer früh Einblicke erhält, trifft fundiertere Entscheidungen – davon profitieren junge Menschen ebenso wie unsere regionalen Betriebe.“

Der Schwerpunkt lag bereits schon im April bewusst auf dem Ausbildungsmarkt und auf früher beruflicher Orientierung. Während sich die Nachfrage der Unternehmen insgesamt etwas verhaltener entwickelt, bleibt die Sicherung des Fachkräftenachwuchses ein zentrales Zukunftsthema für den gesamten Agenturbezirk. In allen vier Landkreisen standen deshalb Angebote zur Berufsorientierung und Ausbildung im Mittelpunkt: Neben den beiden großen Messen Ausbildungsroas und Bildungsmesse Inn-Salzach im April, organisierten alle Schularten hauseigene kleinere Messen, die Jugendlichen und ihren Familien Ausbildungsberufe und regionale Unternehmen vorstellen und Information über Bildungswege, duale Ausbildung und berufliche Perspektiven aufzeigen.

Frühe Berufsorientierung beginnt mit Praktika. Vom 18. bis 22. Mai veranstaltete die Bundesagentur für Arbeit erneut die Woche des Praktikums. „Das Ziel der Aktionswoche war es, junge Menschen zu animieren, praxisnahe Einblicke in Ausbildungsbetriebe und Branchen zu suchen und sich beruflich zu orientieren“, sagt Vontra, „ein besonderer Fokus liegt in diesem Jahr darauf, traditionelle Rollenbilder aufzubrechen. Die Aktionswoche soll Mädchen und Jungen motivieren, sich über verschiedene Berufsfelder zu informieren, wie zum Beispiel MINT-Berufe für Mädchen, und soziale sowie erzieherische Berufe für Jungen. Solche Formate unterstützen dabei, Berufe in Betracht zu ziehen, die sie bislang vielleicht noch nicht auf dem Schirm hatten “, so Vontra weiter. 

Neben der beruflichen Orientierung wurde im Mai auch die direkte Zusammenführung von Arbeitsuchenden und Arbeitgebern weiterentwickelt. Ein erfolgreiches Beispiel hierfür war ein neu erprobtes Eventcoaching in Bad Reichenhall, das bewusst auf persönliche Begegnungen, kurze Wege und unmittelbaren Austausch gesetzt hat. Kundinnen und Kunden erhielten die Möglichkeit, direkt mit Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern ins Gespräch zu kommen, Kontakte zu knüpfen und konkrete Perspektiven auszuloten. Aufgrund der positiven Erfahrungen ist vorgesehen, vergleichbare Ansätze künftig auch auf die nördlichen Landkreise Altötting und Mühldorf auszuweiten.

Die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften ist weiterhin rückläufig. Seit Jahresbeginn wurden 2 863 neue Arbeitsstellen gemeldet, das sind 10,3 Prozent weniger neue Stellen als vor einem Jahr. Diese rückläufige Nachfrage nach Arbeitskräften zeigt sich in fast allen Branchen. Exportabhängige Unternehmen spüren die Auswirkungen der US-Amerikanischen Zollpolitik und der fragilen Lieferketten. Mit einem derzeitigen Bestand von 3 096 gemeldeten offenen Arbeitsstellen ist die Nachfrage nach Arbeitskräften im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls um 1,7 Prozentpunkte gesunken. Zusätzlich sind Unternehmen teilweise dazu gezwungen, Personal freizustellen. Die Frauen und Männer, die eine neue Arbeit suchen, brauchen bei schwacher Konjunktur oftmals länger, um eine neue Anstellung zu finden.

Analysen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) weisen darauf hin, dass Qualifikation, berufliche Orientierung und Weiterbildung entscheidende Faktoren für eine langfristig stabile Beschäftigungsentwicklung bleiben.

Für die kommenden Monate wird mit einer insgesamt stabilen Entwicklung gerechnet. Saisonale Effekte zum Sommerbeginn sowie der Übergang von Schule in Ausbildung und Studium werden die Dynamik prägen. Entscheidend bleibt, vorhandene Chancen frühzeitig zu nutzen und den regionalen Fachkräftebedarf konsequent über Ausbildung, Orientierung, direkte Begegnung und Qualifizierung zu sichern.

 

Blick in die Landkreise

Die Arbeitslosenquoten der einzelnen Landkreise: Altötting 3,6 Prozent, Berchtesgadener Land 3,4 Prozent, Mühldorf 3,6 Prozent und Traunstein 3,1 Prozent.

 

Landkreis Traunstein

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Traunstein betrug im Mai 3,1 Prozent, das ist ein Rückgang zu April um 0,2 Prozentpunkte und ein Gleichstand zum Vorjahresmonat. 3 232 Menschen sind arbeitslos gemeldet, das sind 26 Menschen mehr als vor einem Jahr und 186 weniger als im April. 
Geteilt nach den Rechtskreisen gehören 1 870 Menschen zur Agentur für Arbeit (SGB III) und 1 362 zu den Kunden des Jobcenters (SGB II). 
Unter den 3 232 arbeitslosen Menschen sind 288 Jüngere unter 25 Jahren, das sind elf weniger als im Vormonat und 15 mehr als im Mai 2025. 1 347 (Vorjahr 1 245) Menschen sind älter als 50 Jahre; darunter sind 1 074 älter als 55 Jahre. 775 Menschen zählen zu den Langzeitarbeitslosen; innerhalb der Gesamtgruppe beträgt ihr Anteil 24,0 Prozent.
912 (April 1 160) Menschen konnten ihre Erwerbslosigkeit beenden. Dem stehen 730 Neumeldungen gegenüber, ein Rückgang zu April um 184 Menschen.
Der Stellenbestand im Landkreis Traunstein beträgt 1 141, worunter 199 Neumeldungen sind. Der Arbeitsmarkt im Bereich Lebensmittel- und Gastgewerbeberufen ist weiterhin sehr gut mit 162 aktuellen Angeboten. Mit 123 Angeboten bieten die Handelsberufe gute Wiedereinstiegschancen und 179 Angebote kommen aus den Gesundheitsberufen.

 

Landkreis Altötting

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Altötting betrug im Mai 3,6 Prozent, das sind 2 432 Menschen. Im Vormonat waren es 64 Menschen mehr, die Quote lag um 0,1 Prozentpunkte höher. Der Vorjahresvergleich zeigt einen Anstieg um 5,0 Prozent, d.h. 116 Menschen mehr sind derzeit von Arbeitslosigkeit betroffen; die Quote lag im Vorjahresmonat bei 3,5 Prozent.
Insgesamt teilen sich die Kunden in 1 305 bei der Agentur (SGB III) und 1 127 Kunden des Jobcenters (SGB II).
Gemeldet sind 46 Jugendliche unter 20 Jahren innerhalb der 241 unter 25 Jahren (Vormonat: 248). Die Anzahl der arbeitslosen Menschen über 50 Jahre ist mit 968 im Vergleich zum Vor-monat um 40 gesunken, zum Mai des Vorjahres um 57 gestiegen. Die Anzahl der Langzeitarbeitslosen sank im Vormonatsvergleich um drei Menschen und stieg im Vorjahresvergleich um 80, so dass 719 Menschen im Landkreis zu dieser Gruppe zählen.
529 Menschen meldeten sich erstmals oder erneut arbeitslos und 613 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden, davon 196 durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit.
608 Stellenangebote sind im Mai im aktuellen Bestand, davon 120 neu aufgenommene. Im April gab es 30 Angebote mehr. Im Vorjahresvergleich sind es 88 Stellen weniger. Die meisten Angebote gibt es bei den Bau-, und Ausbauberufen mit 105 Stellen. Bei den medizinischen und nicht-medizinischen Berufen gibt es 102 Angebote und die Fertigungstechnischen Berufe bieten mit 80 offenen Stellen gute Einstiegschancen. 

 

Landkreis Berchtesgadener Land

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Berchtesgadener Land betrug im Mai 3,4 Prozent, ein Rückgang zu April um 0,2 Prozentpunkte und ein Gleichstand zum Vorjahresmonat. 1 846 Menschen sind arbeitslos gemeldet, 131 weniger als im Vormonat und 29 weniger als im Mai des Vorjahres. Geteilt nach Rechtskreisen gehören 1 023 Kunden zur Agentur für Arbeit (SGB III) und 823 Kunden zum Jobcenter (SGBII).
Unter den 1 846 Gemeldeten sind 150 Jüngere unter 25 Jahren und 757 Ältere über 50 Jahre. Bei den Jüngeren gab es eine geringfügige Veränderung zum April um fünf junge Menschen mehr. 459 Menschen zählen zu den Langzeitarbeitslosen, das sind sechs weniger als im Vormonat und 47 weniger als im Mai des vergangenen Jahres. 
635 Abmeldungen wurden bearbeitet, das sind 135 weniger als im April. Davon gingen 304 in eine Erwerbstätigkeit. 491 Menschen meldeten sich erstmals oder erneut arbeitslos.
Der Bestand an Arbeitsstellen ist mit 674 im Mai um 62 höher als im April. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es fünf Arbeitsstellen weniger. Neu aufgenommen wurden 141 Angebote, neun weniger als vor einem Jahr. 
Die größten Berufsbereiche sind mit 95 Stellen die medizinischen und nicht-medizinischen Berufe, die Lebensmittel- und Gastgewerbeberufe mit 108 und die Handelsberufe mit 84 Chancen. 

 

Landkreis Mühldorf

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Mühldorf betrug im Mai 3,6 Prozent, das ist ein Rückgang um 0,2 Prozentpunkte zu der April-Quote. 2 555 Menschen waren im Mai arbeitslos gemeldet, 145 oder 5,4 Prozent weniger als im April. Im Vergleich zum Vorjahr sind es 57 Menschen weniger, die Quote lag im Vorjahresmonat bei 3,7 Prozent.
Getrennt nach Rechtskreisen zählen 1 372 Kunden zur Agentur für Arbeit und 1 183 sind Kunden des Jobcenters. 
Aktuell sind 251 Jüngere unter 25 Jahre gemeldet, wovon 56 unter 20 Jahre alt sind. Im April waren es noch 57 mehr. 986 Menschen sind älter als 50 Jahre, darunter gehören 766 zu den Älteren über 55 Jahre. Diese Altersgruppe hat 38,6 Prozent Anteil an der Gesamtheit aller Arbeitslosen im Landkreis. 
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen liegt bei 753, das sind 22 weniger als im April und 33 mehr im Vorjahresvergleich. 
578 Neumeldungen, das sind 27 weniger als im Vormonat wurden von der Arbeitsvermittlung bearbeitet. Hiervon kamen 228 aus Erwerbstätigkeit. Dem stehen 707 Abmeldungen, das sind 18 weniger als im Vormonat, gegenüber. Hiervon gingen gut 33 Prozent wieder in Erwerbstätigkeit, das sind 236 Menschen.
673 Stellenangebote sind beim Arbeitgeberservice registriert, gegenüber April ist das ein Zuwachs von 29 Angeboten. Im Vergleich zum Vorjahr gab es fünf Stellen weniger. 155 Angebote sind im Mai neu aufgenommen worden. 108 Angebote zählen zu den Fertigungstechnischen Berufen, 82 offene Stellen gibt es in den Berufen aus Verkehr und Logistik und 80 Chancen bieten die IT und naturwissenschaftlichen Dienstleistungsberufe.