Die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk Traunstein lag im Juli bei 3,5 Prozent, ein leichter An-stieg um 0,1 Prozentpunkte zu Juni. 10.250 Menschen sind aktuell arbeitslos gemeldet, das sind 174 mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahresmonat mit der Quote von 3,4 Prozent, hat die Anzahl an Arbeitslosen ein weiteres Mal zugenommen, es waren im vergangenen Monat 211 Menschen mehr.
Bei den ausgewiesenen Personengruppen ist insbesondere bei den Jugendlichen ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen. Es sind aktuell 102 mehr als im Juni. Die isolierte Arbeitslosenquote beträgt bei den 15-20-jährigen 3,3 Prozent, im Juni lag sie noch bei 3,0 Prozent. „Diesen Anstieg haben wir jedes Jahr vor den Sommerferien“, erläutert Michael Vontra, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Traunstein, „darunter sind Abiturienten und Schüler, die bis zum Ausbildungs- oder Studienbeginn jobben möchten und Azubis mit bestandener Prüfung, die noch keine Einstellungszusage ihres Arbeitgebers haben.“
Wir haben unter anderem auch für unentschlossene Jugendliche und deren Eltern ein „Neets and Greets“ (Ein Akronym für „Not in Education, Employment or Training“) in unserem Berufsinformationszentrum Traunstein angeboten. Die Inanspruchnahme durch 27 Personen und das anschließende Feedback machte deutlich, wie wichtig Unterstützung und Austausch an der Schwelle von Schule zu Berufsleben ist.
Der Arbeitsmarkt bleibt trotz ökonomischer Unwägbarkeiten in Bewegung. Wirtschaftliche Unsicherheiten und Fachkräfteengpässe führen vielerorts zu zurückhaltender Personalplanung. Dadurch haben es insbesondere Berufseinsteiger und Wiedereinsteiger derzeit schwerer, passende Stellen zu finden. Um mit den Veränderungen der Arbeitswelt mithalten zu können, sowohl als Arbeitssuchender als auch als Unternehmen, bietet die Agentur vielfältige die Qualifizierungsangebote. Der Arbeitgeber-Service und die Berufsberatung im Erwerbsleben beraten ausführlich und individuell. Auch Sonderaktionen, wie Bewerbertage können jederzeit organisiert werden. Kürzlich ergab der Bewerbertag mit dem Discounter Penny in Mühldorf gleich sieben Vorstellungsgespräche für Arbeitsplätze, von der Kassenkraft bis zur Filialleitung.
Mit einem derzeitigen Bestand von 3 139 gemeldeten offenen Arbeitsstellen ist die Nachfrage nach Arbeitskräften im Vergleich zum Vorjahr minimal um 0,5 Prozentpunkte gesunken. Der Stellenzugang im Juli beträgt 638 Angebote. Der Stellenbestand ist geringfügig um sieben niedriger als im vergangenen Monat. Das zeigt, dass die Betriebe weiterhin auf der Suche nach Fachkräften sind. „Eine frühzeitige Übernahme von Auszubildenden durch die Betriebe wäre sinnvoll - nicht zuletzt, da der Fachkräftemarkt aktuell große Chancen für beide Seiten bietet“, so Vontra.
Einen Monat vor Ausbildungsbeginn sind bei der Agentur für Arbeit noch 702 Jugendliche gemeldet, die eine Ausbildungsstelle suchen. 2 221 haben ihren beruflichen Weg bereits gefunden oder haben sich für den Besuch einer weiterführenden Schule oder eine andere Alternative zum Ausbildungsbeginn entschieden. Dem gegenüber stehen 1 347 unbesetzte Ausbildungsstellen aus allen Branchen. Zahlreiche Angebote gibt es u.a. noch in den Verkaufsberufen (310), Maschinen- und Fahrzeugtechnik (104), Hoch- und Tiefbauberufe (71), aber auch in den Tourismusberufen, bei Steuerkanzleien oder in der Mediengestaltung sind noch Ausbildungsplätze frei.
Michael Vontra ist die Ausbildung junger Menschen wichtig. Er sagt hierzu: „Eine abgeschlossene betriebliche Ausbildung bietet die ideale Grundlage für die spätere berufliche Karriere mit Weiterbildungsmöglichkeiten zum Techniker, zur Meisterin, zum Betriebswirt oder zur Fachwirtin. Die Zukunftsperspektiven sind vielfältig und auch finanziell vielversprechend – auch ohne ein Studium.“
„Über 1 300 Ausbildungsstellen sind noch unbesetzt, in fast allen Branchen suchen die Unternehmen ihren Nachwuchs. Mit einer Ausbildung stehen sämtliche Karrierewege offen. Auch in den Sommermonaten ist der Ausbildungsmarkt noch in Bewegung. Es lohnt sich für alle, die im September mit einem neuen Lebensabschnitt beginnen wollen, sich umzutun, noch Praktika zu suchen und eine Entscheidung zu treffen“, so Vontra abschließend.
Auch in den Sommerferien gibt es Beratungstermine bei der Berufsberatung. Die Chancen stehen sehr gut, dass es im Herbst mit dem Einstieg ins Berufsleben klappt. Termine unter der Telefonnummer 0861/703 – 555.
Ein Blick in die Landkreise
Die Arbeitslosenquoten der einzelnen Landkreise: Altötting 3,8 Prozent, Berchtesgadener Land 3,4 Prozent, Mühldorf 3,7 Prozent und Traunstein 3,2 Prozent.
Landkreis Traunstein
Die Arbeitslosenquote im Landkreis Traunstein betrug im Juli 3,2 Prozent, das ist ein Anstieg zu Juni um 0,1 Prozentpunkte und auch ein Anstieg um 0,2 Prozentpunkte zum Vorjahresmonat. 3 259 Menschen sind arbeitslos gemeldet, das sind 118 Menschen mehr als vor einem Jahr und 79 mehr als im Juni.
Geteilt nach den Rechtskreisen gehören 1 891 Menschen zur Agentur für Arbeit (SGB III) und 1 368 zu den Kunden des Jobcenters (SGB II).
Unter den 3 259 arbeitslosen Menschen sind 326 Jüngere unter 25 Jahren, das sind 24 mehr als im Vormonat und genauso viele wie im Juli 2025. 1 323 (Vorjahr 1 237) Menschen sind älter als 50 Jahre; darunter sind 1 050 älter als 55 Jahre. 799 Menschen zählen zu den Langzeitarbeitslosen; innerhalb der Gesamtgruppe beträgt ihr Anteil 24,5 Prozent.
741 (Juni 722) Menschen konnten ihre Erwerbslosigkeit beenden. Dem stehen 819 Neumeldungen gegenüber, ein Anstieg zu Juni um 148 Menschen.
Der Stellenbestand im Landkreis Traunstein beträgt 1 151, worunter 212 Neumeldungen sind. Der Arbeitsmarkt im Bereich Lebensmittel- und Gastgewerbeberufen ist weiterhin sehr gut mit 162 aktuellen Angeboten. Mit 145 Angeboten bieten die Fertigungsberufe gute Wiedereinstiegschancen und 169 Angebote kommen aus den Gesundheitsberufen.
Landkreis Altötting
Die Arbeitslosenquote im Landkreis Altötting betrug im Juli 3,8 Prozent, das sind 2 512 Menschen. Im Vormonat waren es 51 Menschen weniger, die Quote lag um 0,1 Prozentpunkte niedriger. Der Vorjahresvergleich zeigt einen Anstieg um 2,8 Prozent, d.h. 69 Menschen mehr sind derzeit von Arbeitslosigkeit betroffen; die Quote lag im Vorjahresmonat bei 3,7 Prozent.
Insgesamt teilen sich die Kunden in 1 367 bei der Agentur (SGB III) und 1 145 Kunden des Jobcenters (SGB II).
Gemeldet sind 52 Jugendliche unter 20 Jahren innerhalb der 263 unter 25 Jahren (Vormonat: 227). Die Anzahl der arbeitslosen Menschen über 50 Jahre ist mit 982 im Vergleich zum Vormonat um eine Person angestiegen, zum Juli des Vorjahres um 29. Die Anzahl der Langzeitarbeitslosen stieg im Vormonatsvergleich um sieben Menschen und stieg im Vorjahresvergleich um 49 so dass 724 Menschen im Landkreis zu dieser Gruppe zählen.
600 Menschen meldeten sich erstmals oder erneut arbeitslos und 549 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden, davon 165 durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit.
662 Stellenangebote sind im Juli im aktuellen Bestand, davon 144 neu aufgenommene. Im Juni gab es 23 Angebote weniger. Im Vorjahresvergleich sind es 37 Stellen weniger. Die meisten Angebote gibt es bei den medizinischen und nicht-medizinischen Berufen mit 106 Stellen und den Bau-, und Ausbauberufen mit 102 Angeboten. Die Fertigungstechnischen Berufe bieten mit 94 offenen Stellen gute Einstiegschancen.
Landkreis Berchtesgadener Land
Die Arbeitslosenquote im Landkreis Berchtesgadener Land betrug im Juli 3,4 Prozent, ein Anstieg zu Juni um 0,1 Prozentpunkte und ein Gleichstand zum Vorjahresmonat. 1 843 Menschen sind arbeitslos gemeldet, 32 mehr als im Vormonat und 15 weniger als im Juli des Vorjahres. Geteilt nach Rechtskreisen gehören 989 Kunden zur Agentur für Arbeit (SGB III) und 854 Kunden zum Jobcenter (SGBII).
Unter den 1 843 Gemeldeten sind 167 Jüngere unter 25 Jahren und 746 Ältere über 50 Jahre. Bei den Jüngeren gab es eine geringfügige Veränderung zum Juni um acht junge Menschen mehr. 464 Menschen zählen zu den Langzeitarbeitslosen, das sind vier mehr als im Vormonat und 44 weniger als im Juli des vergangenen Jahres.
472 Abmeldungen wurden bearbeitet, das sind 73 weniger als im Juni. Davon gingen 186 in eine Erwerbstätigkeit. 501 Menschen meldeten sich erstmals oder erneut arbeitslos.
Der Bestand an Arbeitsstellen ist mit 663 im Juli um 14 niedriger als im Juni. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 21 Arbeitsstellen weniger. Neu aufgenommen wurden 139 Angebote, genauso viele wie vor einem Jahr.
Die größten Berufsbereiche sind mit 85 Stellen die medizinischen und nicht-medizinischen Berufe, die Lebensmittel- und Gastgewerbeberufe mit 103 und die Bau- und Ausbauberufe mit 74 Chancen.
Landkreis Mühldorf
Die Arbeitslosenquote im Landkreis Mühldorf betrug im Juli 3,7 Prozent, das ist ein Gleich-stand zu der Juni-Quote. 2 636 Menschen waren im Juli arbeitslos gemeldet, 12 oder 0,5 Prozent mehr als im Juni. Im Vergleich zum Vorjahr sind es 39 Menschen mehr, die Quote lag im Vorjahresmonat ebenfalls bei 3,7 Prozent.
Getrennt nach Rechtskreisen zählen 1 420 Kunden zur Agentur für Arbeit und 1 216 sind Kunden des Jobcenters.
Aktuell sind 303 Jüngere unter 25 Jahre gemeldet, wovon 66 unter 20 Jahre alt sind. Im Juni waren es noch 34 weniger. 1 006 Menschen sind älter als 50 Jahre, darunter gehören 786 zu den Älteren über 55 Jahre. Diese Altersgruppe hat 38,2 Prozent Anteil an der Gesamtheit aller Arbeitslosen im Landkreis.
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen liegt bei 747, das sind acht weniger als im Juni und 20 mehr im Vorjahresvergleich.
646 Neumeldungen, das sind 72 mehr als im Vormonat wurden von der Arbeitsvermittlung bearbeitet. Hiervon kamen 252 aus Erwerbstätigkeit. Dem stehen 632 Abmeldungen, das sind 131 mehr als im Vormonat, gegenüber. Hiervon gingen gut 32,6 Prozent wieder in Erwerbstätigkeit, das sind 206 Menschen.
663 Stellenangebote sind beim Arbeitgeberservice registriert, gegenüber Juni ist das ein Zuwachs von 25 Angeboten. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 34 Stellen weniger. 143 Angebote sind im Juli neu aufgenommen worden. 103 Angebote zählen zu den Fertigungstechnischen Berufen, 84 offene Stellen gibt es in IT und naturwissenschaftlichen Dienstleistungsberufen und 82 Chancen bieten die Handelsberufe.