Im Februar ist die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Ulm gesunken. Im Alb-Donau-Kreis, im Landkreis Biberach und im Stadtkreis Ulm waren insgesamt 11 002 Menschen arbeitslos gemeldet, 89 Frauen und Männer oder 0,8 Prozent weniger als vor vier Wochen. Zum Vorjahr gesehen waren 674 Menschen oder 6,5 Prozent mehr arbeitslos. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 3,5 Prozent. „Die Arbeitslosigkeit nahm über nahezu alle Personengruppen leicht ab, doch in Summe schwächer, als für diese Jahreszeit üblich“, berichtet Torsten Denkmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Ulm. Zugenommen hat die Arbeitslosigkeit bei den jungen Erwachsenen. Insgesamt betrachtet sieht der Agenturleiter auch keine Trendumkehr. „Ja, die Arbeitsmarktdynamik bekommt mehr Puls, doch zum Vorjahr gesehen stieg die Arbeitslosigkeit weiter an und viele Unternehmen und Betriebe spiegeln uns weiterhin eine wirtschaftlich angespannte Lage“, fasst Denkmann zusammen.
Demgegenüber war am regionalen Stellenmarkt mehr Bewegung zu beobachten, als zuletzt. Unternehmen und Betriebe meldeten im Februar 1 086 neue Arbeitsstellen, fast doppelt so viele wie im schwachen Vormonat. Der Stellenbestand wuchs um 290 Arbeitsangebote auf insgesamt 3 722 Vakanzen an. „Das Plus an Stellenzugängen verteilt sich über weitestgehend alle Wirtschaftszweige, das ist ein positives Zeichen“, freut sich Denkmann und betont, dass überwiegend Fachpersonal und höher qualifizierte Kräfte gesucht werden. „Für Ungelernte wird es immer schwieriger, dauerhaft einen Fuß in den Arbeitsmarkt zu bekommen. Eine Ausbildung oder zumindest marktnahe Qualifizierungen eröffnen bessere Perspektiven, insbesondere für junge Erwachsene.“
Arbeitslosigkeit
Mit Blick auf die beiden Rechtskreise nahm die Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Arbeitsagentur) und im Bereich der Grundsicherung (Jobcenter) ab. Bei der Agentur für Arbeit Ulm waren 6 082 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 40 oder 0,7 Prozent weniger als im Januar und 851 oder 16,3 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Zahl der bei den Jobcentern im Agenturbezirk arbeitslos gemeldeten Menschen nahm zum Vormonat um 49 Personen oder um 1,0 Prozent auf 4 920 Frauen und Männer ab. Zum Vorjahr waren es 177 Arbeitslose oder 3,5 Prozent weniger.
Personengruppen
Zum Vormonat nahm die Arbeitslosigkeit über fast alle Personengruppen hinweg ab, stieg jedoch bei den jungen Erwachsenen an. 1 244 Frauen und Männer unter 25 Jahren waren arbeitslos, 50 Personen oder 4,2 Prozent mehr als vor vier Wochen und 143 oder 13,0 Prozent mehr als vor einem Jahr. „Auffällig ist, dass beinahe zwei von drei arbeitslosen jungen Erwachsenen keine abgeschlossene Berufsausbildung haben. Daher betone ich nochmals: Eine Ausbildung ist der beste Weg in den Arbeitsmarkt und der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit“, bekräftigt Denkmann. Erfreulich ist die Entwicklung bei der Langzeitarbeitslosigkeit. Im Februar waren 2 539 Frauen und Männer länger als zwölf Monaten arbeitslos, 20 Personen oder 0,8 Prozent weniger als vor vier Wochen und 22 oder 0,9 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Bewegungsdaten
Unter die Bewegungsdaten fallen auch die Zu- und Abgänge aus der Erwerbstätigkeit. Im Februar mussten 1 106 Frauen und Männer ihre Arbeitsstelle aufgeben, das waren 511 Personen oder 31,6 Prozent weniger als im Januar und 64 oder 6,1 Prozent mehr als vor einem Jahr. Andererseits konnten im Februar 880 Frauen und Männer eine neue Arbeit aufnehmen, 147 Personen oder 20,1 Prozent mehr als im Januar und 38 oder 4,5 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Stellenmarkt
Regionale Arbeitgeber meldeten 1 086 neue Stellenangebote. Das waren 527 oder 94,3 Prozent mehr als vor vier Wochen und 164 oder 17,8 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die meisten neuen Stellen meldeten der öffentliche Dienst, das verarbeitende Gewerbe, der Bereich wissenschaftliche und technische Dienstleistungen sowie der Handel. Der Stellenbestand umfasste mit 3 722 Vakanzen 290 oder 8,4 Prozent mehr Angebote als im Januar. Zum Vorjahr waren es 150 oder 3,9 Prozent weniger Arbeitsstellen. Gemessen an den Bestandszahlen war der Personalbedarf bei den Personalüberlassungen, im Bereich wissenschaftlicher und technischer Dienstleistungen, im verarbeitenden Gewerbe, im Handel sowie im öffentlichen Dienst am höchsten.
Hinweis: Die Bundeswehr unterzeichnete mit der Bundesagentur für Arbeit eine Grundsatzvereinbarung zur Stärkung der militärischen Personalgewinnung. Die Stellen für Militärberufe der Bundeswehr werden statistisch dem öffentlichen Dienst zugeordnet.
Zu den Kreisen im Agenturbezirk
Biberach. Im Landkreis Biberach nahm die Arbeitslosenquote zum Vormonat um 0,1 Punkte ab und lag mit 2,9 Prozent wieder unter der auf Drei-Prozent-Marke. Vor einem Jahr betrug die Quote 2,8 Prozent. Mit 3 623 Frauen und Männern waren 47 oder 1,3 Prozent weniger Menschen arbeitslos als im Januar. Die Biberacher Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit Ulm betreute 1 962 Menschen (minus 49), das Jobcenter des Landkreises 1 661 Frauen und Männer (plus 2).
Alb-Donau-Kreis. 3 976 Menschen waren arbeitslos und über die Agentur für Arbeit (2 224) oder das Jobcenter (1 752) auf der Suche nach einer neuen Arbeits-stelle. Insgesamt waren das zehn Personen oder 0,3 Prozent weniger als im Ja-nuar. Die Arbeitslosenquote lag wie im Vormonat bei 3,3 Prozent und somit 0,2 Punkte über dem Vorjahreswert.
Ulm. Im Stadtgebiet Ulm waren 3 403 arbeitslose Menschen über die Arbeitsagentur (1 869) und das Jobcenter (1 507) auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle. Die Zahl arbeitsloser Menschen nahm um 32 Personen oder um 0,9 Prozent ab. Die Arbeitslosenquote im Stadtgebiet blieb bei 4,5 Prozent, vor einem Jahr lag die Quote bei 4,3 Prozent.