Im März ist die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur Ulm gesunken. Insgesamt waren 10 726 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 276 Personen oder
2,5 Prozent weniger als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr waren 479 Menschen oder 4,7 Prozent mehr von Arbeitslosigkeit betroffen. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte auf 3,4 Prozent. Vor einem Jahr lag die Quote bei 3,2 Prozent. „Wie zu dieser Jahreszeit üblich ging die Arbeitslosigkeit zurück“, berichtet Torsten Denkmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Ulm. „Der Rückgang ist stärker ausgeprägt als im März der vorherigen drei Jahre und somit kräftiger ausgefallen als gedacht“, konkretisiert Denkmann. Diese Belebung sei eine positive Entwicklung, jedoch kein Indiz für eine Trendwende am Arbeitsmarkt. Zum Vorjahr gesehen nahm die Arbeitslosigkeit weiter zu.
Am regionalen Stellenmarkt meldeten Unternehmen und Betriebe 908 neue Arbeitsangebote,178 oder 16,4 Prozent weniger als vor vier Wochen. Der Stellenbestand ging leicht, um 93 Vakanzen oder um 2,5 Prozent auf insgesamt 3 722 Offerten zurück. Die verhaltene Personalsuche zeige, dass die Wirtschaft weiterhin unter Druck stehe, so der Agenturleiter. Dennoch sei der Arbeitsmarkt aufnahmefähig. „Im März konnten über tausend Menschen eine neue Beschäftigung aufnehmen, deutlich mehr als im Februar und auch deutlich mehr als im März des letzten Jahres“, zeigt sich Denkmann erfreut.
Arbeitslosigkeit
Mit Blick auf die beiden Rechtskreise nahm die Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Arbeitsagentur) und im Bereich der Grundsicherung (Jobcenter) ab. Bei der Agentur für Arbeit Ulm waren 5 937 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 145 oder 2,4 Prozent weniger als im Februar und 799 oder 15,6 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Zahl der bei den Jobcentern im Agenturbezirk arbeitslos gemeldeten Menschen nahm zum Vormonat um 131 Personen oder um 2,7 Prozent auf 4 789 Frauen und Männer ab. Zum Vorjahr waren es 320 Arbeits-lose oder 6,3 Prozent weniger.
Personengruppen
Zum Vormonat nahm die Arbeitslosigkeit über alle Personengruppen hinweg ab, prozentual am stärksten bei den jungen Erwachsenen. 1 164 der unter 25-Jährigen waren arbeitslos, 80 Menschen oder 6,4 Prozent weniger als vor vier Wochen und 14 oder 1,2 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Jugendarbeitslosenquote lag bei 3,3 Prozent, 0,2 Prozentpunkte unter dem Vormonats- und 0,1 Punkte über dem Vorjahreswert. Die Zahl der Menschen mit ausländischer Staatsbürgerschaft sank ebenfalls kräftiger. Zum Vormonat um 156 oder 3,2 Prozent auf 4 662 Frauen und Männer. Zum Vorjahr waren das 76 oder 1,6 Prozent weniger arbeitslose Menschen ausländischer Herkunft. „Mehr und mehr geflüchtete Menschen aus der Ukraine kommen am Arbeitsmarkt unter. Im März waren 1 075 ukrainische Frauen und Männer arbeitslos, 150 weniger als noch vor einem Jahr“, verdeutlicht der Agenturleiter.
Bewegungsdaten
Unter die Bewegungsdaten fallen auch die Zu- und Abgänge aus der Erwerbstätigkeit. Im März mussten 1 121 Frauen und Männer ihre Arbeitsstelle aufgeben, das waren 15 Personen oder 1,4 Prozent mehr als im Februar und 117 oder 11,7 Prozent mehr als vor einem Jahr. Andererseits konnten im März 1 038 Frauen und Männer eine neue Arbeit finden, 158 Personen oder 18,0 Prozent mehr als im Februar und 152 oder 17,2 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Stellenmarkt
Regionale Arbeitgeber meldeten 908 neue Stellenangebote. Das waren 178 oder 16,4 Prozent weniger als vor vier Wochen und 22 oder 2,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die meisten neuen Stellen meldeten das verarbeitende Gewerbe, Personalüberlassungen, der Bereich wissenschaftliche und technische Dienstleistungen sowie der öffentliche Dienst. „Im letzten Monat meldete die Bundeswehr ihre offenen Militärstellen, was nun für das Minus beim Stellenzugang hauptsächlich verantwortlich ist“, erklärt Denkmann. Der Stellenbestand umfasste mit 3 629 Vakanzen 93 oder 2,5 Prozent weniger Angebote als im Februar. Zum Vorjahr waren es 246 oder 6,3 Prozent weniger Arbeitsstellen. Gemessen an den Bestandszahlen war der Personalbedarf bei den Personalüberlassungen, im verarbeitenden Gewerbe, im Bereich wissenschaftlicher und technischer Dienstleistungen, im Handel sowie im öffentlichen Dienst am höchsten.
Hinweis: Die Bundeswehr unterzeichnete mit der Bundesagentur für Arbeit eine Grundsatzvereinbarung zur Stärkung der militärischen Personalgewinnung. Die Stellen für Militärberufe der Bundeswehr werden statistisch dem öffentlichen Dienst zugeordnet.
Zu den Kreisen im Agenturbezirk
Biberach. Im Landkreis Biberach blieb die Arbeitslosenquote stabil bei 2,9 Prozent. Vor einem Jahr betrug die Quote 2,8 Prozent. Mit 3 514 Frauen und Männern waren 109 oder 3,0 Prozent weniger Menschen arbeitslos als im Februar. Die Biberacher Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit Ulm betreute 1 895 Menschen (minus 67), das Jobcenter des Landkreises 1 619 Frauen und Männer (minus 42).
Alb-Donau-Kreis. 3 895 Menschen waren arbeitslos und über die Agentur für Arbeit (2 170) oder das Jobcenter (1 725) auf der Suche nach einer neuen Arbeits-stelle. Insgesamt waren das 81 Personen oder 2,0 Prozent weniger als im Februar. Die Arbeitslosenquote lag wie im Vormonat bei 3,3 Prozent und somit 0,2 Punkte über dem Vorjahreswert.
Ulm. Im Stadtgebiet Ulm waren 3 317 arbeitslose Menschen über die Arbeitsagentur (1 872) und das Jobcenter (1 445) auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle. Die Zahl arbeitsloser Menschen nahm um 86 Personen oder um 2,5 Prozent ab. Die Arbeitslosenquote im Stadtgebiet sank um 0,1 Punkte auf 4,4 Prozent, vor einem Jahr lag die Quote bei 4,2 Prozent.