Für junge Erwachsene ist eine abgeschlossene Berufsausbildung nach wie vor die beste Eintrittskarte in das Berufsleben und gut ausgebildete Fachkräfte sichern wiederum die Zukunftsfähigkeit von Firmen, Betrieben und Unternehmen. Entsprechend hoch ist der Wert einer Berufsausbildung für Mensch und Wirtschaft. Die Agentur für Arbeit unterstreicht die Bedeutung der betrieblichen Ausbildung mit dem Ausbildungszertifikat, das seit 2007 an Betriebe verliehen wird, die sich in besonderem Maße für die Ausbildung von Jugendlichen einsetzen. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Ulm wurde das Ausbildungszertifikat der Bundesagentur für Arbeit für hervorragende Ausbildungsarbeit in diesem Jahr der Matthäus Schmid Bauunternehmen GmbH & Co. KG in Baltringen, der Heinrich Schmid GmbH & Co. KG in Ulm und der Krankenhaus GmbH Alb-Donau-Kreis in Ehingen überreicht.
Matthäus Schmid Bauunternehmen GmbH & Co. KG
Matthäus Schmid gründete das Unternehmen im Jahr 1963 im oberschwäbischen Baltringen. Vor Ort und auf den Baustellen arbeiten und 350 Mitarbeitende an vielfältigsten Projekten. SCHMID baut Hybrid, in Beton, in Stahl und in Holz. Eine Besonderheit ist, dass jedes einzelne Projekt ein Unikat ist. Heute führen die drei Söhne das Unternehmen gemäß dem Firmenmotto. Gemein haben sie, dass alle vor dem Studium eine Berufsausbildung durchliefen. „Ausbildung ist immer eine gute Basis, anschließend ist nach oben dann alles möglich“, verrät Fridolin Schmid, einer der drei Geschäftsführer der MATTHÄUS SCHMID Gruppe. Das Thema Ausbildung hat bei SCHMID Tradition und ist der Geschäftsführung wichtig. Dadurch werden nicht die Fachkräfte von morgen, es wird auch Qualität gesichert. Angeboten werden sechs unterschiedliche Ausbildungsberufe und drei duale Studiengänge. Doch trotz dem überregional sehr guten Ruf des Unternehmens, fliegen die Bewerbungen nicht von alleine auf den Schreibtisch. „Als Kauffrau für Büromanagement bekommen wir viele Bewerbungen, genug vielleicht auch noch als Zimmerer. Bei den Bauberufen und für die Lagerlogistik wird es schon richtig dünn“, schildert Personalleiterin Petra Locher. Wer bei SCHMID eine Ausbildung beginnen kann, bekommt allerdings neben dem erforderlichen Fachwissen einiges mehr geboten. Um sich beispielsweise vom Schulalltag an das Berufsleben zu gewöhnen, starten die Azubis im Unternehmen „soft“. In der Eingewöhnungsphase werden weniger Stunden gearbeitet oder einen Tag in der Woche weniger auf der Baustelle. „Es macht einen Unterschied, fünf Tage in der Schule oder fünf Tage im Büro oder auf der Baustelle zu sein“, erklärt Fridolin Schmid. Weiter besteht die Möglichkeit vierwöchige Praktika bei europäischen Partnerbetrieben zu machen, im zweiten Lehrjahr gibt es ein Sozialpraktikum, auch gibt es jährliche Erlebnistage. Da die meisten Azubis auf unterschiedlichen Baustellen arbeiten, werden regelmäßig Azubi-Freitage im Betrieb abgehalten, um gemeinsam zu lernen, zu wachsen und Teamgeist zu entwickeln. Und da im Leben wie im Beruf nicht immer alles glatt läuft, haben die Auszubildenden eine Vertrauensperson, an die sie sich mit allen Problemlagen wenden können. Unterm Strich ein Familienbetrieb, dem Ausbildung zweifelsfrei am Herzen liegt, was ein Blick auf die Homepage bestätigt.
Heinrich Schmid GmbH & Co. KG
Die Heinrich Schmid GmbH & Co. Co KG ist bundesweit an über 200 Standorten als Malerbetrieb aktiv. Allerdings gehen die Dienstleistungen mit Trockenbau, Brandschutz und Bodenlegearbeiten weit über die Standardleistungen eines Malerbetriebes hinaus. Regional agieren die einzelnen Niederlassungen in Eigenverantwortung. Leiter am Standort Ulm ist Thomas Peters. Am Standort Ulm, wozu auch Biberach zählt, arbeiten derzeit rund 70 Angestellte und 18 Auszubildende. Das ergibt eine Ausbildungsquote von gut 25 Prozent. Besonders ist weiter, dass auch Schüler mit Lernbeeinträchtigungen eine Ausbildung zum Maler absolvieren können. „Menschen mit Lernschwäche auszubilden ist natürlich eine Herausforderung für Azubi und Betrieb. Ziel ist der Abschuss und den erreichen wir in der Regel auch zusammen“, berichtet Thomas Peters. Unterstützt wird der Niederlassungsleiter von Andrew Quinones, der als Ausbildungsleiter für alle Auszubildenden zuständig ist und die in Ulm eigens eingerichtete Ausbildungswerkstatt führt. „Bei uns hat jeder die Chance Maler und Lackierer werden zu können. Was wir allerdings fordern ist Disziplin“, erklärt Quinones. Um die Lehre zu meistern hilft die Ausbildungswerkstatt um Arbeitstechniken und -abläufe in Ruhe, abseits der Baustelle zu lernen. Quinones unterstützt wo er kann, um das Ausbildungsziel bestmöglich zu erreichen. Beispielsweise können in der Werkstatt Prüfungsszenarien von A bis Z durchgespielt werden. Um am Ausbildungsberuf interessierte junge Menschen zu finden, initiiert Peters neuerdings Partnerschaften mit regionalen Schulen. Das spricht offensichtlich auch Schülerinnen an. 30 bis 40 Prozent der Auszubildenden in Ulm sind weiblich. Nach der Ausbildung werden die Lehrlinge regelmäßig als Geselle übernommen. Neben der klassischen Ausbildung bietet Heinrich Schmid Weiterqualifizierungen, Meisterlaufbahnen und duale Studiengänge an, wodurch allen im Betrieb gleichermaßen langfristige Karriereperspektiven eröffnet werden.
ADK GmbH für Gesundheit und Soziales
Wenn für einen Betrieb in der Gesundheits- und Pflegebranche bis zu 1000 Bewerbungen pro Jahr auf rund 40 Ausbildungsstellen in der unternehmenseigenen Berufsfachschule eingehen, dann klingt das nahezu unglaublich, hat aber einen Grund. Denn die ADK GmbH rekrutiert Auszubildende für ihre Einrichtungen auch aus dem Ausland. Dies auch mit gutem Erfolg, so dass sich inzwischen in vielen Communities im nicht-europäischen Ausland herumgesprochen hat, dass die Kliniken und Seniorenzentren der ADK GmbH eine gute Adresse für junge Menschen in Deutschland sind. Damit Integration gelingen kann, wurde eigens ein Integrationsmanager eingestellt, um als organisatorische Brücke in den Alb-Donau-Kreis zu fungieren. „Das ist gerade in der Zeit vor dem Flug in die neue Heimat und in den ersten Tagen und Wochen entscheidend. Wir sind uns klar darüber, dass nicht nur ein Ausbildungsplatz besetzt wird. Menschen verlassen ihre Heimat, um bei uns ein Berufsleben aufzubauen. Egal ob bürokratische Hürden, kulturelle Unterschiede und Sprachschwierigkeiten – ohne die ganzheitliche Unterstützung unserer Auszubildenden aus außereuropäischen Staaten würde eine Integration kaum funktionieren“, sagt Verena Rist, Geschäftsführerin der Pflegheim GmbH. Umso mehr freut sie sich über das Ausbildungszertifikat, denn es zeigt, dass diese Bemühungen wahrgenommen werden. 200 überwiegend junge Menschen bildet das Unternehmen derzeit in 16 Ausbildungsberufen aus. Neben der Ausbildung geht es auch darum, Fachkräften neue Wege zu ermöglichen. Individuell passende Arbeitszeitmodelle, Quereinstiege und die gezielte Aus- und Weiterbildung von eigenem und künftigem Personal zu Fachkräften in einem späteren Lebensabschnitt sind hier zentrale Pfeiler. „Hier erleben wir die Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur als sehr hilfreich, denn in vielen Fällen können die ausbildungswilligen Beschäftigten diesen Weg nur durch eine Förderung erreichen, die ihre Lebenshaltungskosten z.B. als alleinerziehende Mutter besser berücksichtigt“ betont Rist. „Hauptsächlich sind es Frauen, denen wir über den zweiten Bildungsweg bessere berufliche Perspektiven ermöglichen können“, freut sich Birgit Jäger, Leitung des Bereichs Aus-, Fort- und Weiterbildung in der ADK GmbH. In Punkto Ausbildung beweist die ADK GmbH Ideenreichtum und legt Wert auf soziale Aspekte, egal ob für Bewerber aus dem Alb-Donau-Kreis oder aus Drittstaaten. Doch beiden Frauen ist heute schon klar, dass es perspektivisch nicht mehr ohne Arbeitskräfte aus dem Ausland gehen wird.
Für die Entscheidung, welches Unternehmen das Zertifikat der Bundesagentur für Arbeit erhalten wird, wurden neben Kriterien wie der Ausbildungsquote vor allem auch nach individuellen Merkmalen geschaut. Dazu gehören beispielsweise die Offenheit gegenüber alternativer Ausbildungsmodelle wie die Teilzeit-Ausbildung oder die Berücksichtigung benachteiligter Ausbildungssuchender bei der Bewerberauswahl. Viele Betriebe im Bezirk der Agentur für Arbeit Ulm hätten nach diesen Kriterien das Ausbildungszertifikat für ihre Ausbildungsarbeit verdient. So fiel die Wahl stellvertretend auf drei Ausbildungsbetriebe, die nun für ihr Engagement ausgezeichnet wurden.
Info:
Arbeitgeber, die offene Ausbildungsplätze oder Arbeitsplätze zu besetzen haben, nehmen bitte mit dem Arbeitgeber-Service Kontakt auf:
Arbeitgeber-Hotline: 0800 4 5555 20*
Jugendliche, die noch einen Ausbildungsplatz suchen, erhalten einen Termin bei der Berufsberatung ihrer Agentur für Arbeit:
Arbeitnehmer-Hotline 0800 4 5555 00* *Der Anruf ist kostenlos