Frühjahrsbelebung ausgebremst

Der Arbeitsmarkt im April

30.04.2026 | Presseinfo Nr. 22

Im April ist die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur Ulm gestiegen. Insgesamt waren 10 910 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 184 Personen oder 1,7 Prozent mehr als im Vormonat und 847 Menschen oder 8,4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 3,4 Prozent. Im April des Vorjahres lag die Quote bei 3,2 Prozent. „Die Quote ist stabil geblieben aber der Arbeitsmarkt ist spürbar unter Druck“, sagt Torsten Denkmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Ulm und fügt an: „Für gewöhnlich sinkt die Arbeitslosigkeit im April. Nun bremsen die wirtschaftlich unsicheren Rahmbedingungen und die konstant schwache Konjunktur die eigentlich saisonal übliche Frühjahrsbelebung zum vierten Mal in den letzten 18 Jahren aus.“ Der Ulmer Agenturleiter sieht aber auch, dass bei zu rückhaltender Einstellungsbereitschaft der Wert beruflicher Qualifikation zu nimmt. „Wer beruflich flexibel ist und für Weiterbildung und Qualifizierung offen, erhöht auch in bewegten Zeiten die Jobchancen am regionalen Arbeitsmarkt“, so Denkmann. Am Stellenmarkt meldeten Unternehmen und Betriebe mit 920 Arbeitsangeboten etwas mehr neue Stellen als im Vormonat. Der Bestand blieb mit 3 630 Vakanzen nahezu unverändert. „Der Personalbedarf ist stabil, die Nachfrage blieb der Konjunktur entsprechend verhalten“ beschreibt Denkmann. Gesucht wer den hauptsächlich Fachkräfte und höher Qualifizierte, der Anteil an Helferstellen sinkt über die Jahre betrachtet kontinuierlich und lag nun bei 16,0 Prozent. 

Arbeitslosigkeit 
Mit Blick auf die beiden Rechtskreise nahm die Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Arbeitsagentur) sowie im Bereich der Grundsicherung (Jobcenter) zu. Bei der Agentur für Arbeit Ulm waren 6 020 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 83 oder 1,4 Prozent mehr als im März und 912 oder 17,9 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Zahl der bei den Jobcentern im Agenturbezirk arbeitslos gemeldeten Menschen nahm zum Vormonat um 101 Personen oder um 2,1 Prozent auf 4 890 Frauen und Männer zu. Zum Vorjahr waren es 65 Arbeitslose oder 1,3 Prozent weniger. 

Personengruppen 
Die Arbeitslosigkeit stieg über nahezu alle Personengruppen hinweg an. Bei den jungen Erwachsenen unter 25 Jahren blieb die Zahl der Arbeitslosen mit 1 164 unverändert, zum Vorjahr waren es 73 Personen oder 6,7 Prozent mehr. Bei den 209 unter 20-Jährigen waren acht Jugendliche oder 3,7 Prozent weniger arbeitslos gemeldet als vor vier Wochen und eine Person oder 0,5 Prozent weniger als vor einem Jahr. Angestiegen ist die Zahl langzeitarbeitsloser Menschen. Im April waren 2 577 Frauen und Männer länger als zwölf Monaten arbeitslos, 57 Personen oder 2,3 Prozent mehr als vor vier Wochen und 140 oder 5,7 Prozent mehr als vor einem Jahr. Prozentual am stärksten stieg die Arbeitslosigkeit bei den über 55-Jährigen. 2 603 Frauen und Männer dieser Altersgruppe waren arbeitslos, 72 Personen oder 2,8 Prozent mehr als im März und 315 oder 13,8 Prozent mehr im Vorjahr. 

Bewegungsdaten 
Unter die Bewegungsdaten fallen auch die Zu- und Abgänge aus der Erwerbstätigkeit. Im April mussten 1 212 Frauen und Männer ihre Arbeitsstelle aufgeben, das waren 91 Personen oder 8,1 Prozent mehr als im März und 167 oder 16,0 Prozent mehr als vor einem Jahr. Auf der anderen Seite fanden im April 944 Frauen und Männer eine neue Arbeit, 94 Personen oder 9,0 Prozent weniger als im März und 30 oder 1,1 Prozent mehr als vor einem Jahr. 

Stellenmarkt 
Regionale Arbeitgeber meldeten 920 neue Stellenangebote. Das waren 12 oder 1,3 Prozent mehr als vor vier Wochen und 485 oder 34,5 Prozent weniger als vor einem Jahr, was im Wesentlichen auf die Meldung der Stellen für Militärberufe im April letzten Jahres zurück zu führen ist. Aktuell meldeten die meisten neuen Stellen Personalüberlassungen, der Bereich wissenschaftliche und technische Dienstleistungen, das verarbeitende Gewerbe sowie der öffentliche Dienst. Der Bestand um fasste mit 3 630 Vakanzen ein offenes Arbeitsangebot oder 0,0 Prozent mehr als im März. Zum Vorjahr waren es 677 oder 15,7 Prozent weniger Arbeitsstellen. Gemessen an den Bestandszahlen war der Personalbedarf bei den Personalüberlassungen, im verarbeitenden Gewerbe, im Bereich wissenschaftlicher und technischer Dienstleistungen, im öffentlichen Dienst sowie im Handel am höchsten. Hinweis: Die Bundeswehr unterzeichnete mit der Bundesagentur für Arbeit eine Grundsatzvereinbarung zur Stärkung der militärischen Personalgewinnung. Die Stellen für Militärberufe der Bundeswehr werden statistisch dem öffentlichen Dienst zugeordnet. 

Zu den Kreisen im Agenturbezirk 
Biberach. Im Landkreis Biberach blieb die Arbeitslosenquote stabil bei 2,9 Prozent. Vor einem Jahr betrug die Quote 2,7 Prozent. Mit 3 561 Frauen und Männern waren 47 oder 1,3 Prozent mehr Menschen arbeitslos als im März. Die Biberacher Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit Ulm betreute 1 939 Menschen (plus 44), das Jobcenter des Landkreises 1 622 Frauen und Männer (plus 3). 

Alb-Donau-Kreis. 3 892 Menschen waren arbeitslos und über die Agentur für Arbeit (2 145) oder das Jobcenter (1 747) auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle. Insgesamt waren das drei Personen oder 0,1 Prozent weniger als im März. Die Arbeitslosenquote lag wie im Vormonat bei 3,3 Prozent und somit 0,3 Punkte über dem Vorjahreswert. 

Ulm. Im Stadtgebiet Ulm waren 3 457 arbeitslose Menschen über die Arbeitsagentur (1 936) und das Jobcenter (1 521) auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle. Die Zahl arbeitsloser Menschen nahm um 140 Personen oder um 4,2 Prozent zu. Die Arbeitslosenquote im Stadtgebiet stieg um 0,2 Punkte auf 4,6 Prozent, vor einem Jahr lag die Quote bei 4,2 Prozent.