Bilanz 2025. „Die drei wichtigsten Durchschnittswerte kurz zusammengefasst: Für das Jahr 2025 wurde eine durchschnittliche Arbeitslosenquote von 3,2 Prozent errechnet. Monatlich waren im Schnitt 10 265 Frauen und Männer arbeitslos. Dem gegenüber standen 4 041 offene Arbeitsangebote. Das sind Zahlen, die für einen belastungsfähigen Arbeitsmarkt sprechen, insbesondere unter Berücksichtigung vielfältiger wirtschaftlicher Belastungen als permanente Begleitung im Jahr 2025“, bilanziert Dr. Torsten Denkmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Ulm. „Realität ist aber auch, dass der regionale Arbeitsmarkt spürbar unter Druck steht, insbesondere die Metall- und Elektroindustrie. Die durchschnittliche Arbeitslosigkeit kletterte auf über 10 000 Personen pro Monat, was zuletzt im Jahr 2010 der Fall war. Die Widerstandsfähigkeit des regionalen Arbeitsmarktes ist dabei in erster Linie auf die breitgefächerte Wirtschaftsstruktur zurück zu führen, so dass sich Druckpunkte in ihrer Auswirkung auf die einzelnen Branchen unterschiedlich verteilen“, ergänzt Denkmann.
Ausblick 2026. „Digitalisierung, struktureller wie demografischer Wandel werden regionale Betriebe und Unternehmen auch im Jahr 2026 beschäftigen. Die hartnäckige Konjunkturflaute in Kombination mit anhaltenden, wirtschaftlich unsicheren Rahmenbedingungen werden zusätzlich für eine herausfordernde Personalplanung sorgen. Zwar bleiben qualifizierte Arbeitskräfte gefragt, doch werden Einstellungen adäquat der jeweiligen Ausgangslage genauer abgewogen. Die Prognose des Institutes für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung für den Ulmer Arbeitsmarkt in 2026 lässt großzügigen Spielraum für Interpretationen in alle Richtungen. Zu erwarten ist, dass ohne konjunkturellen Aufwind oder zunehmender wirtschaftlicher Stabilität kaum eine signifikante Belebung am Arbeitsmarkt möglich sein wird“, berichtet Denkmann weiter.
Arbeitslosenquote
Im Jahr 2025 lag die durchschnittliche Arbeitslosenquote bei 3,2 Prozent, das waren 0,1 Prozentpunkte mehr als in 2024 und damit der niedrigste Wert unter den 19 Agenturbezirken in Baden-Württemberg. Den zweitniedrigsten Wert weist der Agenturbezirk Konstanz-Ravensburg mit 3,8 Prozent aus. Die Quote für Baden-Württemberg lag bei 4,6 Prozent und somit 0,4 Prozentpunkte über dem Vorjahresdurchschnitt.
Arbeitslosigkeit
Durchschnittlich waren im vergangenem Jahr 10 265 Menschen im Monat arbeitslos, 639 Personen oder um 6,6% mehr als im Jahr davor. Der Anstieg ist auf die Entwicklung im konjunktursensiblen Bereich der Arbeitslosenversicherung (Arbeitsagentur) zurückzuführen.
In der Arbeitslosenversicherung (Agentur für Arbeit) nahm die Arbeitslosigkeit um 715 Frauen und Männer oder um 15,7Prozent auf 5 269 Personen zu. Im Bereich der Grundsicherung (Jobcenter) ging die Arbeitslosigkeit etwas zurück. Im vergangenen Jahr wurden durchschnittlich 4 996 arbeitslose Menschen von den regionalen Jobcentern betreut. Das waren 76 Personen oder 1,5 Prozent weniger im Jahr zuvor.
Beschäftigung
Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung erreichte einen weiteren Höchststand: Die Zahl der Beschäftigten im Agenturbezirk Ulm kletterte 2025 auf 257.022 Frauen und Männer. Das waren 2 711 Beschäftigte oder 1,1 Prozent mehr als im Vorjahr.
Stellenmarkt
2025 lag der durchschnittliche Stellenbestand bei 4 041 offenen Arbeitsangeboten, im Jahr 2024 waren es im Schnitt 4 026 Vakanzen pro Monat. So waren im Vergleich zum Vorjahresdurchschnitt 15 oder 0,4 Prozent mehr Stellen im Bestand. Hinsichtlich des Fachkräftebedarfs berichtet der Agenturleiter, dass am Stellenmarkt zunehmend Fachkräfte im Fokus stünden, der Markt für Hilfskräfte gehe weiter zurück. Insgesamt reagierten regionale Arbeitgeber auch über das vergangene Jahr hinweg auf die hartnäckige Konjunkturschwäche und wirtschaftliche Unwägbarkeiten mit Zurückhaltung. In Summe wurden 10 056 Stellenangebote neu gemeldet. Zum Vorjahr gesehen entsprach das einem Minus von 388 Stellen oder 3,7 Prozent. „Bei schwerer konjunktureller Lage werden mögliche Einstellungen genauer abgewogen und in Folge weniger Stellen gemeldet“, beschreibt Denkmann. Dies war bereits im Vorjahreszeitraum der Fall, von 2023 auf 2024 sank die Jahressumme der Stellenneumeldungen gar um 1 602 Stellengesuche oder 13,3 Prozent ab. „Der Personalbedarf hat sich über die letzten drei Jahre abgekühlt und auf ein immer noch ordentliches Niveau eingependelt“, so der Agenturleiter abschließend.