Halbzeit am Arbeitsmarkt

Der Arbeitsmarkt im Juni

30.06.2026 | Presseinfo Nr. 32

Im Juni sank die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur Ulm den zweiten Monat in Folge. 10 351 Personen waren arbeitslos gemeldet und somit 152 Menschen oder 1,4 Prozent weniger als im Mai. Zum Vorjahr waren es 272 Arbeitslose oder 2,7 Prozent mehr. Die Arbeitslosenquote ging um 0,1 Punkte auf 3,2 Prozent zurück, derselbe Wert wie im Vorjahr. „Die momentane Entwicklung ist positiv, ein leichter Rückgang der Arbeitslosigkeit auf normalem Niveau. Eine Trendwende sehe ich jedoch nicht, die wirtschaftliche Lage ist weiterhin angespannt“, berichtet Torsten Denkmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Ulm. „In der Jahresmitte angekommen kann ich sagen, dass wir unterm Strich eine gute erste Halbzeit am Arbeitsmarkt hatten. Im Vergleich zum Januar ist die Arbeitslosigkeit um 6,7 Prozent gesunken und somit kräftiger als im landesweiten Durchschnitt. Ulm bleibt der Agenturbezirk in Baden Württemberg mit der niedrigsten Arbeitslosenquote“, bilanziert Denkmann. Wegen der anstehenden Ferienzeit rechnet der Agenturleiter für die zweite Jahreshälfte zunächst mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit. Am regionalen Stellenmarkt meldeten Unternehmen und Betriebe mit 1 236 neuen Stellenangeboten 168 Vakanzen oder 15,7 Prozent mehr als im Mai. Der Stellenbestand stieg auf knapp 4 000 Angebote an. „Die Zahlen belegen: Personalbedarf ist vorhanden. Nichtsdestotrotz hängt die Einstellungsbereitschaft von der jeweiligen konjunkturellen Lage ab. Daher kann trotz der Nach frage die Jobsuche zum Geduldspiel werden“, verdeutlicht Denkmann und empfiehlt eine Arbeitsmarktberatung, wenn berufliche Alternativen gesucht werden.

Arbeitslosigkeit 
Mit Blick auf die beiden Rechtskreise nahm die Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Arbeitsagentur) sowie im Bereich der Grundsicherung (Jobcenter) ab. Bei der Agentur für Arbeit Ulm waren 5 721 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 70 oder 1,2 Prozent weniger als im Mai und 592 oder 11,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Zahl der bei den Jobcentern im Agenturbezirk arbeitslos gemeldeten Menschen nahm zum Vormonat um 82 Personen oder um 1,7 Prozent auf 4 630 Frauen und Männer ab. Zum Vorjahr waren das 320 Arbeitslose oder 6,5 Prozent weniger. 

Personengruppen 
Die Arbeitslosigkeit ging über nahezu alle Personengruppen hinweg zurück. Von der positiven Entwicklung profitierten Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit am stärksten. 4 319 Frauen und Männer ausländischer Herkunft waren arbeitslos, 164 oder 3,7 Prozent weniger als im Mai und 209 oder 4,6 Prozent weniger als vor reinem Jahr. Dagegen ist die Langzeitarbeitslosigkeit kaum zurückgegangen. Im Juni waren 2 492 Menschen länger als zwölf Monate arbeitslos. Das waren drei Personen oder 0,1 Prozent weniger als im Mai und fünf Langzeitarbeitslose oder 0,2 Prozent mehr als im Juni letzten Jahres. Bei den Jugendlichen unter 20 Jahren nahm die Arbeitslosigkeit minimal zu. Im Juni waren 204 Jugendliche arbeitslos, 2,0 Prozent oder vier Personen mehr als vor vier Wochen. Zum Vorjahr gesehen waren zwei unter 20-Jährige oder 1,0 Prozent weniger arbeitslos. 

Bewegungsdaten 
Unter die Bewegungsdaten fallen auch die Zu- und Abgänge aus der Erwerbstätigkeit. Im Juni mussten 901 Frauen und Männer ihre Arbeitsstelle aufgeben, das waren 197 Personen oder 17,9 Prozent weniger als im Mai. Auf der anderen Seite fan den 823 Frauen und Männer eine neue Arbeit, 155 Personen oder 15,8 Prozent weniger als vor vier Wochen. 

Stellenmarkt 
Regionale Arbeitgeber meldeten 1 236 neue Stellenangebote. Das waren 168 oder 15,7 Prozent mehr als im Mai und 453 oder 57,9 Prozent mehr als vor einem Jahr. Im Juni meldeten die meisten neuen Stellen Personalüberlassungen, der Bereich wissenschaftliche und technische Dienstleistungen, das verarbeitende Gewerbe so wie der öffentliche Dienst. Der Bestand umfasste mit 3 977 Vakanzen 217 offene Arbeitsangebote oder 5,8 Prozent mehr als im Mai. Zum Vorjahr waren es 239 oder 5,7 Prozent weniger Arbeitsstellen. Gemessen an den Bestandszahlen war der Personalbedarf bei den Personalüberlassungen, im verarbeitenden Gewerbe, im Bereich wissenschaftlicher und technischer Dienstleistungen, im Handel sowie im öffentlichen Dienst am höchsten. 

Zu den Kreisen im Agenturbezirk 
Biberach. Im Landkreis Biberach blieb die Arbeitslosenquote unverändert bei 2,8 Prozent. Vor einem Jahr betrug die Quote 2,7 Prozent. Mit 3 389 Frauen und Männern waren 46 oder 1,3 Prozent weniger Menschen arbeitslos als im Mai. Die Biberacher Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit Ulm betreute 1 837 Menschen (minus elf), das Jobcenter des Landkreises 1 552 Frauen und Männer (minus 35). 

Alb-Donau-Kreis. 3 778 Menschen waren arbeitslos und über die Agentur für Arbeit (2 097) oder das Jobcenter (1 681) auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle. Insgesamt waren das 40 Personen oder 1,0 Prozent weniger als im Mai. Die Arbeitslosenquote ging um 0,1 Punkte zurück und lag bei 3,1 Prozent. Vor einem Jahr lag die Quote bei 3,0 Prozent. 

Ulm. Im Stadtgebiet Ulm waren 3 184 arbeitslose Menschen über die Arbeitsagentur (1 787) und das Jobcenter (1 397) auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle. Die Zahl arbeitsloser Menschen nahm um 66 Personen oder um 2,0 Prozent ab. Die Arbeitslosenquote im Stadtgebiet betrug wie im Vormonat 4,2 Prozent ab, dieselbe Quote wie im Juni vor einem Jahr.