Mehr Arbeitslose zu Beginn der Ferienzeit

Der Arbeitsmarkt im Juli

31.07.2026 | Presseinfo Nr. 40

Im Juli nahm die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur Ulm zu. 10 488 Personen waren arbeitslos gemeldet, 137 Menschen oder 1,3 Prozent mehr als im Juni. Zum Vorjahr waren es 276 Arbeitslose oder 2,7 Prozent mehr. Die Arbeitslosenquote nahm um 0,1 Punkte auf 3,3 Prozent zu und lag damit 0,1 Punkte über dem Vorjahreswert. „Mit Beginn der Ferienzeit steigt die Arbeitslosigkeit, ein saisonal üblicher Effekt. Viele junge Menschen beenden die Schule oder ihre Ausbildung, suchen eine Anschlussbeschäftigung und melden sich korrekterweise zunächst arbeitslos“, berichtet Torsten Denkmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Ulm.
Am regionalen Stellenmarkt meldeten Unternehmen und Betriebe 1 201 neue Stellenangebote. Das waren 35 Vakanzen oder 2,8 Prozent weniger als im Juni. Der Stellenbestand wiederum stieg über die 4 000er-Marke. „Personal wird weiterhin gesucht. Die Herausforderung ist, Angebot und Nachfrage qualitativ zusammen zu bringen, da die Unternehmen derzeit nur passgenau einstellen“, sagt der Agenturleiter und betont in diesem Zusammenhang die immer größer werdende Bedeutung beruflicher Weiterbildung.
Am regionalen Ausbildungsmarkt waren im Juli noch 1 425 Lehrstellen unbesetzt. „Jetzt ist Endspurt. Bis zum Ausbildungsstart sind es noch gut vier Wochen“, so Denkmann. Sein Angebot: „Wer noch auf der Suche ist, findet im Berufsinformationszentrum offene Ausbildungsstellen, Informationen zu den Ausbildungsberufen und weiterführenden Schulen. Vor Ort helfen die Kolleginnen und Kollegen gerne auch beratend weiter.“ In der Region stünden die Chancen auf einen gelingenden Übergang von der Schule in den Beruf insgesamtgut, so Denkmann.

Arbeitslosigkeit
Mit Blick auf die beiden Rechtskreise nahm die Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Arbeitsagentur) zu und im Bereich der Grundsicherung (Jobcenter) ab. Bei der Agentur für Arbeit Ulm waren 5 878 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 157 oder 2,7 Prozent mehr als im Juni und 585 oder 11,1 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Zahl der bei den Jobcentern im Agenturbezirk arbeitslos gemeldeten Menschen nahm zum Vormonat um zwanzig Personen oder um 0,4 Prozent auf 4 610 Frauen und Männer ab. Zum Vorjahr waren das 309 Arbeitslose oder 6,3 Prozent weniger.

Personengruppen
Bei Männern und Frauen über 50 Jahre und bei Menschen mit ausländischem Pass ging die Arbeitslosigkeit leicht zurück. Gestiegen ist sie insbesondere bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen unter 25 Jahren. Im Juli waren 1 229 unter 25-Jährige arbeitslos, 132 Personen oder 12,0 Prozent mehr als vor vier Wochen. Zum Vorjahr gesehen waren es 156 jungen Erwachsene oder 14,5 Prozent mehr. Die Jugendarbeitslosenquote lag bei 3,5 Prozent und somit 0,4 Punkte über dem Vormonats- und 0,5 Punkte über dem Vorjahreswert. „Die wirtschaftliche Lage erschwert es jungen Menschen zunehmend eine adäquate Anschlussbeschäftigung zu finden“, erklärt Denkmann und fügt an: „Die Investition in junge Menschen und in Ausbildung ist eine elementare Stütze des regionalen Arbeitsmarktes. Insbesondere vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, der mitunter den Fach- und Arbeitskräftebedarf in Zukunft beeinflussen wird.“

Ausbildungsmarkt
Von Oktober bis Juli haben regionale Ausbildungsbetriebe 3 731 Ausbildungsstellen gemeldet, wovon 1 425 noch unbesetzt waren. Die meisten offenen Ausbildungsstellen im Juli gab es als Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Verkäufer/in, Fachkraft – Lagerlogistik, Maurer/in und Zimmerer/in. Auf Seiten der Jugendlichen meldeten sich im selben Zeitraum 2 440 Ausbildungssuchende bei der Agentur für Arbeit Ulm, um gemeinsam mit der Berufsberatung einen passenden Ausbildungs-platz zu finden. 760 Ausbildungssuchende waren im Juli noch ohne Lehrstelle.

Bewegungsdaten
Unter die Bewegungsdaten fallen auch die Zu- und Abgänge aus der Erwerbstätig-keit. Im Juli mussten 1 085 Frauen und Männer ihre Arbeitsstelle aufgeben, das waren 184 Personen oder 20,4 Prozent mehr als im Juni. Auf der anderen Seite fan-den 852 Frauen und Männer eine neue Arbeit, 29 Personen oder 3,5 Prozent mehr als vor vier Wochen.

Stellenmarkt
Regionale Arbeitgeber meldeten 1 201 neue Stellenangebote. Das waren 35 oder 2,7 Prozent weniger als im Juni und 499 oder 77,1 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Bestand umfasste mit 4 236 Vakanzen 259 offene Arbeitsangebote oder 6,5 Prozent mehr als im Vormonat. Zum Vorjahr waren es 148 oder 3,6 Prozent mehr Stellen. Gemessen an den Bestandszahlen war der Personalbedarf bei den Personalüberlassungen, im verarbeitenden Gewerbe, im Bereich wissenschaftlicher und technischer Dienstleistungen, im Handel sowie im Baugewerbe am höchsten.

Zu den Kreisen im Agenturbezirk
Biberach. Im Landkreis Biberach blieb die Arbeitslosenquote unverändert bei 2,8 Prozent. Vor einem Jahr betrug die Quote 2,7 Prozent. Mit 3 491 Frauen und Männern waren 102 oder 3,0 Prozent mehr Menschen arbeitslos als im Juni. Die Biberacher Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit Ulm betreute 1 926 Menschen (plus 89), das Jobcenter des Landkreises 1 565 Frauen und Männer (plus 13).

Alb-Donau-Kreis. 3 734 Menschen waren arbeitslos und über die Agentur für Arbeit (2 132) oder das Jobcenter (1 602) auf der Suche nach einer neuen Arbeits-stelle. Insgesamt waren das 44 Personen oder 1,2 Prozent weniger als im Juni. Die Arbeitslosenquote blieb bei 3,1 Prozent, im Vorjahr lag die Quote bei 3,0 Prozent.

Ulm. Im Stadtgebiet Ulm waren 3 263 arbeitslose Menschen gemeldet, 1 820 bei der Agentur für Arbeit und 1 443 beim Jobcenter Ulm. Die Zahl arbeitsloser Menschen nahm insgesamt um 79 Personen oder um 2,5 Prozent zu. Die Arbeitslosenquote im Stadtgebiet stieg zum Vormonat um 0,1 Punkte auf 4,2 Prozent, was auch einen Anstieg um 0,1 Prozentpunkte im Vorjahresvergleich bedeutet.