Arbeitsmarkt saisonal weiterhin unter Druck

Der Arbeitsmarkt im August

28.08.2026 | Presseinfo Nr. 41

Im August nahm die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur Ulm zu. 11 217 Personen waren arbeitslos gemeldet, 729 Menschen oder 7,0 Prozent mehr als im Juli. Zum Vorjahr waren es 336 Arbeitslose oder 3,1 Prozent mehr. Nadine Woyack, die neue Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Ulm berichtet: „Der Arbeitsmarkt in Ulm ist weiterhin unter Druck. Dennoch ist es ein saisonal üblicher Effekt, dass die Arbeitslosigkeit während der Urlaubszeit steigt.“. Die Arbeitslosenquote nahm zu und stieg um 0,2 Punkte auf 3,5 Prozent. Vor einem Jahr betrug die Quote 3,4 Prozent.
Am regionalen Stellenmarkt meldeten Unternehmen und Betriebe 1 320 neue Stellenangebote. Das waren 119 Vakanzen oder 9,9 Prozent mehr als im Juli. Insgesamt waren im August 4 409 Stellenangebote vakant, im Vorjahr umfasste der Stellenbestand 4 854 offene Arbeitsangebote.  
Am regionalen Ausbildungsmarkt waren im August noch 1 147 Lehrstellen unbesetzt. „Es gibt weiterhin Ausbildungsstellen. Nun richtet sich der Appell vor allem an die Jugendlichen und Eltern: Wer noch ohne Vertrag ist, bekommt auch in den Ferien Unterstützung bei der Berufsberatung. Allerdings gilt nun: keine Zeit mehr verlieren und sich bei der Berufsberatung melden, dann stehen die Chancen gut, im Herbst eine Ausbildung zu starten.“, empfiehlt Woyack. 

Arbeitslosigkeit 
Mit Blick auf die beiden Rechtskreise nahm die Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Arbeitsagentur) und im Bereich der Grundsicherung (Jobcenter) zu. Bei der Agentur für Arbeit Ulm waren 6 427 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 549 oder 9,3 Prozent mehr als im Juli und 776 oder 13,7 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Zahl der bei den Jobcentern im Agenturbezirk arbeitslos gemeldeten Menschen nahm zum Vormonat um 180 Personen oder um 3,9 Prozent auf 4 790 Frauen und Männer zu. Zum Vorjahr waren das 440 Arbeitslose oder 8,4 Prozent weniger. 

Personengruppen 
Die Arbeitslosigkeit nahm nahezu über alle Personengruppen hinweg zu. Dagegen ist die Langzeitarbeitslosigkeit zurückgegangen. 2 497 Menschen waren im August länger als zwölf Monate arbeitslos. Das waren 13 Arbeitslose oder 0,5 Prozent weniger als im Juli und 97 Langzeitarbeitslose oder 3,7 Prozent weniger als im August letzten Jahres. Saisonal bedingt ist auch die Zunahme der Arbeitslosigkeit bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Vor allem Schulabgänger und Ausbildungsabsolventen melden sich vorübergehend arbeitslos. Im August waren 1 551 unter 25-Jährige arbeitslos, 322 Personen oder 26,2 Prozent mehr als vor vier Wochen. Zum Vorjahr gesehen waren es 125 jungen Erwachsene oder 8,8 Prozent mehr. Die Jugendarbeitslosenquote lag bei 4,4 Prozent und somit 0,9 Punkte über dem Vormonats- und 0,4 Punkte über dem Vorjahreswert. 

Ausbildungsmarkt 
Von Oktober bis August haben regionale Ausbildungsbetriebe 3 840 Ausbildungsstellen gemeldet, wovon 1 147 noch unbesetzt waren. Die meisten offenen Ausbildungsstellen im August gab es als Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Verkäufer/in, Fachkraft – Lagerlogistik, Maurer/in und Zimmerer/in. Auf Seiten der Jugendlichen meldeten sich im selben Zeitraum 2 477 Ausbildungssuchende bei der Agentur für Arbeit Ulm, um gemeinsam mit der Berufsberatung einen passenden Ausbildungsplatz zu finden. 481 Ausbildungssuchende waren im August noch ohne Lehrstelle. 

Bewegungsdaten 
Unter die Bewegungsdaten fallen auch die Zu- und Abgänge aus der Erwerbstätigkeit. Im August mussten 1 326 Frauen und Männer ihre Arbeitsstelle aufgeben, das waren 241 Personen oder 22,2 Prozent mehr als im Juli. Auf der anderen Seite fanden 769 Frauen und Männer eine neue Arbeit, 83 Personen oder 9,7 Prozent weniger als vor vier Wochen. 

Stellenmarkt
Regionale Arbeitgeber meldeten 1 320 neue Stellenangebote. Das waren 119 oder 9,9 Prozent mehr als im Juli und 559 oder 73,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Bestand umfasste mit 4 409 Vakanzen 173 offene Arbeitsangebote oder 4,1 Prozent mehr als im Vormonat. Zum Vorjahr waren es 445 oder 11,2 Prozent mehr Stellen. Gemessen an den Bestandszahlen war der Personalbedarf bei den Personalüberlassungen, im verarbeitenden Gewerbe, im Bereich wissenschaftlicher und technischer Dienstleistungen, im Handel sowie im Baugewerbe am höchsten. 

Zu den Kreisen im Agenturbezirk 
Biberach. Im Landkreis Biberach stieg die Arbeitslosenquote zum Vormonat um 0,3 Punkte auf 3,1 Prozent. Vor einem Jahr lag die Arbeitslosenquote für den Landkreis bei 2,9 Prozent. Mit 3 823 Frauen und Männern waren 332 oder 9,5 Prozent mehr Menschen arbeitslos als im Juli. Die Biberacher Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit Ulm betreute 2 202 Menschen (plus 276), das Jobcenter des Landkreises 1 621 Frauen und Männer (plus 56). 

Alb-Donau-Kreis. 3 987 Menschen waren arbeitslos und über die Agentur für Arbeit (2 333) oder das Jobcenter (1 654) auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle. Das waren 253 Personen oder 6,8 Prozent mehr als im Juli. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich zum Vormonat um 0,2 Punkte auf 3,3 Prozent. Vor einem Jahr lag die Quote bei 3,2 Prozent. 

Ulm. Im Stadtgebiet Ulm waren 3 407 arbeitslose Menschen über die Arbeitsagentur (1 892) und das Jobcenter (1 515) auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle. Die Zahl arbeitsloser Menschen nahm um 144 Personen oder um 4,4 Prozent zu. Die Arbeitslosenquote im Stadtgebiet kletterte um 0,2 Punkte auf 4,5 Prozent. Vor einem Jahr lag die Quote ebenfalls bei 4,5 Prozent.