Im September ging die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Ulm zurück. 10 823 Menschen waren arbeitslos, 394 Personen oder 3,5 Prozent weniger als im August. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Punkte und lag bei 3,4 Prozent. „Die Ferienzeit ist vorbei, die Zahl der Einstellungen zieht an. Zudem konnten viele junge Menschen eine Ausbildung beginnen oder haben eine Anschlussbeschäftigung gefunden“, berichtet Carola Peltzer, Geschäftsführerin operativ der Agentur für Arbeit Ulm. „Wir sehen eine saisonal übliche, jedoch moderat ausgeprägte Herbstbelebung. Der regionale Arbeitsmarkt bleibt dynamisch, das ist sehr erfreulich. Im Vergleich mit den Vorjahreswerten zeigt sich allerdings die weiterhin angespannte konjunkturelle Lage vieler Unternehmen und Betriebe“, ordnet Peltzer ein. Vor einem Jahr waren 230 Menschen oder 2,2 Prozent weniger arbeitslos, die Arbeitslosenquote lag bei 3,3 Prozent.
Zum Stellenmarkt. Personal wird weiterhin gesucht. Regionale Arbeitgeber meldeten im September 1 255 Stellen neu. Das waren 4,9 Prozent weniger als
vor vier Wochen und 51,0 Prozent mehr als vor einem Jahr. Insgesamt wurden für den September 4 626 offene Arbeitsangebote gezählt. Mehr freie Stellenangebote waren zuletzt im April 2023 gemeldet. „Gesucht werden vor allem Fachkräfte und höher Qualifizierte. Doch auch für ungelernte Hilfskräfte gilt, dass mit passender Qualifikation die Einstellungschancen steigen. Der Arbeitsmarkt ist im Wandel“, unterstreicht Peltzer.
Arbeitslosigkeit
Mit Blick auf die beiden Rechtskreise nahm die Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Arbeitsagentur) und im Bereich der Grundsicherung (Jobcenter) ab. Bei der Agentur für Arbeit Ulm waren 6 156 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 271 oder 4,2 Prozent weniger als im August und 625 oder 11,3 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Zahl der bei den Jobcentern im Agenturbezirk arbeitslos gemeldeten Menschen ging zum Vormonat um 123 Personen oder um 2,6 Prozent auf 4 667 Frauen und Männer zurück. Zum Vorjahr waren das 395 Arbeitslose oder 7,8 Prozent weniger.
Personengruppen
Saisonal üblich ist der Rückgang der Arbeitslosigkeit bei den unter 25-Jährigen am stärksten ausgefallen. „Viele Jugendliche oder junge Erwachsene konnten eine Ausbildung beginnen oder nach Ausbildungsende eine Anschlussbeschäftigung finden. Andere haben sich für eine weiterführende Schule entschieden“, erklärt Peltzer. 1 357 unter 25-Jährige waren arbeitslos, 194 Personen oder 12,5 Prozent weniger als im August. Im Vergleich zum Vorjahr waren es 58 Personen oder 4,5 Prozent mehr. Im September stieg nur die Langzeitarbeitslosigkeit an. 2 516 Frauen und Männer waren länger als zwölf Monaten arbeitslos, 19 Personen oder 0,8 Prozent mehr als vor vier Wochen und 15 oder 0,6 Prozent weniger als vor einem Jahr.
Ausbildungsmarkt
Abschließende Zahlen zum regionalen Ausbildungsmarkt werden derzeit aufbereitet und wie üblich separat zum Berichtsmonat Oktober veröffentlicht. Schülern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die für die kommenden Jahre einen Ausbildungsplatz suchen doch beruflich noch unentschieden sind, empfiehlt Peltzer einen Blick auf Praktikumswochen.de. „Praktika sind der ideale Weg um Berufe live kennen zu lernen. Die Praktikumswochen bieten vor, über und nach den Herbstferien eintägige Schnupperpraktika in wechselnden Unternehmen an. Völlig unkompliziert.“ Über die Homepage können auch Ausbildungsbetriebe für ihre Region Praktikumstage anbieten.
Bewegungsdaten
Unter die Bewegungsdaten fallen auch die Zu- und Abgänge aus der Erwerbstätigkeit. Im September mussten 1 270 Frauen und Männer ihre Arbeitsstelle aufgeben, das waren 56 Personen oder 4,2 Prozent weniger als im August. Auf der anderen Seite fanden 1 189 Frauen und Männer eine neue Arbeit, 420 Personen oder 54,6 Prozent mehr als vor vier Wochen. „Erfreulicherweise zeigte sich der regionale Arbeitsmarkt sehr aufnahmefähig, wenn auch die Bezugszahl der Abgänge in Erwerbstätigkeit im Ferienmonat August besonders schwach ausgeprägt war“, erläutert Peltzer.
Stellenmarkt
Regionale Arbeitgeber meldeten 1 255 neue Stellenangebote. Das waren 65 oder 4,9 Prozent weniger als im August und 424 oder 51,0 Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Bestand umfasste mit 4 626 Vakanzen 217 offene Arbeitsangebote oder 4,9 Prozent mehr als im Vormonat. Zum Vorjahr waren es 537 oder 13,1 Prozent mehr Stellen. Gemessen an den Bestandszahlen war der Personalbedarf bei den Personalüberlassungen, im verarbeitenden Gewerbe, im Bereich wissenschaftlicher und technischer Dienstleistungen, im Handel sowie im Baugewerbe am höchsten.
Zu den Kreisen im Agenturbezirk
Biberach. Im Landkreis Biberach sank die Arbeitslosenquote wieder unter die Drei-Prozent-Marke. Mit 2,9 Prozent lag die Quote 0,2 Punkte unter dem Augustwert und gleichauf mit dem Vorjahreswert. 3 618 Frauen und Männern waren arbeitslos, 205 Personen oder 5,4 Prozent weniger als im August. Die Biberacher Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit Ulm betreute 2 054 Menschen (minus 148), das Jobcenter des Landkreises 1 564 Frauen und Männer (minus 57).
Alb-Donau-Kreis. 3 860 Menschen waren arbeitslos und über die Agentur für Arbeit (2 211) oder das Jobcenter (1 649) auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle. Das waren 127 Personen oder 3,2 Prozent weniger als im August. Die Arbeitslosenquote reduzierte sich um 0,1 Punkte auf 3,2 Prozent. Vor einem Jahr lag die Quote bei 3,1 Prozent.
Ulm. Im Stadtgebiet Ulm waren 3 345 arbeitslose Menschen über die Arbeitsagentur (1 891) und das Jobcenter (1 454) auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle. Die Zahl arbeitsloser Menschen nahm um 62 Personen oder um 1,8 Prozent ab. Im Stadtgebiet ging die Arbeitslosenquote um 0,1 Punkte auf 4,4 Prozent zurück, dieselbe Quote wie vor einem Jahr.