Im Januar stieg die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Ulm um 9,0 Prozent oder 913 Personen auf insgesamt 11 091 Frauen und Männer. Die Arbeitslosenquote kletterte um 0,3 Punkte auf 3,5 Prozent. „Mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit zu Jahresbeginn haben wir gerechnet“, berichtet Torsten Denkmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Ulm. Mit Blick auf die hohe Zahl an Arbeitslosen erinnert der Agenturleiter, dass seit 2023 die Frühjahres- wie auch die Herbstbelebungen nur noch schwach ausgeprägt waren oder gar ganz ausblieben. „Als Folge der Konjunkturschwäche stieg die Arbeitslosigkeit im Verlauf der letzten drei Jahre sukzessive an. Inzwischen hat sich die Arbeitslosigkeit im fünfstelligen Bereich festgesetzt. Die aktuelle Entwicklung ist im Vergleich zum Vormonat saisonal üblich, im mittelfristigen Trend nicht besorgniserregend, jedoch unbefriedigend.“ Zum Vorjahr waren 593 Menschen oder 5,6 Prozent mehr arbeitslos. Verhalten zeigten sich auch die Arbeitgeber am regionalen Stellenmarkt. 559 neu gemeldete Stellenangebote waren deutlich weniger als vor einem Monat und ebenso viele wir vor einem Jahr. Der Stellenbestand schmolz um 556 Arbeitsangebote auf insgesamt 3 432 Vakanzen. „Im Rahmen eines Kooperationsvertrages unterstützt die Bundesagentur die Bundeswehr bei der Personalgewinnung für Militärberufe. Der Bedarf für 2025 umfasste regional 400 Stellen, die zum Jahreswechsel besetzt werden konnten“, erklärt Denkmann. Nichtsdestotrotz sei die Kräftenachfrage über nahezu alle Branchen hinweg schwach ausgefallen.
Arbeitslosigkeit
Mit Blick auf die beiden Rechtskreise nahm die Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Arbeitsagentur) und im Bereich der Grundsicherung (Jobcenter) zu. Bei der Agentur für Arbeit Ulm waren 6 122 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 746 oder 13,9 Prozent mehr als im Dezember und 881 oder 16,8 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Zahl der bei den Jobcentern im Agenturbezirk arbeitslos gemeldeten Menschen nahm zum Vormonat um 167 Personen oder um 3,5 Prozent auf 4 969 Frauen und Männer zu. Zum Vorjahr waren es 288 Arbeitslose oder 5,5 Prozent weniger.
Personengruppen
Im Vergleich zum Vormonat stieg die Arbeitslosigkeit über alle Personengruppen hinweg an. Bei den Männern mit 6 239 Personen waren 571 oder 10,1 Prozent mehr arbeitslos als vor vier Wochen und 389 oder 6,7 Prozent mehr als zur selben Zeit im letzten Jahr. Frauen waren im Januar 4 855 arbeitslos gemeldet, 342 oder 7,6 Prozent mehr als im Dezember und 204 oder 4,4 Prozent mehr als vor zwölf Monaten. Vergleichsweise moderat stieg die Langzeitarbeitslosigkeit an. Im Januar waren 2 559 Frauen und Männer länger als zwölf Monaten arbeitslos, 134 Personen oder 5,5 Prozent mehr als vor vier Wochen und 32 oder 1,2 Prozent weniger als vor einem Jahr.
Bewegungsdaten
Unter die Bewegungsdaten fallen auch die Zu- und Abgänge aus der Erwerbstätigkeit. Im Januar mussten 1 617 Frauen und Männer ihre Arbeitsstelle aufgeben, das waren 516 Personen oder 46,9 Prozent mehr als im Dezember und 332 oder 25,8 Prozent mehr als vor einem Jahr. „Für einen Januar ist das der stärkste Zugang aus der Erwerbstätigkeit seit 2014 und ein Indikator dafür, unter welchem wirtschaftlichen Druck mache Unternehmen und Betriebe stehen. Insbesondere mit dem Wissen, dass die meisten Arbeitgeber versuchen ihr Personal zu halten“, sagt Torsten Denkmann. Andererseits konnten im Januar 733 Frauen und Männer eine neue Arbeit aufnehmen, neun Personen oder 1,2 Prozent weniger als im Dezember, doch 82 oder 12,6 Prozent mehr als vor einem Jahr. „Trotz steigender Arbeitslosigkeit bleibt der Arbeitsmarkt dynamisch. Zwar wird es zunehmend schwerer eine passende Stelle zu finden, doch der Arbeitsmarkt ist aufnahmefähig. Hilfreich sind geeignete Qualifizierungen. Hierbei unterstützen wir beratend und nach Möglichkeit auch finanziell“, betont der Agenturleiter.
Stellenmarkt
Regionale Arbeitgeber meldeten 559 neue Stellenangebote. Das waren 303 oder 35,2 Prozent weniger als vor vier Wochen und eine oder 0,2 Prozent weniger als vor einem Jahr. Neben den Personalüberlassungen meldeten die meisten neuen Stellen das verarbeitende Gewerbe, der Bereich wissenschaftliche und technische Dienstleistungen sowie der öffentliche Dienst.
Der Stellenbestand umfasste mit 3 432 Vakanzen 556 oder 13,9 Prozent weniger Angebote als im Dezember. Zum Vorjahr waren es 438 oder 11,3 Prozent mehr Arbeitsstellen. Gemessen an den Bestandszahlen war der Personalbedarf bei den Personalüberlassungen, im verarbeitenden Gewerbe, im Bereich wissenschaftlicher und technischer Dienstleistungen, im Handel sowie im Gesundheits- und Sozialwesen am höchsten. „Ohne die Stellen für Militärberufe sind die Arbeitsangebote im öffentlichen Dienst wieder auf dem Niveau vor der Kooperationsvereinbarung der Bundeswehr mit der Bundesagentur angekommen. Die Vereinbarung ist aber weiterhin gültig, so dass wir von weiteren Stellenmeldungen der Bundeswehr im Ulmer Agenturbezirk ausgehen“, erklärt Denkmann.
Zu den Kreisen im Agenturbezirk
Biberach. Im Landkreis Biberach stieg die Arbeitslosenquote zum Vormonat um 0,3 Punkte auf 3,0 Prozent und lag somit 0,2 Punkte über dem Vorjahreswert. Mit 3 670 Frauen und Männern waren 298 oder 8,8 Prozent mehr Menschen arbeitslos als im Dezember. Die Biberacher Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit Ulm betreute 2 011 Menschen (plus 240), das Jobcenter des Landkreises 1 659 Frauen und Männer (plus 58).
Alb-Donau-Kreis. 3 986 Menschen waren arbeitslos und über die Agentur für Arbeit (2 232) oder das Jobcenter (1 754) auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle. Insgesamt waren das 352 Personen oder 9,7 Prozent mehr als im Dezember. Die Arbeitslosenquote wuchs um 0,3 Punkte auf 3,3 Prozent an, das sind 0,1 Punkte über dem Vorjahreswert.
Ulm. Im Stadtgebiet Ulm waren 3 435 arbeitslose Menschen über die Arbeitsagentur (1 879) und das Jobcenter (1 556) auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle. Die Zahl arbeitsloser Menschen nahm um 263 Personen oder um 8,3 Prozent zu. Die Arbeitslosenquote im Stadtgebiet ging um 0,3 Punkte auf 4,5 Prozent nach oben. Vor einem Jahr lag die Quote bei 4,3 Prozent.